Image

Serie Soft-Skills

Tipp 11: Seien Sie klar gegenüber Ihrem Vorgesetzten

Wenn Menschen zusammen arbeiten, prallen verschiedene Interessen aufeinander. Ihre Aufgabe ist es, ihre eigenen Interessen zu vertreten - und zwar so, dass man Sie auch hört ...

Reden ist Silber, Schweigen ist Gold? Wir leben in einer Gesellschaft und Arbeitswelt, in der es für viele normal ist, nicht zu sagen, was man will oder möchte. Die meisten von uns – speziell Frauen – werden von klein auf so erzogen, dass „sie lieber keine Wünsche äußern“. Die Folge davon: Wir nicht das bekommen, was wir uns wünschen.

Senden Sie Ich-Botschaften

Was also ist zu tun, wenn Sie die Erfüllung Ihrer Wünsche nicht auf den Sankt-Nimmerleinstag verschieben möchten? Machen Sie es anders als bisher: Sagen Sie klar und konkret, was Sie möchten. Hier ein paar Beispiele:

  • „Ich möchte im nächsten Monat an der Fortbildung Pflegeplanung teilnehmen, weil ich das Gefühl habe, dort noch mehr Input zu bekommen.“

  • „Ich warte jetzt zwei Wochen auf die Bewilligung meines Urlaubs, ich möchte bis morgen früh wissen, ob Sie ihn bewilligen oder nicht. Dann kann ich mit meiner Familie planen.“

  • „Ich habe mich gestern vollkommen falsch verstanden gefühlt, als Du das mit der Wundversorgung bei Frau M. gesagt hast. Als Du gesagt hast, »dass hier wohl nur Schwachköpfe am Werke sind“, fühlte ich mich mit meiner Fürsorge für Frau M. nicht von Dir gesehen. Ich möchte, dass Du mich um Verzeihung bittest. Dann ist mir wieder wohler, denn ich arbeite gerne mit Dir zusammen.“

  • Wünsche durch die Blume zu äußern oder gar zu hoffen, dass Ihr Gesprächspartner Gedanken lesen kann, wird Sie nicht zum Ziel führen.

47 Tipps für die erfolgreiche Pflegekraft

Wie gehen ich mit Ärzten, Angehörigen und Kollegen um? Wie bereite ich ein Meeting vor? Wie vermeide ich Burnout? Schauen Sie in unsere Soft-Skill-Serie
Artikel lesen

Keine falsche Bescheidenheit

Zuerst jedoch sollten Sie sich über Ihre Wünsche klar werden. Im nächsten Schritt sollten Sie sich klarmachen, dass nur etwas passieren wird, wenn Sie Ihre Wünsche äußern - auch wenn das noch nicht die Garantie für eine Wunscherfüllung ist. Drittens: Schließlich sollten wir den Gedanken abwehren, dass wir mit unserem Wunsch unseren Gesprächspartner, etwa den Vorgesetzten, in Schwierigkeiten bringen.

Wir haben ein Recht, unsere Wünsche zu äußern, und am besten funktioniert es, wenn wir diese Punkte beherzigen:

  • Wir wählen den passenden Zeitpunkt.

  • Wir sagen konkret, was wir uns wünschen.

  • Wir sprechen in einem ruhigen Tonfall.

  • Wir halten Blickkontakt.

  • Wir reden in der Ich-Form.

  • Wir akzeptieren auch ein Nein, oder wir versuchen zu klären, warum der Wunsch abgelehnt wurde.

  • Wir zeigen Alternativen auf.

Fazit: Einen Wunsch auszusprechen, klärt die Interessenlage und gibt dem Gegenüber wichtige Informationen. Einen Wunsch auszusprechen, bedeutet nicht, dass er auch erfüllt wird. Ein Wunsch ist kein Befehl. Aber Reden ist in diesem Fall Gold, und Schweigen wäre Silber.

100 Tipps für die erfolgreiche Pflegekraft - Buchshop

Der Alltag in der Pflege ist voller Probleme: Angehörige nörgeln, Kollegen tratschen, statt individuell zu pflegen hetzt man im Sekundentakt durch die Flure.
Artikel lesen

Autorinnen: Sandra Masemann/Barbara Messer (Bearbeitung für pflegen-online: Michael Handwerk)

Wir haben noch mehr für Sie!

Antworten und Impulse für die Pflegeprofession gibt es auch direkt ins Postfach: praxisnah, übersichtlich und auf den Punkt.
Melden Sie sich jetzt für den pflegebrief an - schnell und kostenlos!
Wir geben Ihre Daten nicht an Dritte weiter. Die Übermittlung erfolgt verschlüsselt. Zu statistischen Zwecken führen wir ein anonymisiertes Link-Tracking durch.
Image

Serie Soft-Skills

Tipp 14: Lassen Sie sich von Kritik nicht verletzen

Statt Lob hören Sie leider oft genug Kritik. Das kann sehr verletzend sein. Doch es gibt Strategien, wie Sie auf Kritik gelassener reagieren und die Angriffe auf Ihr Ego sogar nutzbar machen können.

    • Serie Soft-Skills
Image

Pflegeausbildung

Praxisanleiter, zeigt mehr Verständnis für die Generation Y!

Information vermitteln reicht nicht. Auch die Beziehungsebene muss stimmen, meint Buch-Autorin Renate Rogall-Adam

    • Kommunikation, Konfliktmanagement, Buch
Image

Pflege und Management

Kommunikation leicht gemacht – 3 Tipps, wie Sie den richtigen Ton treffen

Sie sind traurig oder erschöpft, fröhlich oder nervös? Ihr Tonfall gibt Aufschluss über Ihren emotionalen Zustand. Erfahren Sie, wie Sie mit einfachen Regeln professioneller kommunizieren.

    • Pflege und Management, Kommunikation, Pflege und Praxis
Image

Schweigeminute bei Vivantes

Wenn ein Mitarbeiter stirbt ...

... die Kollegen sind bestürzt – wie kann der Arbeitgeber reagieren? Das Berliner Vivantes Klinikum im Friedrichshain hat sich für eine Schweigeminute entschieden.

    • Kommunikation