Serie Soft-Skills

Tipp 39: Raus aus der Jammer-Falle!

Was für eine nervige Kollegin! Was für ein schrecklicher Regentag! Jammern erleichtert, aber es führt uns nicht weiter. Mit einer klaren Strategie können Sie dem ständigen Jammern endlich ein Ende setzen!

Inhaltsverzeichnis

Jammern scheint in Mode zu sein. Da wird zurzeit geklagt und bedauert, geschimpft und gehadert. Das kennen Sie sicher auch, oder? Vielleicht war Jammern immer schon „in”. Zumindest hat der Dichter Jerimias Gotthelf bereits vor rund 200 Jahren gesagt: „Wer Freude am Klagen hat, wird immer etwas zum Klagen finden.”

Wer jammert, sieht sich als Opfer

Natürlich tut es jedem gut, hin und wieder so richtig zu jammern. Allem Frust und allen negativen Gefühlen einfach einmal nachzugeben, kann sehr befreiend wirken und es ist angenehm, wenn da jemand ist, der zuhört und ein wenig tröstet. So weit, so gut.

Aber weiter kommen wir durch Jammern nicht. Wer jammert, sieht sich als Opfer, das nichts ändern kann. Wer jammert, fühlt sich dem ungerechten oder ärgerlichen Treiben meist hilflos ausgeliefert. Wer richtig jammert, will keine konstruktiven Vorschläge.

Jammern ist passiv

Wer jammert, macht es sich doppelt schwer. Vielen scheint es das Einfachste zu sein, über einen Missstand zu klagen und zu jammern, aber nichts dagegen zu tun. Die Vorstellung, aktiv zu werden, klingt nach Arbeit, Schwierigkeiten und Unwägbarkeiten – also nicht gerade nach einem einfachen Leben.

Jammern raubt Energie

Zugegeben, in den gewohnten Bahnen zu bleiben, erscheint uns meist einfacher und weniger riskant. Es kann alles so bleiben, wie es ist. Aber auch das kostet Kraft und Energie, denn es gefällt uns eigentlich nicht. Es kostet Kraft, immer wieder über ein Problem zu klagen. Es kostet Energie, Ratschläge abzuwehren oder zu entkräften. Denken Sie aber auch daran: Ihren Mitmenschen fällt es ebenfalls schwer, Ihr tagtägliches Gejammer zu ertragen.

Machen Sie den Selbst-Test: Sind Sie ein Jammer-Typ?

Meist sind wir uns gar nicht bewusst, dass wir jammern. Es jammert sich irgendwie von allein. Um dieser Untugend den Hahn abzudrehen, ist es gut, überhaupt erst einmal herauszufinden, ob Sie vom „Jammervirus” infiziert sind oder nicht. Unterbrechen Sie Ihre unbewusste Klage-Litanei, indem Sie damit beginnen, sich selbst zu beobachten und das wahrzunehmen, was Sie im Zusammensein mit anderen sagen. Mit ein wenig Übung wird es Ihnen möglich, in einem Gespräch quasi einen Schritt zur Seite zu treten und sich selbst zuzuhören.

Analysieren Sie Ihr Jammern!

Finden Sie heraus, was der genaue Grund dafür ist, dass Ihnen zum Jammern zumute ist und verschaffen Sie sich einen guten Überblick über das eigentliche Problem. Hier sind ein paar Denkanstöße:

  • Ich ärgere mich über ...

  • Im Einzelnen liegt das Problem in folgenden Aspekten ...

  • So müsste es sein, damit ich mich nicht ärgere ...

  • Das kann ich heute dafür tun ...

Entscheiden Sie sich: verändern, akzeptieren oder meiden!

Wenn Sie die Ursache für Ihre Klagen analysiert haben, können Sie nun aktiv etwas unternehmen, um das Jammern zu stoppen. Drei Dinge kommen in Frage:

  • Verändern Sie die Situation, tun Sie also aktiv etwas dafür, keinen Grund mehr zu haben, über die Sache zu jammern.

  • Akzeptieren Sie die Situation, so wie sie ist. Schließen Sie Ihren Frieden damit.

  • Vermeiden Sie die Situation. Gehen Sie bestimmten Menschen oder Momenten aus dem Weg. „Change it, love it or leave it” heißt dieser Rat im Englischen. Spielen Sie diese drei Möglichkeiten in Zukunft immer dann gedanklich durch, wenn Sie etwas finden, das Ihnen Unmut und ungute Gefühle bereitet. Und setzen Sie eine der drei Alternativen auch wirklich in die Tat um.

Suchen Sie sich neue, positive Gesprächsthemen

Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass sich viele unserer Gespräche um beklagenswerte Zustände drehen? So können wir uns zusammen mit anderen sehr gut über die Kollegen, die Leitungskräfte, die Kinder, die viele Arbeit, die schwer pflegebedürftigen Klienten, die Politik oder natürlich über das Wetter beklagen. Da die meisten das so gewohnt sind, gilt es nun, neue Gesprächsthemen zu finden. Reden Sie zum Beispiel einmal darüber ...

  • wie Sie dabei sind, Ihr Leben zu vereinfachen

  • welche inspirierenden Bücher Sie gelesen oder Seminare Sie besucht haben

  • welche Ideen Sie haben, um das Betriebsklima zu verbessern

Vermeiden Sie also unbedingt genau die Gesprächsthemen, die bisher vor allem zum Jammern eingeladen haben. Setzen Sie etwas Positives dagegen. Nehmen Sie den Jammernden damit den Wind aus den Segeln.

Autorinnen: Sandra Masemann/Barbara Messer (Bearbeitung für pflegen-online: Michael Handwerk)

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