Große Umfrage in NRW

Warum diese vier Pflegekräfte Ja zur Kammer sagen

Funktionärskram? Von wegen: Stefanie Klein, Sabine Torgler, Jeannine Fasold und Alexander Jorde (v.l.) arbeiten direkt am Patientenbett. Lesen Sie ihre Testimonials für eine Pflegekammer in Nordrhein-Westfalen.

In NRW würde eine Pflegekammer mit schätzungsweise über 200.000 Pflegefachpersonen zahlenmäßig die größte in der Bundesrepublik sein. In diesen Tagen startet die Befragung des Sozialministeriums zur Kammer: Rund 1.500 repräsentativ ausgewählte Pflegefachpersonen werden nach ihrer Meinung zur Interessenvertretung gefragt: Wünschen Sie sich grundsätzliche eine? Und wenn ja: Als Pflegekammer oder als „bayrisches Alternativmodell“ (freiwilliger Zusammenschluss - Pflegering). Diese vier Pflegekräfte unterstützen die Umfrage in NRW als Testimonials.

Stefanie Klein (38), Fachkrankenschwester für Anästhesie- und Intensivpflege/Praxisanleiterin, ITS im Marienhaus – Klinikum im Kreis Ahrweiler:

„Die Regulierung meines Berufsstandes durch Fachfremde muss ein Ende haben. Wir brauchen eine durchsetzungsfähige Interessenvertretung, die sich mit politischen Entscheidungsträgern und den anderen Professionen des Gesundheitssystems auf Augenhöhe begegnet.“

Sabine Torgler (45), Registered Nurse (UK)/Dipl. Pflegewirtin, University Hospitals Bristol, Director of English for Nurses Ltd.:

„Ich arbeite seit 13 Jahren in England. Dort wird unser Beruf geschätzt, die Kollegen strahlen Selbstbewusstsein aus. Und warum? Weil es seit 1916 eine Pflegekammer gibt, die uns autonom macht. Es wird Zeit, dass Pflegekräfte in Deutschland endlich begreifen, welch eine Chance die Pflegekammer ist.“

Jeannine Fasold (45), Kinderkrankenschwester, Krankenhaus Rummelsberg (Sana) in Mittelfranken:

„Wir brauchen eine zentrale Stelle, die sich für die Pflegequalität verantwortlich zeigt und bei Verstößen berechtigt ist einzuschreiten – eigentlich ganz analog zur Ärztekammer. Eine Kammer wäre für uns Pflegefachpersonen außerdem ein starker Partner, wenn es um unsere Karrieremöglichkeiten, Rechten und Pflichten geht.“

Alexander Jorde (22), Auszubildender zum Gesundheits- und Krankenpfleger (3. Jahr), St. Bernward Krankenhaus in Hildesheim:

„Ich bin für die Pflegekammer, weil sie die Chance bietet, die professionelle Pflege auf politischer Ebene als starke Lobby zu vertreten. Es braucht endlich mehr Organisation und Zusammenschluss in der Pflege. Berufspolitisch, gewerkschaftlich und in der Kammer. Wir dürfen die Verantwortung nicht länger nur der Politik überlassen.“

Die Testimonial sind erstmals im Magazin der Pflegekammer Rheinland-Pfalz erschienen (Ausgabe 10) - zusammen mit Grafiken, die die Vor- und Nachteile von Kammer und bayrischem Alternativmodell gegenüberstellen.

Fotos: alle privat

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