30 Jahre Mauerfall

Was in der DDR in der Pflege besser klappte ...

... und was schlechter. Katrin Weigelt, Pflegedienstleiterin am Universitätsklinikum Dresden, erzählt wie sie die Wende erlebte

Inhaltsverzeichnis

Nach der Grenzöffnung nach Ungarn im Sommer 1989 begann für uns eine schwierige Zeit: Im Klinikum Dresden kam es zu einem beispielhaften Exodus. Wie wussten nie, wer am nächsten Morgen noch kam. Von jetzt auf gleich fehlten Ärzte und Pflegekräfte, die sich Hals über Kopf über Ungarn in den Westen aufmachten.

Alle weg - im Sommer 1989 allein für 56 Kinder zuständig

Wir Dagebliebenen hielten die Stellung auf der Kinderstation. Durch den plötzlichen Personalmangel musste ich mich zeitweise um bis zu 56 Patienten kümmern. Doch das hatte mich eher angespornt. Schließlich waren wir es ja gewohnt zu improvisieren, auf den Mangel mit Kreativität zu antworten, einer speziell ostdeutschen Fähigkeit!

Plötzlich gab es moderne Materialien

Mit der Wende ging es dann im Halbjahrestakt bergauf. Durch die Schließung der Polikliniken bekamen wir wieder Ärzte und Krankenschwestern. Moderne Materialien und technische Einrichtungen waren auf einmal auf den Stationen verfügbar. Das erleichterte uns das Leben auf der Station ernorm.

Gehälter stiegen kräftig

Auch die Gehälter der Pflegekräfte stiegen schnell an: Als ich 1979 anfing bekam ich 375 Ostmark. Als dann 1990 die Wende kam, verdiente ein Pfleger oder Krankenschwester schon über 1.200 D-Mark. Das war 1990 relativ viel Geld, denn zum Beispiel Mieten und Dienstleistungen waren zu dieser Zeit noch auf DDR-Niveau.

Zusammenarbeit mit Ärzten klappte in der DDR besser

Ich finde aber, es gibt auch eine Kehrseite der Wende. Vieles ist heute viel komplexer und vielfältiger als zu DDR-Zeiten. Damals war unsere Zusammenarbeit mit dem ärztlichen Dienst viel disziplinierter und störungsfreier, es gab einfach klare Regeln des Zusammenarbeitens. Heute gibt es viel mehr Konflikte zwischen Ärzten und Pflegepersonal. Jeder denkt, er muss bei allem mitreden.

Protokoll: Karoline Amon

Foto: Thomas Albrecht

30 Jahre Mauerfall

In der DDR haben wir Tupfer selbst gemacht

Und was passierte mit Spritzen, Gummihandschuhen und Mullbinden? Edith Müller, bis vor Kurzem Krankenschwester im Klinikum Eichsfeld, erzählt

30 Jahre Mauerfall

Patienten sehen uns jetzt eher als Dienstleister

Mit der Wende kamen Dokumentation und Zeitdruck. Das macht Patienten oft unleidlich, meint Gerda Lücke, Krankenschwester im Eichsfeld Klinikum (Thüringen)

30 Jahre Mauerfall

Im Osten dürfen Pflegekräfte mehr ...

... Blut abnehmen zum Beispiel. Rudi Peter (Foto unten), Ausbildungsleiter für Pflegekräfte im Klinikum Eichsfeld, erzählt, wie er die DDR-Zeit und die Wende erlebte

Serie Soft-Skills

Tipp 19: So klappt die Zusammenarbeit mit dem Arzt

Ob Notfall oder Alltag: Viele Situationen wenden sich zum Guten, wenn Sie es schaffen, den Arzt auf Ihre Seite zu ziehen. Ein Kompliment kann da Wunder wirken. Wertschätzung heißt das Zauberwort.

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