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Foto: Matthew Feeney/Unsplash
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Pflege und Politik

Welche 810 Einrichtungen in der Krise stecken 

Erfahren Sie, wo in Deutschland es 2023 Insolvenzen und Schließungen in der Altenpflege gegeben hat, schauen Sie sich die „Deutschlandkarte Heimsterben“ des Arbeitgeberverbands Pflege an

Hier geht es zur „Deutschlandkarte Heimsterben“ des Arbeitgeberverbands Pflege (AGVP)

Hier die AGVP-Übersicht über die Zahlen:

  • Schließungen Pflegeheime: 88
  • Schließungen ambulante Dienste: 24
  •  Schließungen Tagespflege: 28
  • Schließungen Betreutes Wohnen/Senioren WGs: 12
  • Schließungen insgesamt: 152
  • Insolvenzen ambulante Dienste: 143
  • Insolvenzen Pflegeheime: 247
  • Insolvenzen Tagespflege: 85
  • Insolvenzen Betreutes Wohnen/Senioren WGs: 183
  • Insolvenzen insgesamt: 658    

Für die Zählung hat der AGVP ein Medienmonitoring gewählt und lokale, regionale und Überregionale Meldungen ausgewertet. Es sei von einer Untererfassung auszugehen, kommentiert der AGVP seine Auswertung, da in Zeitungen und anderen Medien nicht immer über Schließungen von Einrichtungen in der Altenpflege berichtet werde, gerade über Schließungen und Insolvenzen von ambulanten Diensten werde kaum berichtet.

Jobportal pflegen-online.de empfiehlt:

Häufig gebe es in der Langzeitpflege Mischeinrichtungen, die verschiedene Services (Tagespflege, ambulant, stationär) anböten – diese wurden separat erfasst.

Wie so viele Trägerverbände fordert auch der Arbeitgeberverband Pflege, dessen Mitglieder private Träger sind, ein Einschreiten der Politik, um die Lage der Pflegeheime und ambulanten Dienste zu verbessern. Um seinem Appell Nachdruck zu verleihen, hat er jetzt eine Liste mit den Altenpflege-Einrichtungen veröffentlicht, die

  • bereits geschlossen haben
  • Insolvenz angemeldet haben
  • ihr Angebot eingeschränkt haben

Die Kritik des AGVP im Wortlaut: „Die Kassen erkennen Preissteigerungen für die Heime und Dienste nicht an, obwohl die Inflation für jeden spürbar ist. Sozialämter verschieben die Begleichung offener Rechnungen bei Pflegeeinrichtungen auf den Sankt Nimmerleinstag. Und die Politik schaut ungerührt zu, wie eine Pflegeeinrichtung nach der anderen den Bach runter geht und damit die Versorgungssicherheit. Wie lang müssen die Wartelisten in den Heimen werden, bis die Bundesregierung handelt? Wie viele Pflegebedürftige müssen ihr Zuhause verlieren, damit erkannt wird, dass ohne wirtschaftlich gesunde Pflegeunternehmen die Menschen auf der Strecke bleiben, die unser Land aufgebaut haben und jetzt unsere Zuwendung benötigen?

Die Bundesregierung muss aufwachen und die Krise angehen. Wir fordern eine sofortige Generalüberholung der Pflegefinanzierung, um das Heimsterben zu stoppen, ein Pflegeplatz-Monitoring, damit jeder sich ein Bild über die Versorgung vor Ort machen kann und einen Rechtsanspruch auf einen Pflegeplatz, damit die Menschen sich wieder darauf verlassen können, dass man sie nicht im Stich lässt, wenn sie pflegebedürftig werden.“

Autorin: kig

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