Serie Stationsleitungen

Stationsleitungen, was nervt euch, was motiviert euch?

Wie leben Stationsleitungen mit ihrer Sandwichposition? Lesen Sie unsere neue Serie „6 Fragen an ...“ Wir starten mit Katy Krug (Foto) von den Waldkliniken Eisenberg

Katy Krug ist Teamleitung auf der Ebene 2 in den Waldkliniken Eisenberg in Thüringen, Fachrichtung Orthopädie. Die 37-Jährige ist examinierte Krankenschwester. Sie kam im Jahr 2000 für ihre Ausbildung zu den Waldkliniken und arbeitet dort seither mit einer kurzen Unterbrechung.

1. Frage: Auf welchen (persönlichen) Gegenstand könnten Sie im Pflegealltag nicht verzichten?

Auf meinen Fitbit, den Schrittzähler, den ich jetzt seit einem Jahr an meinem linken Sprunggelenk trage. (schmunzelt) Das mache ich für mich selbst, damit ich weiß, dass ich auch wirklich genug gelaufen bin. Allerdings komme ich an stressigen Tagen schon allein in der Klinik auf rund 20.000 Schritte – das entspricht ungefähr zehn Kilometern.

2. Frage: Wie motivieren Sie sich täglich aufs Neue für Ihren Job?

An erster Stelle steht die Dankbarkeit der Patienten, das ist die beste Motivation. Die Reaktionen können wir ja gut auf www.klinikbewertungen.de verfolgen. Deshalb ermuntere ich auch jeden Patienten, dort Feedback zu geben.

Hinzu kommt die positive Rückmeldung aus meinem Team, in dem wir derzeit 37 Kollegen sind. Sie kommen gerne zur Arbeit, stehen hinter meinen Entscheidungen und haben auch ein offenes Ohr, wenn es mal um persönliche Themen geht. Es ist schön, dass hier nicht alles immer nur beruflich bleibt. Außerdem freue ich mich über die gute Zusammenarbeit mit meinen zwei Kollegen in der Teamleitung.

3. Frage: Wie motivieren Sie Ihr Team (in schwierigen Situationen)?

Wann immer neben den administrativen Aufgaben Zeit bleibt, gehe ich mit in die Pflege und nehme den Kollegen Arbeit ab. Das machen wir alle in der Leitung – und das gilt auch, wenn es um Dienste oder Wochenendschichten geht. Mal eben schnell eine Flexüle legen oder Blut abnehmen – das ist für mich Routine, da springe ich gerne ein.

Außerdem erfüllen wir nahezu alle Tausch- und Freiwünsche, und wir binden alle Mitarbeiter in wichtige Entscheidungen ein. Wir haben schon ganz oft Schichtabläufe umgestellt, nachdem wir das gemeinsam besprochen und getestet haben. So fühlen sich alle mitgenommen – und es ist ein tolles Geben und Nehmen.

Selbstverständlich fragen wir unsere Leute auch einfach mal, wie es ihnen geht – und ich sage ihnen regelmäßig, wie toll sie sind und wie dankbar ich ihnen bin. Ganz wichtig ist uns auch, gemeinsam zu lachen.

4. Frage: Was regt Sie in Ihrem Arbeitsalltag immer (mal) wieder auf?

Wenn ein Plan nicht aufgeht – zum Beispiel wenn wir den Dienstplan wieder einmal kurzfristig ummodeln müssen. Aber auch manche Patienten und Angehörigen regen mich auf. Da können wir uns so viel Mühe geben, wie wir wollen, aber allen können wir es einfach nicht recht machen.

Außerdem nerven mich Probleme mit der EDV. Wir müssen ja viele Anforderungen schreiben – wenn die Computer dann so langsam sind, kostet das einfach wertvolle Zeit. Zudem sind unsere Drucker gefühlt andauernd kaputt.

5. Frage: Worüber haben Sie sich in der vergangenen Woche am meisten gefreut und warum?

Über die Einsatzbereitschaft meiner Kollegen. Neben ein paar Dauerkranken hatten wir an einem Tag vier kurzfristige Krankmeldungen, und doch hat alles geklappt. Das konnten wir nur meistern, weil viele bereit waren einzuspringen – aus unserem Team und auch von der anderen Ebene im Haus. Das war klasse.

6. Frage: Sehen Sie sich Krankenhaus- und Arztserien an?

Eher nein, und wenn doch, um darüber zu lachen. Das klassische Beispiel ist die Serie „Für alle Fälle Stefanie“. Die arbeitet immer und überall, 24/7 – auf Station, im OP, macht Hausbesuche und rettet nebenbei noch Ehen. Und dann sind die Schwestern in diesen Serien auch fast immer tiefenentspannt. Das alles hat mit der Realität in der Pflege sehr, sehr wenig zu tun.

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