Serie Soft-Skills

Tipp 4: Bewohner beschäftigen – leichter als gedacht

Es muss nicht gleich ein Ausflug sein: Im Alltag findet sich reichlich Beschäftigung für Bewohner. Zeigen Sie als Altenpflegerin einfach nur ein wenig Mut, brechen Sie aus Routinen aus.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Ihr eigener Lebenstraum? Eine große Familie? Ein schönes Eigenheim? Reisen in den Süden? Wovon Sie auch immer träumen, ein Alltag, der aus einem gleichförmigen Trott von Aufwachen, Waschen, Ankleiden, Essen und Warten besteht, wird nicht zu Ihren Lebensträumen gehören. Auch Ihre Heimbewohner haben sich ihren Lebensabend vermutlich anders vorgestellt.

Die meisten Menschen der älteren Generation haben den Krieg oder die Nachkriegszeit und die Herausforderungen von Entbehrung und Zerstörung erlebt. Sie haben Deutschland wieder aufgebaut und uns Nachkommenden den Weg geebnet. Sie haben angepackt und Verantwortung übernommen.

Bewohner wollen mitentscheiden, partizipieren

Doch im Heim müssen sich die einstigen Aktiven regelrecht ausgebremst vorkommen. Welche wirklich sinnvollen Beschäftigungen gibt es für Klienten? Wie muss es sich anfühlen, wenn man die Macht über eigene Entscheidungen abgeben und sich in die Hände anderer begeben muss? Dem Klienten bleiben nur winzige Zipfel der Selbstbestimmung: wählen zwischen Menü 1 oder Menü 2; rote Bluse oder weiße Bluse; aufstehen, nicht aufstehen; Vorhang auf oder zu oder nur ein bisschen auf – das war es auch schon.

Analysieren Sie Abläufe und Arbeitsorganisation

„Nölende" Klienten zeigen, dass Sie unzufrieden sind. Sie wollen beachtet werden und mitentscheiden. Und Sie als Pflegekraft haben die Macht, diesen Menschen ein Stück weit aus ihrer Misere zu befreien: Überlegen Sie also, wo Entscheidungsspielräume auf Seiten der Klienten wachsen können! Welche Abläufe in Ihrem Heim, in Ihrer Arbeitsorganisation könnten flexibler gestaltet werden, um Klientenwünsche stärker einzubeziehen?

Individuelle Aufstehzeiten ermöglichen

Hier ein paar Tipps, wie Sie Ihren Klienten mehr Möglichkeiten anbieten können, etwas Sinnvolles zu tun:

  • Bitten Sie eine erfahrene Mutter, die ihre Kinder allein groß gezogen hat, um einen Rat, wenn es um Ihre eigenen Kinder geht.
  • Fragen Sie den früheren Landwirt nach den Bauernregeln, wenn Sie wissen wollen, wie das Wetter in den nächsten Wochen wird.
  • Holen Sie die Klienten mit in die Küche, wenn es ans Essenkochen geht: Lassen Sie sie Kartoffeln schälen, Tische schön dekorieren, Rezeptvorschläge für die Menüs erstellen oder Kuchen backen.
  • Morgenstund' hat Gold im Mund: Versüßen Sie Frühaufstehern den Tagesbeginn, sei es mit einem Kaffee um 6:00 Uhr morgens, mit leckerem Obst, einer Zeitung oder einer Runde spazierengehen im Garten zur frühen Stunde.
  • Gönnen Sie im Gegenzug auch den Langschläfern genussvollen Start in den Tag, indem sie von Ihnen um 10:00 Uhr liebevoll geweckt werden.
  • Erlauben Sie es den Klienten, selbst gewählte Kleidung zu tragen, auch wenn es so manchem Angehörigen schwer fällt. Die Angehörigen sind die Gäste, die Klienten sind bei Ihnen zu Hause.
  • Wechseln Sie den Blickwinkel und sorgen Sie dafür, dass nicht die Arbeitsabläufe in der Küche die Essenszeiten der Klienten bestimmen. Im Fokus sollten gewohnte Essgewohnheiten stehen und nicht die starre Vorgabe, dass das Geschirr bis 13:00 Uhr gespült werden soll.

Autorinnen: Sandra Masemann/Barbara Messer (Bearbeitung für pflegen-online: Michael Handwerk)

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