Kommunikation

Tipp 21: So gewinnen Sie den Arzt für sich

Auf den Arzt stürmen täglich tausend Anforderungen ein. Wie können Sie als Pflegekraft den Arzt auf Ihre Seite ziehen? Sie müssen den richtigen Ton treffen und Sie müssen klar sagen, was Sache ist!

Denken Sie bitte einmal kurz an Ihre Kindheit zurück. An Momente, als Sie unbedingt etwas wollten, was Ihre Eltern überhaupt nicht wollten. Sie, das Kind, wollten länger aufbleiben, vor dem Mittagessen ein Eis haben, eine Hausarbeit nicht machen oder mit der Freundin einfach länger spielen. Die Eltern waren strikt degegen. Sicherlich waren Sie oft erfolgreich dabei, Ihre Eltern rumzukriegen. Wie Ihnen das gelungen ist? Sie haben ganz gezielt Strategien genutzt, um Ihre Eltern zu überzeugen. Sie wussten, wie Sie mit Ihrem Vater und wie Sie mit Ihrer Mutter sprechen mussten, um zum Ziel zu kommen. Sie wussten, wie die Eltern emotional tickten und auf welche Signalwörter sie reagierten. Was noch wichtiger war: Sie haben sich einfach etwas gewünscht und das auch klar gesagt.

47 Tipps für die erfolgreiche Pflegekraft

Wie gehen ich mit Ärzten, Angehörigen und Kollegen um? Wie bereite ich ein Meeting vor? Wie vermeide ich Burnout? Schauen Sie in unsere Soft-Skill-Serie
Artikel lesen >

Was sagt uns das? Sie haben schon seit vielen Jahren alle Kompetenzen in sich, um andere für sich und Ihre Wünsche zu gewinnen. Sie müssen vor allem darauf achten, den richtigen Ton zu treffen und Klartext zu reden:

  • Formulieren Sie klar und deutlich, was Sie wünschen: „Herr Dr. Martin, Frau Wedekind klagt seit 7:00 Uhr über starke Schmerzen im linken Bein, ohne dass es eine erkennbare Ursache gibt. Ich brauche Ihre Einschätzung, kommen Sie bitte im Laufe des Vormittages vorbei.”
  • Lernen Sie die Sprache Ihres Arztes und achten Sie darauf, welche bestimmten Wörter, Sprichwörter und individuellen Aussprüche oder Signalwörter er benutzt. Nutzen Sie eine ähnliche Sprache und Ihr Gegenüber hat den Eindruck „Wir verstehen uns”.
  • Fassen Sie zusammen, was Sie verstanden haben. Das zeigt dem Arzt, dass Sie mit Ihrer Aufmerksamkeit da sind. „Herr Dr. Martin, habe ich richtig verstanden, dass Sie der Meinung sind, dass Frau Wedekinds Schmerzen keine organische Ursache haben können?”
  • Zeigen Sie Verständnis für die Situation des Arztes. „Herr Dr. Wegner, mir ist bewusst, dass Sie gestern schon hier waren und viele Patienten zu versorgen haben. Sicherlich müssen Sie dort immer wieder abwägen, was wichtiger ist, wer warten kann.”
  • Geben Sie aufrichtige Wertschätzung: „Herr Dr. Brandt, unsere Patienten fühlen sich sicher in Ihren Händen und vertrauen darauf, dass Sie die richtigen Entscheidungen treffen. Sie haben eine wunderbare Art, auf die Ängste der Patienten einzugehen.”
  • Achten Sie auf Ihre Stimme: Mal ist ein freundlicher Ton angebracht, mal ist es eher die klare und feste Stimme, die Sie zum Ziel führt.
  • Hören Sie genau hin, wenn der Arzt spricht: Klingt er gestresst, entspannt, überfordert oder souverän? Sie können sich stimmlich anpassen oder ausgleichen, das schafft Nähe zum Gegenüber.

Autorinnen: Sandra Masemann/Barbara Messer (Bearbeitung für pflegen-online: Michael Handwerk)

Wir haben noch mehr für Sie!

Antworten und Impulse für die Pflegeprofession gibt es auch direkt ins Postfach: praxisnah, übersichtlich und auf den Punkt.
Melden Sie sich jetzt für den pflegebrief an - schnell und kostenlos!
Wir geben Ihre Daten nicht an Dritte weiter. Die Übermittlung erfolgt verschlüsselt. Zu statistischen Zwecken führen wir ein anonymisiertes Link-Tracking durch.