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Parallel-Tandem

Wo Bewohner Radtouren unternehmen

Ein Nebeneinander-Tandem macht es möglich. In den Niederlanden gehört es in Pflegeheimen zur Standardausrüstung. Jetzt schwappt der Trend nach Deutschland

Gibt es noch jemanden, der das betriebliche Vorschlagswesen für Schnick-Schnack hält? Die K & S Seniorenresidenz Radebeul im Landkreis Meißen (Sachsen) könnte ihn umstimmen: Hier geht die neueste Attraktion auf einen Pfleger zurück. Lutz Dressler, zuvor Rikschafahrer in Dresden, hatte den Vorschlag gemacht, für die Residenz ein Nebeneinander-Tandem zu erstehen, um den Bewohnern „eine nicht alltägliche Freizeitbeschäftigung“ zu bieten.

Anfang August hat er das E-Bike der besonderen Art, auch Parallel-Fahrrad genannt, vom Händler in Fraureuth nach Radebeul überführt; in den K & S Einrichtungen n Zwickau, Chemnitz und Wilsdruff hat er Zwischenstopp gemacht, um Bewohnern, Gäste der Tagespflege sowie Mieter aus dem Service-Wohnen zu einer halbstündigen Spritztour einzuladen.

Tandem mit Rückenlehne  

Das elektrisch betriebene Tandem, die beiden Radler nebeneinander sitzen, hat eine Reihe von Vorteilen:  

  • Auch ältere, gebrechlichere Personen können sich sicher platzieren – die Sitze sind mit Rückenlehne ausgestattet
  • Bewohnerin oder Bewohner können sich ganz nach Vermögen mit geringem oder großem Kraftaufwand am Treten beteiligen. Da es ein E-Bike ist, kann die Begleitung einen sehr großen Teil übernehmen, ohne an ihre Grenzen zu geraten
  • die Tretbewegung beugt Muskelschwund vor
  • Die Begleitung hat den Bewohner immer gut im Blick
  • die beiden Radler können sich gut unterhalten

Im Parallel-Tandem lässt sich gut plaudern

„So eine Radtour ist doch oft viel lebendiger, als wenn man als Angehöriger mit Mutter oder Vater nur im Zimmer oder auf der Terrasse sitzt: Man sieht auf der Fahrt ganz unterschiedliche Dinge, man kommt leichter ins Gespräch und ist an der frischen Luft. Das sorgt für guten Appetit und Schlaf. Die neuen Eindrücke und Reize auf der Fahrt können vielleicht gar das Fortschreiten einer Demenz verzögern“, sagt Ronald Ruesink, aus der Geschäftsleitung des niederländischen Herstellers Van Raam.

90 Prozent aller niederländischen Heime haben ein Tandem 

In den Niederlanden gibt es die Nebeneinander-Tandems in 90 Prozent der Pflege- und Seniorenheime, schätzt Ronald Ruesink. Auch in den skandinavischen Ländern werden die rund 5.000 Euro (inklusive Mehrwertsteuer) teuren Räder immer beliebter. In Deutschland steigt die Nachfrage aus der Pflege ebenfalls, berichtet ein Händler aus Berlin-Steglitz. Die K & S Gruppe, ein Familienunternehmen mit circa 4.300 Mitarbeitern und Firmensitz in Sottrum (nahe Bremen), entlässt das Parallel-Tandem jetzt erst einmal in die Probezeit: Andere Einrichtungen der Gruppe können es sich bei den Radebeulern ausleihen und ausprobieren. Fest steht jedenfalls: Das zweite Rad müsste nicht mehr den beschwerlichen Weg über das betriebliche  Vorschlagswesen nehmen.                          

Autorin: Kirsten Gaede

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