Fehlende oder schwammige Angaben zum Gehalt mögen Pflegekräfte überhaupt nicht.  
Foto: Daniel Bergs
Fehlende oder schwammige Angaben zum Gehalt mögen Pflegekräfte überhaupt nicht.  

Beruf und Karriere

Was Bewerber vergrault: Fehlende Gehaltsangaben

Von über 1.000 Bewerbern haben 71 Prozent in einer Umfrage gesagt, dass sie sich in Sachen Gehalt genaue Angaben in Stellenanzeigen wünschen. Manche verzichten sogar auf eine Bewerbungen, wenn sie fehlen    

Eine ungefähre Gehaltsangabe wünschen sich sogar 82 Prozent der 1.026 Teilnehmer in der Befragung des Personaldienstleisters Königsteiner Gruppe. Vage Formulierungen wie „attraktiv“ oder „fair“, wie sie häufig in Stellenanzeigen zu lesen sind, mögen Jobsuchende gar nicht: Über jeder fünfte Bewerber (22 Prozent) lehnt es kategorisch ab, sich bei einem Arbeitgeber zu bewerben, der so unkonkrete Gehaltsangaben macht. „29 Prozent ziehen es immerhin noch in Betracht“, heißt es bei der Königsteiner Gruppe.

Auch in den Umfragen von pflegen-online hat sich gezeigt, dass Pflegekräfte konkrete Gehaltsangaben in Stellenanzeigen vermissen. Oft ärgern sie sich regelrecht, wenn das Gehalt im Dunkeln bleibt. So haben in einer Umfrage, in der Pflegekräfte auch zu Kommentaren aufgerufen wurden, wohl fast die Hälfte die unpräzisen Angaben kritisiert und sich über Standrad-Formulierungen wie „leistungsgerechtes Gehalt“ und „angemessene Bezahlung“ geärgert.

Deutsche Unternehmen reden nicht gern übers Gehalt

„Der deutsche Arbeitsmarkt ist im internationalen Vergleich einer der wenigen, in denen Arbeitgeber im Recruiting tatsächlich noch auf Gehaltstransparenz verzichten. Doch dieses Thema wird nicht mehr lange tabuisiert werden können. Durch den Fachkräftemangel werden Arbeitgeber früher oder später nicht umhinkommen, dem Wunsch der Bewerberinnen und Bewerber entgegenzukommen und das Gehalt bereits in Stellenanzeigen offenzulegen.  Umworbene Talente möchten wissen, was sie im Falle eines Jobwechsels verdienen“, so Nils Wagener, Geschäftsführer der Königsteiner Gruppe in einer Pressemitteilung.

Jobportal pflegen-online.de empfiehlt:

In der Gesundheits- und Pflegebranche gibt es inzwischen durchaus einige Träger, die auf ihren Websites Gehaltsangaben machen, etwa die Pflegeheime Esslingen, das DRK Berlin, die Uniklinik Düsseldorf, die München Klinik und viele mehr. In Stellenanzeigen hingegen sind Gehaltsangaben noch rar, sie beschränken sich meistens Aussagen wie „eine Eingruppierung nach TVöD“.

Über die Königsteiner-Befragung

Die 1.026 Teilnehmer der Befragung „Stellenanzeigen 2023“ haben sich innerhalb der zurückliegenden zwölf Monate mindestens einmal bei einem Arbeitgeber beworben. 51 Prozent waren weiblich, 49 Prozent männlich, Durchschnittsalter: 39,8 Jahre. Stattgefunden hat die Befragung im Mai 2023. 

Autorin: kig

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