Beruf und Karriere

„Unsere Mitarbeiter bevorzugen Online-Fortbildungen“

Auch in der Altenpflege gibt es einen Trend zu Online-Fortbildungen. Das Seniorenzentrum St. Martinus der Caritas Rhein-Erft hat sich darauf bereites eingestellt. Ein Interview mit Einrichtungsleiter Jan-Henderik Boonstra

Herr Boonstra, finden bei Ihnen Fortbildungen vor Ort oder online statt?

Bei uns können die jährlichen Pflichtfortbildungen, also Themen wie „Erste Hilfe“, „Infektionsschutzgesetz“ und die „Unterweisung in Bio- und Gefahrenstoffen“ als E-Learning Angebot wahrgenommen werden. Gleiches gilt für Seminare zu Expertenstandards, spezifisch aus der Pflege wie „Mangelernährung“ und „Sturzprophylaxe“. 

Wählen die Mitarbeiter ihre Fortbildungen selbst aus?

Uns ist sehr wichtig, dass wir immer wieder über die individuellen Bedürfnisse unserer Mitarbeiter sprechen, was das Thema Weiterbildung angeht. Das passiert beispielsweise in den Jahresgesprächen. Aber auch unter der Zeit ergibt sich hier mal der ein oder andere Bedarf. Der Wunsch der Mitarbeiter steht dabei für uns an erster Stelle.

Bevorzugen Ihre Mitarbeiter eher Präsenz- oder Onlinefortbildungen?

Hier in der Einrichtung kommen die Onlinefortbildungen sehr gut an. Bevor wir diese Mitte 2022 einführen konnten, mussten wir natürlich gewisse Rahmenbedingungen festlegen, wie beispielsweise den Datenschutz. Danach haben wir verschiedene Schulungstermine angeboten, bei denen die Mitarbeiter den Umgang mit dem E-Learning-Programm üben konnten. Das wurde sehr gut angenommen und aktiv genutzt.

Warum sind Onlinefortbildungen so beliebt?

Der große Vorteil beim E-Learning ist einfach die zeitliche und räumliche Flexibilität. Man kann die Fortbildung also auch in seiner Freizeit zu Hause machen. Und zwar zu einem Zeitpunkt, an dem man die nötige Konzentration aufbringen kann und nicht nach einer anstrengenden Schicht in der Einrichtung. Die Zeit, die Mitarbeiter für die Fortbildung investieren, wird aber trotzdem dem Arbeitszeitkonto gutgeschrieben.

Ihre Mitarbeiter machen die Fortbildungen also zu Hause? Teils, teils. Einige machen gerne vieles zu Hause. Aber wer beispielsweise keinen eigenen Computer hat oder nicht ausreichend Platz und Ruhe zum Lernen, kann auch hier bei uns im Schulungsraum arbeiten.

Die Mitarbeiter kommen also mit den Onlinefortbildungen gut zurecht?

Ja, auf jeden Fall. Anfangs brauchte es natürlich eine gewisse Anlaufzeit. Und wenn heute eine Frage oder eine Schwierigkeit auftritt, stehen wir natürlich mit Rat und Tat zur Seite.

Sehen Sie generell einen Unterschied zwischen Online- und Präsenzfortbildungen?

Nein, eigentlich nicht. Im Arbeitsergebnis sehen wir keine Unterschiede. Wir müssen unseren Mitarbeitern natürlich vertrauen, dass sie die Inhalte des Lehrvideos wirklich aufnehmen und sich nicht am Ende einfach nur durch die Fragen klicken. Das sollte aber selbstverständlich sein.

Sehen Sie bei Onlinefortbildungen auch Nachteile?

Nein. Uns ist allerdings wichtig, dass wir auch bei der Weiterbildung den Kontakt zu den Mitarbeitern nicht verlieren. Daher setzen wir auf eine gesunde Mischung aus Onlinelernen und Präsenzseminaren.

Gibt es noch Inhalte, die sie sich als Onlinefortbildung wünschen?

Wir haben einen spezialisierten Anbieter für unsere Weiterbildungen gefunden und sehen alle unsere Themen gut abgedeckt. Durch die Corona-Pandemie haben die Anbieter ihre Angebote nochmal deutlich ausgebaut. Heute findet man bis zu 50 fachspezifische Themen, von „kultursensibler Pflege“ bis hin zu „Budgetierung der Verwahr- und Bewohnergelder“. Da ist für alle unsere Mitarbeiter aus den verschiedenen Bereichen das Richtige dabei.

Interview: Melanie Thalheim

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Jan-Henderik Boonstra
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Jan-Henderik Boonstra

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