Serie Soft-Skills

Tipp 34: Ärger und Missgeschick - wer weiß, wozu sie gut sind!

Eine Feier im Pflegeheim steht an, ein Kollege hat die Blumen vergessen, Sie selbst haben Ihr Redemanuskript verloren. Doch Missgeschicke bieten die Chance für Kreativität!

Inhaltsverzeichnis

Wer weiß, wozu es gut ist! Dieser Satz fällt mir immer wieder ein, wenn etwas schief geht. Erst vor wenigen Tagen erlebten wir ein treffendes Beispiel: Es war morgens, gegen 8.15 Uhr in Mainz, bei einem Bildungsträger. Wir richteten den Raum für eine Tagesveranstaltung zum Thema „Sturzprophylaxe in der Pflege” ein.

Adrenalin-Alarm: Wir haben unsere Lernplakate zu Hause vergessen!

Während eine von uns zum Blumengeschäft eilte, um einen Strauß für die Kreismitte zu kaufen, entdeckte die andere, dass wir ein wesentliches Element unserer Unterrichtsmaterialien vergessen hatten - die Lernplakate. Was nun? Aufregen und Schimpfen erzeugt schlechte Energie. Vorwürfe unter dem Motto: „Mir wäre das nicht passiert. Warum hast du nicht daran gedacht?”, schaffen Konfliktpotenzial – also auch ein denkbar schlechter Einstieg in den Tag. Schlechte Laune schwappt zudem auf die Teilnehmer über.

Ich erinnerte mich an den Satz: „Wer weiß, wozu es gut ist”. Eine Trainerkollegin sagte dies, als ich mal mit einer echten Panne mitten in Berlin saß. Nun also wieder dieser Satz. Und er wirkt. Denn er öffnet die Möglichkeit, dass nichts Schlimmes passiert ist und dass es noch eine Zukunft gibt. Mehr noch: Es gibt sogar einen Vorteil, den wir nur noch entdecken müssen.

Das Maleur hat uns angespornt zu wunderschönen Flipchart-Bögen

Das Maleur ist passiert, doch diese Sicht auf einen möglichen Vorteil schafft umgehend eine positive Atmosphäre, macht es leicht, sich zu verzeihen und setzt neue Energie und in dem oben genannten Beispiel auch neue Kreativität frei.

Denn die äußerst anschaulichen Lernplakate, die gerade für dieses Thema neu erstellt worden sind, fehlten. Das, was Sie eventuell in einer Powerpoint-Präsentation, auf der altbewährten Overheadfolie oder ganz anderen Medien präsentiert bekommen, stand bei uns zu Hause im Materiallager.

Was also tun? Als Ausgleich entwickelten wir die kreativsten und schönsten Flipchart-Bögen, die es in unseren Trainings je gegeben hat. Die Teilnehmer hatten ausreichend Zeit, den Inhalten und unseren Gedanken zu folgen, und wir wurden Meisterinnen darin, diese auf den Punkt zu bringen.

Wer Raum für Improvisation einplant, fördert die Kreativität!

Diese kleine Geschichte aus dem wirklichen Leben macht deutlich, welche Mög lichkeiten und Bereicherungen in der „Alltagsimprovisation” stecken. Und nicht nur das. Es fördert unsere Erkenntnis, dass es sich lohnt, vieles offen zu lassen und Raum für Ungewisses einzuplanen.

Wir gehen sogar noch weiter, denn wir planen jetzt bewusst Phasen von Improvisation in unsere Veranstaltungen für Pflegekräfte ein. Im Klartext heißt das, wir sorgen im Vorfeld des Trainings bewusst für „Nicht-zu-Ende-Gedachtes” und „Nicht-Zu-Ende-Vorbereitetes”, damit wir improvisieren müssen.

Der Satz „Wer weiß, wozu es gut ist” wirkt mittlerweile wie eine Magen- oder Kopfschmerztablette. Der Satz nimmt einem Moment von fehlender Zuversicht die Negation oder den Druck. Er räumt ein, dass es sehr wohl einen Sinn hat, dass es diese vermeintlich unangenehme Situation gibt. Sie ist zu etwas gut. Mittlerweile wirkt dieser Satz wie ein gesundes Aufputschmittel „Wer weiß, wozu es gut ist” - dieser Satz soll Sie alle anstiften, sich noch öfter ins Ungewisse zu stürzen.

Autorinnen: Sandra Masemann/Barbara Messer (Bearbeitung für pflegen-online: Michael Handwerk)

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