Serie Soft-Skills

Tipp 41: Vergiften Konflikte Ihre Arbeitsatmosphäre?

Oder kommunizieren die Pflegekräfte respektvoll und klar miteinander? Sie sind sich nicht sicher? Lesen Sie unsere 8-Punkte-Checkliste.

Inhaltsverzeichnis

Konflikte Ihre arbeitsatmosphäre?Ohne Kommunikation, also ohne Gespräche, Mitteilungen und Informationen läuft nichts. Sie ist wesentliches Element der Pflege, der Beziehungen und der Zusammenarbeit überhaupt. Wenn es kommunikativ in Ihrem Team in alle Richtungen brummt, schnurrt und surrt, erfahren Sie Nähe und Beziehung.

Stress, Müdigkeit und fordernde Angehörige belasten die Atmosphäre

Wenn es dagegen in der Kommunikation knirscht, knackst und klappert, empfinden Sie das schnell als unangenehm oder sogar schmerzhaft. Die Situationen, in denen im Pflegeberuf kommuniziert werden, sind teilweise sehr heikel. Kommunikation findet statt:

  • zwischen sehr müden, gestressten und abgehetzten Menschen
  • in Situationen, in denen jemand stirbt
  • mit überforderten Angehörigen, die voller Sorge, Ängste und Vorwürfe sind
  • mit Leitungskräften, die nicht immer leitungssicher sind
  • im Spannungsfeld gerontopsychiatrischer Erkrankungen
  • zwischen Tür und Angel, auf der Toilette et cetera.

Konstruktive Kommunikation macht glücklich

„Kommunikation ist nicht nur die wichtigste Schlüsselkompetenz im Berufsleben, sondern auch eine der entscheidenden Fähigkeiten für ein glückliches Privatleben und für ein nachhaltiges Überleben unserer Gesellschaft in der Zukunft”, sagt Coach und Autor Sven Sohr in dem Buch „Die Kunst der Kommunikation”. Um festzustellen, ob in Ihrer Pflegeeinrichtung eine konstruktive oder destruktive Kommunikation herrscht, ist die nachfolgende Auflistung eine gute Hilfe (vergleiche auch Karin Mager in dem Buch „Bevor Sie aus der Haut fahren”). Sie regt gleichzeitig dazu an, sich genauer mit der konstruktiven Form der Konfliktaustragung zu beschäftigen.

Destruktiv

Eine Auseinandersetzung über das Konfliktthema wird lange Zeit vermieden. (Motto: Das bringt ja doch nichts.)

Konstruktiv

Die Konfliktpartner erkennen das Problem und suchen frühzeitig nach einer einvernehmlichen Lösung.

Destruktiv

Die andere Person und ihre Bedürfnisse werden als Problem angesehen, deshalb sprechen die Beteiligten in Du-Botschaften.

Konstruktiv

Alle Beteiligten bemühen sich, Bedürfnisse, Gefühle und die eigene Sichtweise vorwurfsfrei mitzuteilen, sprechen also in Ich-Aussagen.

Destruktiv

Die Kommunikation ist indirekt und ungenau, die Lösung des Problems wird leicht aus den Augen verloren.

Konstruktiv

Die Kommunikation ist offen und direkt und auf die Lösung des Konflikts orientiert.

Destruktiv

Es bestehen nur geringe Bereitschaft und Fähigkeit, einander zuzuhören. Kontrahenten werden unterbrochen oder mundtot gemacht.

Konstruktiv

Jede Person hat ausreichend Gelegenheit, ihre Sichtweise des Problems zu schildern, und ihr wird einfühlend zugehört.

Destruktiv

Die Auseinandersetzung beginnt häufig mit dem Vorschlag von Lösungen (Beispiel: Könnten Sie Ihren Urlaub nicht um drei Wochen verlegen?)

Konstruktiv

Die Auseinandersetzung beginnt mit dem Herausarbeiten der Bedürfnisse aller Beteiligten. (Welche Urlaubswünsche bestehen?)

Destruktiv

Die Verantwortung für die eigenen negativen Gefühle, zum Beispiel Ärger, wird dem anderen angelastet.

Konstruktiv

Gefühle werden direkt ausgedrückt, ohne jedoch dem anderen die Schuld an dem Gefühl zu geben.

Destruktiv

Es wird oft mehr mit Dritten über das Problem geredet als mit dem Konfliktpartner.

Konstruktiv

Die Konfliktpartner verhandeln ausschließlich miteinander über das Problem und mögliche Lösungen.

Destruktiv

Die Zielrichtung ist recht behalten und siegen wollen.

Konstruktiv

Zielrichtung ist eine einvernehmliche Lösung (= Konsens).

Sprechen Sie Ihr Unbehagen aus

Wenn Sie im Alltag mit der Kommunikation am Arbeitsplatz nicht wohlfühlen, dann hat das viele Gründe. Hilfreich ist immer, dieses Unbehagen anzusprechen, auch wenn es Ihnen schwerfällt. Selbstverständlich sind Trainings für eine erfolgreiche Kommunikation sehr nützlich. Im geschützten professionellen Rahmen können Sie gemeinsam mit einer Trainerin üben.

Fangen Sie an! Notfalls allein

Wenn sich dieser Wunsch nach einem Training nicht erfüllt, dann können Sie selber anfangen, eine Kommunikation zu leben, die Ihnen entspricht und die Sie sich von anderen auch wünschen.

Autorinnen: Sandra Masemann/Barbara Messer (Bearbeitung für pflegen-online: Michael Handwerk)

Illustration: Andrea Wiedermann

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