Sich mit einem Infekt in die Arztpraxis zu schleppen und dort meistens länger zu warten, belastet nicht nur die Arztpraxen: Es ist anstrengend für den Erkrankten und kann seine Genesung verzögern.  
Foto: Jens Schünemann
Zu Hause bleiben – das ist nicht nur für die Arztpraxen entlastend:  Sich mit einem Infekt zum Arzt zu schleppen ist für den Erkrankten anstrengend und kann die Genesung verzögern.  

Pflege als Beruf

Telefonische Krankschreibung: Wann es geht und wann nicht

Die telefonische Krankschreibung ist zurück. Seit dem 7. Dezember können sich Arbeitnehmer bei leichten Infekten bis zu fünf Tage krankschreiben lassen, ohne dafür persönlich einen Arzt aufsuchen zu müssen

Möglich wurde die telefonische Krankschreibung erstmals in der Corona-Pandemie. Es ging darum, Praxen zu entlasten und Infektionen durch volle Wartezimmer nicht noch zu befeuern. Sie galt zwei Mal während der Pandemie, zuletzt bis Ende März 2023. Jetzt hat der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten, Krankenkassen und Kliniken (oberstes Gremium im deutschen Gesundheitswesen) beschlossen, sie wieder einzuführen.

Allerdings ist die telefonische Krankschreibung an einige Bedingungen geknüpft:

  • Eine Video-Sprechstunde ist nicht möglich.
  • Der Patient zeigt keine schweren Symptome.
  • Der Patient ist in der Praxis bekannt.
  • In einem Telefonat besprechen Arzt und Patient die Beschwerden. Daraufhin entscheidet der Arzt über eine Krankschreibung (telefonische Anamnesen).

Ist der Patient nach fünf Tagen noch nicht wieder arbeitsfähig, muss er für eine Folgebescheinigung die Praxis persönlich aufsuchen. Im umgekehrten Fall – der Arbeitnehmer war für die Erst-AU in der Praxis – reicht für die Verlängerung ein Telefonat mit dem Arzt.

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Die Regelung gilt jetzt dauerhaft. Sie ist aber nicht bindend für die Arztpraxen, sie entscheiden selbst, ob eine telefonische Krankschreibung nötig ist. Versicherte haben keinen Anspruch darauf, dass die Ärztin oder der Arzt ihre Arbeitsunfähigkeit per Telefon feststellt, betonte eine Vertreterin des Gemeinsamen Ausschusses.

Autorin: Katharina Wolf

 

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