Serie Soft-Skills

Tipp 17: Wechseln Sie in die Schuhe Ihres Vorgesetzten

Alles eine Frage der Perspektive: Wenn die Interessen von Pflegekraft und Vorgesetztem aufeinanderprallen, hilft es weiter, wenn beide einmal die Perspektive des anderen einnehmen. Und das ist gar nicht so schwer!

Inhaltsverzeichnis

„Großer Geist, bewahre mich davor, über einen Menschen zu urteilen, ehe ich nicht eine Meile in seinen Mokassins gegangen bin.“ Diese indianische Weisheit sollten Sie auf Ihre Vorgesetzten anwenden, wenn Sie deren Verhalten unmöglich oder völlig unverständlich finden. Was steckt hinter dem weisen Satz aus dem Wilden Westen? Ganz einfach: Sie können nicht über einen anderen urteilen, weil Sie nicht in seiner Haut leben, sondern ihn nur von außen wahrnehmen.

Probleme lösen mit NLP

„Die Schuhe des anderen“ ist eine Technik des Neurolinguistischen Programmierens (NLP). Dies ist ein Kommunikationsmodell, das eine Vielzahl von effektiven und leicht umsetzbaren Methoden anbietet, die die Kommunikation in Beruf und Alltag erleichtern. So bietet NLP eine einfache und wirksame Methode, um die Wahrnehmungs-Perspektive zu wechseln. Es gibt aus Sicht des NLP drei Wahrnehmungspositionen, von denen jede Position gleichermaßen wichtig ist, da sie bestimmte Aufgaben erfüllt:

  • Erste Wahrnehmungsposition (Ich): Von hier aus erleben und empfinden Sie die Welt aus Ihrer eigenen Perspektive, aus Ihrem Blickwinkel. Hier stehen Ihre eigenen Gefühle und Bedürfnisse im Zentrum. Zum Beispiel: „Ich finde es einfach blöd, dass ich schon wieder angerufen werde, um einzuspringen. Ich habe keine Lust.“
  • Zweite Wahrnehmungsposition (Du): Wenn Sie in diese Position hineinschlüpfen, empfinden Sie die Situation aus Sicht Ihres Gegenübers. Also zum Beispiel aus Sicht ihres Vorgesetzten. Diese Position hilft Ihnen, sich in andere Menschen und deren Gefühle hineinzuversetzen. Hier ein Beispiel: „Ich spüre, dass meine Vorgesetzte gerade keine Ahnung hat, wie sie den Dienst abdecken soll, und dass sie sich um die Klienten sorgt.“
  • Dritte Wahrnehmungsposition (Beobachter): Hier sind Sie neutral, Sie betrachten die Situation analytisch und beobachtend, quasi als unbeteiligter Dritter ohne emotionale Beteiligung. Mit einem „klaren Kopf“ gewinnen Sie andere Erkenntnisse, die Sie in der ersten oder zweiten Position nicht wahrnehmen können.

Es ist hilfreich, die Perspektive zu wechseln

Zur Veranschaulichung wieder ein Beispiel: „Von außen betrachtet wird deutlich, dass der Konflikt sowohl der Mitarbeiterin (mir) als auch der Vorgesetzten unangenehm ist. Die Vorgesetzte muss den Dienst abdecken und weiß, dass sie ihre Mitarbeiterin aus dem Urlaub holt. Die Mitarbeiterin hat keine Lust, möchte aber natürlich die Kollegen und Klienten nicht hängen lassen. Beide sind mit guter Absicht unterwegs. Vielleicht wäre ein Deal zwischen beiden möglich.“

Perspektivwechsel verhindert Frust

Je flexibler und geübter Sie darin sind, diese verschiedenen Positionen einzunehmen, desto erfolgreicher können Sie schwierige Situationen mit anderen meistern:

  • Schlüpfen Sie bewusst in alle der drei Positionen hinein. So bekommen Sie mehr Verständnis für alle Beteiligten: Sie erlauben sich Ihren eigenen Frust, können die Vorgesetzte besser verstehen und finden als Beobachterin vermutlich noch ganz neue Lösungen.
  • Nehmen Sie sich Zeit, um die verschiedenen Positionen einzunehmen, fühlen Sie sich hinein und zeigen Sie Ihrer Vorgesetzten, dass Sie ihre Position verstehen können, machen Sie aber auch Ihre eigene deutlich. Suchen Sie nach dem Verbindenden, etwa der Sorge um die Klienten, um sich anzunähern.
  • Holen Sie im Konflikt einen unbeteiligten Dritten (Kollegen) dazu, der die dritte Position des Beobachters übernehmen kann.
  • Spielen Sie die Positionen für sich durch: Sie können die Positionswechsel zunächst allein üben und so entspannter und mit klarerem Kopf auf die Vorgesetzte zugehen. Beim Üben können Plätze im Raum (zum Beispiel je ein Stuhl) für jede Position hilfreich sein. Setzen Sich auf die verschiedenen Stühle und nennen oder schreiben Sie Ihre Wahrnehmungen auf. Wechseln Sie ruhig mehrmals die Plätze.

Autorinnen: Sandra Masemann/Barbara Messer (Bearbeitung für pflegen-online: Michael Handwerk)

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