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Corona-Impfung

Wie viele Heime warten noch auf Booster? Keine Ahnung …

Wir fragten die 16 Landesministerien nach dem Stand der Booster-Impfungen gegen Corona. Fazit: So richtig Bescheid wissen nur wenige

„Boostern, boostern, boostern“ fordert der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Denn mit Booster-Impfungen (Auffrischungsimpfungen) soll die vierte Corona-Welle gebrochen werden. Besonders in den Pflegeheimen sollen die Impfkampagnen vorangetrieben werden (aber auch im ambulanten Bereich, wo sich gerade abzeichnet, dass erstmals Pflegefachkräfte mit impfen könnten).

 Doch wie genau ist der Stand in den Heimen? In Sachsen, so beklagt der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa), müssen manche Bewohner möglicherweise bis Februar warten. In Mecklenburg-Vorpommern hingegen sind die Booster-Kampagnen offenbar in fast allen Pflegeheimen abgeschlossen. Die Situation scheint also uneinheitlich. Mit einer Anfrage bei den einzelnen Bundesländern möchten wir einen besseren Gesamtüberblick schaffen – das ist uns aber nicht in Gänze gelungen. Ein Ministerium verwies uns schlicht an die Kassenärztliche Vereinigung, ein anderes  auf das Robert Koch-Institut.    

Bremen

Auftrag erledigt. Pressesprecher Lukas Fuhrmann schreibt: „In Bremen wurden bereits alle Pflegeeinrichtungen für Auffrischungsimpfungen aufgesucht. Und zwar: „100 Prozent!“.

Mecklenburg-Vorpommern

Ähnlich der Stand in Mecklenburg-Vorpommern. „In MV haben 97 Prozent der vollstationären Pflegeeinrichtungen ein Auffrischungsangebot erhalten. Parallel wurde bisher ungeimpftem Personal eine Erstimpfung angeboten“, so die Antwort des zuständigen Ministeriums. Die fehlenden drei Prozent erklären sich so: „In den ausstehenden Einrichtungen sind aktive Corona-Ausbrüche zu verzeichnen. Unmittelbar nach Ende der Quarantänemaßnahmen sollen auch in diesen Einrichtungen Impfangebote gemacht werden.“

Bayern

In Bayern ist man auf dem Weg. Bis zum 19. November 2021 haben mobile Impfteams 50.006 Bewohner geboostert. In vielen Fällen übernehmen außerdem niedergelassene Ärzte oder Heimärzte das Boostern, doch gibt es dazu noch keine Zahlen. „Denn die Eigenschaft als Heimbewohner wird bei der Impfdokumentation nicht gesondert erfasst, auch besteht im Übrigen bisher keine Meldepflicht dazu“, teilt eine Ministeriumssprecherin auf Anfrage von pflegen-online mit.

In Bayern waren bis zum 1. November bayernweit 87 Prozent der Bewohner in Alten- und Pflegeheimen vollständig geimpft – so das Ergebnis einer repräsentativen Erhebung.

Berlin

Auch Berlin liegt „ ein lückenloses Monitoring zu diesen Daten nicht vor“. Immerhin: „Alle Berliner Pflegeheime und auch Pflegewohngemeinschaften und sogenannte Seniorenwohnanlagen haben seit Ende August das Angebot eines Vororttermins der Mobilen Impfteams erhalten. Bislang haben unsere Mobilen Impfteams in rund 200 Einrichtungen vorwiegend Pflegebedürftige geimpft.“

Sachsen-Anhalt

Sachsen-Anhalt liegen „keine belastbaren Statistiken vor“ und verweist auf die Situationsberichte des RKI.

Schleswig-Holstein

Dagegen hat man in Schleswig-Holstein den Überblick: „Insgesamt erhielten in Schleswig-Holstein (Stand 25. November) bisher 285.263 Menschen eine Auffrischimpfung“, so das zuständige Ministerium, Es zitiert die Kassenärztliche Vereinigung des Landes: „Nach dem Start der Drittimpfungen gegen das Corona-Virus im September für besonders betagte und vulnerable Gruppen sind mittlerweile fast alle Heimbewohner in Schleswig-Holstein durchgeimpft“.

Hamburg

Hamburg antwortet norddeutsch knapp: „Wir werden in allen stationären Einrichtungen der Altenpflege bis Anfang Dezember ein Angebot für eine Auffrischungsimpfung gemacht haben.“

Brandenburg

Auch Brandenburg kann nicht mit „tagesaktuellen statistischen Daten“ aufwarten. Immerhin: „Nach einer Befragung aller vollstationären Pflegeinrichtungen durch die Heimaufsicht des Landes werden in den allermeisten Einrichtungen zum 30. November 2021 die Booster-Impfungen durch die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte abgeschlossen sein“, teilt das Gesundheitsministerium in Potsdam mit.

Hessen

„Rund 90 Prozent aller Alten- und Pflegeeinrichtungen“ sind in Hessen bis Ende November geboostert worden. „Bis spätestens 4.12.2021 werden wir in allen Alten-und Pflegeheimen noch ausstehende Impfungen anbieten bzw. durchführen“, heißt es beim hessischen Ministerium für Soziales und Integration.

Thüringen

Im Hoch-Inzidenzland Thüringen hat man keinen Überblick. Auf unsere Anfrage verwies das zuständige Sozial-Ministerium an die Kassenärztliche Vereinigung Thüringen, „die die Boosterimpfungen in den Pflegeeinrichtungen über die mobilen Impfteams organisiert“. Die KV Thüringen weiß ebenfalls nichts Konkretes, weil „ein Großteil der Einrichtungen die Booster-Impfungen über die betreuenden Hausärzte umsetzt. Diese Zahlen sind uns leider nicht bekannt.“

Sachsen

Auch Sachsen liegen bisher keine „belastbaren Daten“ vor, denn erst „mit der neuen Corona-Not-Verordnung von Ende November sind die Einrichtungen verpflichtet, den Impfstatus einmal wöchentlich an das Sozialministerium und die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen (KVS) zu übermitteln.“

Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen

Ähnlich die Lage in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Hier fehlt ein „valides Monitoring“ (Rheinland-Pfalz), um einen genauen Überblick geben zu können. Immerhin: Beide Bundesländer gehen davon aus, „dass weit über 90 Prozent der Pflegeheim-Bewohner“ (NRW) geboostert sind. Und: „belastbare Zahlen“ sollen bis Ende der 1. Dezemberwoche vorliegen.

Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg variiert die Booster-Quote nach Aussage des Gesundheitsministeriums „erwartbar zwischen 10 Prozent und 100 Prozent.“ Erklärung: erstens, Ablehnung der Auffrischimpfung von Bewohnern und Betreuern, zweitens, „aktuelles Ausbruchsgeschehen“ und drittens, der teilweise schlechte Gesundheitszustand von Bewohnern, „der eine Auffrischimpfung ausschließt.“

Saarland

Das Saarland hat auf unsere Umfrage nicht geantwortet.

Autor: Hans-Georg Sausse

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