Umfrage

Wie vertragen Sie Hitze und Schutzkleidung?

Machen Sie mit bei einer Umfrage zum Thema Arbeitsschutz während der Corona-Pandemie! Lesen Sie den Aufruf der Krankenschwester und Studentin der Gesundheitswissenschaft (LMU München) Yvette Jegodka

Inhaltsverzeichnis

Liebe Pflegekräfte, liebe Kolleginnen und Kollegen,

ich arbeite momentan in der stationären Intensivkrankenpflege in Berlin. Im Rahmen meines berufsbegleitenden Studiums der Gesundheitswissenschaften (Schwerpunkt Gesundheitsförderung und Prävention in Berlin und München) starte ich für meine Masterarbeit eine bundesweite Umfrage zum Arbeitsschutz von Pflegekräften. Der offizielle Titel meiner Masterarbeit lautet: „Klima-Anpassungsstrategien zum Hitzeschutz von Pflegekräften beim Arbeiten in Schutzkleidung in Zeiten von SARS-CoV-2“

Hier geht's zur Umfrage

Das Thema Arbeitsschutz von Pflegekräften ist in diesem Sommer meiner Meinung nach besonders brisant. Der Klimawandel und die dadurch vermutlich vermehrt auftretenden Hitzewellen könnten langfristig zu einer zusätzlichen Arbeitsbelastung führen. Dies wird durch die Corona-Pandemie, sprich, die neue Infektionssituation mit SARS-CoV-2 noch verstärkt, da das vermehrte Tragen von persönlicher Schutzkleidung die Wärmebelastung erhöht. Der Arbeitsschutz von Pflegekräften ist oftmals nicht ausreichend sichergestellt und wurde mit Ausbruch der Corona-Pandemie pandemiebedingt teilweise sogar ausgehebelt (Personaluntergrenzen, Arbeitszeitregelungen, Schutzmaterialien, Quarantäneregelungen).

Es sollen Handlungsempfehlungen aus der Umfrage resultieren

Der Fragebogen soll, dazu dienen, die aktuelle Arbeitssituation in den verschiedenen Pflegebereichen (Klinik, Heim, ambulante Pflege) in Bezug auf Hitzeschutz zu erfassen, Probleme zu identifizieren, um möglichst nachhaltige Lösungswege in Form von Handlungsempfehlungen zu entwickeln.

Gibt es an Ihrem Arbeitsplatz Schulungen und Aktionspläne zu Hitzeschutz?

Mich würde beispielsweise interessieren, ob es regelmäßige Schulungen der Mitarbeiter zum Hitzeschutz in euren Arbeitsbereichen gibt. Aktionspläne zum Hitzeschutz sind gesetzlich vorgeschrieben, werden jedoch vermutlich auf Betriebsebene oftmals nicht umgesetzt.

Warum mich das Thema Arbeitsschutz und Hitzeschutz so interessiert

Mir fällt in meinem Berufsalltag immer wieder auf, dass aufgrund von Personalmangel die Arbeitsschutzmaßnahmen nicht so leicht einzuhalten sind. Eine gute Ausstattung des Arbeitsplatzes und eine gesundheitsförderliche Organisation der Arbeitsprozesse sowie Investition in den Mitarbeiterschutz sind wichtige Aspekte der Fürsorgepflicht seitens des Arbeitgebers und ein bedeutsames Zeichen der Wertschätzung dem Pflegepersonal gegenüber. Ein guter Arbeitsschutz bildet eine wichtige Grundlage für Arbeitszufriedenheit und wirkt sich unmittelbar auf eine gute Arbeitsqualität in der Patientenversorgung und Patientensicherheit aus.

Ich möchte Wege aufzeigen, wie sich die Arbeitsbedingungen und der betriebliche Gesundheitsschutz verbessern lassen. Die wirtschaftlichen Interessen der Gesundheitseinrichtungen, aber auch die Bedarfe in der Patientenversorgung dürfen nicht zu Lasten der Gesundheit der Mitarbeiter gehen.

Es muss mehr Fortbildungen zum Arbeitsschutz geben!

Ich denke, es ist wichtig, Mitarbeiter als zentrale Ressource des Unternehmens zu sehen, regelmäßige Schulungen abzuhalten, und die Investitionen zum Arbeitsschutz, um Fortbildungen und weitere Maßnahmen zu ergänzen. Zufriedene Mitarbeiter bleiben ihren Unternehmen lange verbunden und bilden die Grundlage für eine qualitativ hochwertige Patientenversorgung!

Ich hoffe, ich habe euer Interesse an diesem Thema geweckt. Über eine rege Teilnahme an der Umfrage würde ich mich sehr freuen, um möglichst aussagekräftige Informationen zu erhalten. Ich bin sehr gespannt auf Eure Erfahrungen und Meinungen. Im Voraus hier schon mal ein herzliches Dankeschön dafür.

Zu meiner Person

Seit 2008 bin ich in der Pflege tätig, anfangs in einer betreuten Wohngemeinschaft für Demenzkranke, wo ich Pflegehelferin in der stationären Langzeitpflege war. Nach der Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin war ich in einem Krankenhaus auf einer Normalstation mit nephrologischem Schwerpunkt tätig. Seit fünf Jahren arbeite ich inzwischen auf einer neurochirurgischen Intensivstation.

Beste kollegiale Grüße Yvette Jegodka

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