Fotos von eigenen Mitarbeitern und Bewohnern verleihen der Website Wärme und Authentizität.    
Foto: © Bremer Heimstiftung
Fotos von eigenen Mitarbeitern und Bewohnern verleihen der Website Wärme und Authentizität.    

Personalakquise

Web-Auftritt: 10 Tipps für  Pflegedienste und Heime

Was muss man tun, damit die Website bei potenziellen Bewerbern und Kunden gut ankommt? Wir haben bei care & creation angefragt, einer auf Altenpflege spezialisierten Werbeagentur

Wie man diese gestaltet und pflegt, erklären Anna-Carina Thygs und Ulrich Zerhusen von care & creation, einer Werbeagentur aus Hamburg, die sich auf Pflegedienste und Pflegeheime spezialisiert hat.

Website: 5 Tipps für die Fotoauswahl

Bilder machen eine Website erst lebendig und können auf den ersten Blick schon eine große Wirkung erzielen. Anna-Carina Thygs: „Investieren Sie in gute Fotos und Texte. Das kann langfristiger und wirkungsvoller sein, als regelmäßige Stellenanzeigen zu schalten.“

Deswegen gibt die Expertin fünf Tipps für den besten ersten Eindruck:

Jobportal pflegen-online.de empfiehlt:

  1.  Zeigen Sie ihr Personal! Denn was ist überzeugender, als Mitarbeiter, die gerne öffentlich zu ihrem Arbeitgeber stehen?
  2. Punkten Sie sofort! Die wichtigsten Fotos sind die auf der Startseite. Zeiten Sie hier unbedingt echte Menschen und Interaktion, um emotional zu punkten. Bitte keine Gebäude, die Autoflotte oder eingekaufte Bilder einstellen.
  3.  Bleiben Sie authentisch! Lassen Sie den Fotografen sogenannte Reportage-Fotos schießen. Sie zeigen echte Alltagsszenen und sollen wirken, als wäre die Kamera gar nicht da
  4. Denken Sie langfristig! Lassen Sie von den Teammitgliedern lieber Einzel- statt Gruppenfotos erstellen. So können Sie Fotos unkompliziert tauschen, beispielsweise bei Fluktuation.
  5.  Beachten Sie Rechtliches! Zeigen Sie nur Menschen, die in die Erstellung und Veröffentlichung der Bilder schriftlich eingewilligt haben. Außerdem sollten aus Datenschutzgründen auf Fotos niemals persönliche Informationen wie Namen oder Medikationen zu erkennen sein. Achten Sie darauf, dass beispielsweise keine Ordner, Schriftstücke oder Dienstpläne auf Bildern zu sehen sind. Verwenden Sie nur Bildmaterial, dass Sie selbst erstellt oder für das Sie die Nutzungsrechte gekauft haben. Laden Sie niemals einfach Fotos oder Grafiken aus dem Internet herunter.

Die Bremer Heimstiftung, die lange Zeit genau dies gemacht hat – eigene Mitarbeiter und Bewohner auf Fotos gezeigt (siehe Collage ganz oben) –, ist von diesem Ansatz allerdings wieder abgerückt. Er wurde zu aufwendig: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wechseln inzwischen häufiger, so dass zu oft Fotos neu produziert und ausgewechselt werden müssen – besonders dann, wenn ihr Weggang mit Querelen verbunden war. Hinzu kommen Angehörige, die nach dem Tod ihres Familienmitglieds darum bitten, es nicht mehr auf der Internetseite zu zeigen.         

Bei Texten und Informationen die AIDA-Formel beachten

„Geschriebenes wirkt zwar weniger schnell als Fotos, kann aber ebenso stark emotional ansprechen“, erklärt Ulrich Zerhusen. „Außerdem können Texte weitreichende Informationen vermitteln.“ Im Marketing hat sich dafür die sogenannte AIDA-Formel bewährt:

A = Attention

Bilder eignen sich besonders gut, um positive Aufmerksamkeit für Texte zu erzielen. Idealerweise zeigen sie das Personal bei der alltäglichen Arbeit. Wichtig: Sie sollten authentisch und professionell gemacht sein. (siehe oben)

I = Interest

Gut gegliederte Texte wecken das Interesse weiterzulesen. Damit auch alles Wichtige schnell zu finden ist, ist eine sinnvolle Menüführung und logische Gliederung der Website nötig. Beispielsweise für Bewerber, die sofort den Link zu den aktuellen Stellenangeboten finden.

D = Desire

Grundsätzlich geht es darum, mit positiven Emotionen von Bild und Text zu überzeugen. Aber es zählen auch ganz konkrete Informationen, also die sachliche Ebene. Das können beispielsweise die konkret benannten Benefits in den Stellenangeboten sein.

A = Action

Potenziellen Bewerber und Kunden brauchen gut zugängliche Kontaktdaten, idealerweise eine oder einen konkreten Ansprechpartner (gerne mit Foto) und einen E-Mail-Link oder ein Kontaktformular.

Website-Texte, mit denen Sie neugierig machen – 5 Vorschläge

Ulrich Zerhusen regt an, in den Texten nicht nur die eigenen Leistungen aufzuzählen. „Dass Sie Ihre Profession erfüllen können, erwartet man von einem Pflegeanbieter. Legen Sie daher den Fokus mehr auf Ihre Unternehmenswerte.“

Mögliche Fragen, auf die Sie eingehen können, um Interesse zu wecken:

  • Was bedeutet gute Pflege für Sie?  
  • Warum machen Sie, was Sie machen?
  • Welche Menschen und welche Leitmotive prägen Ihr Unternehmen?
  • Was möchten Sie für Ihre Kunden und Mitarbeitenden sein?
  • Was macht Sie besonders und unterscheidet Sie von Mitbewerbern?

Mit solchen Informationen können sich potenzielle Bewerberinnen und Kunden ein viel emotionaleres Bild machen. Aber Vorsicht: Vermeiden Sie Floskeln wie „Bei uns steht der Mensch im Mittelpunkt“ und „Pflege mit Herz und Verstand“. Diese sind so inflationär verwendet worden, dass sie einfallslos und beliebig wirken. Formulieren Sie Ihre Texte auch so konkret wie möglich, vermeiden Sie bürokratische Sprache (die zu Betreuenden, Pflegeempfänger) und Jargon. Versetzen Sie sich bei allem, was Sie schreiben, in Ihre Leserinnen und Leser hinein. 

Ein Blog ist gut fürs Suchmaschinen-Ranking

Ein Blog ist eine tolle Möglichkeit, den Website-Besuchern einen aktuellen Eindruck des Pflegedienstes zu vermitteln. Es geht dabei weniger um die perfekte Inszenierung, als vielmehr um einen Blick hinter die Kulissen. Dementsprechend kann man beispielsweise auch Handyfotos und Schnappschüsse einstellen. Anna-Carina Thygs erklärt: „Rein technisch ist ein Blog von Vorteil, denn Suchmaschinen belohnen Websites mit aktuellen Einträgen mit einer besseren Platzierung. Dies kann ein Vorteil gegenüber der Konkurrenz sein.“ Doch sie sieht auch einen Nachteil: „Ein Blog macht viel Arbeit.“ Es müsse daher eine verantwortliche Person geben, die dafür zuständig sei. Diese sollte ein Händchen für Texte haben, fotografieren können und stets über die aktuellen Geschehnisse im Unternehmen im Bilde sein.

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Beispiele für Blog-Themen

„Ein interdisziplinärer Austausch ist hier wichtig und sollte bei den Ressourcen eingeplant werden. Die Themenvielfalt ist nahezu grenzenlos. Sie können im Blog sowohl von Feiern berichten als auch von Jubiläen,  Mitarbeitenden, neuen Teammitgliedern, regionalen und historischen Themen und vielem mehr“, zählt Anna-Carina Thygs auf. Doch wenn es sowieso schon wenig zeitliche Ressourcen und kein passendes Personal gibt, ist es besser auf einen Blog zu verzichten. „Es wirkt ehrlicher und auch positiver für Besucher Ihrer Seite, wenn Sie mit authentischen Fotos und Texten überzeugen, statt mit alten Blogbeiträgen.“

Autorin: Melanie Thalheim

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