Burnout in der Pflege

So beantragen Sie erfolgreich eine Kur

Eine Kur beantragen ist nicht kompliziert. Wir erklären Ihnen in fünf Schritten, wie es geht - und was zu tun ist, wenn es heißt: Antrag abgelehnt.

Inhaltsverzeichnis

Jede und jeder gesetzlich Krankenversicherte kann eine Kur oder Rehabilitation beantragen. Zwar wird ein Antrag von den Kostenträgern im ersten Anlauf öfters abgelehnt. Doch das ist kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. „Legen Sie auf jeden Fall Widerspruch ein“, rät Brigitte Goertz-Meissner, Präsidentin des Deutschen Heilbäderverbandes e.V. „Die Erfolgsquoten sind hoch.“ Doch nun von Anfang an – und so geht’s:

Schritt 1: Mit dem Arzt sprechen

Wie steht es um meine Gesundheit? Bin ich „gestresst genug“ für eine Vorsorgekur, „krank genug“ für eine Rehabilitation? Welche Kurformen (siehe auch ganz unten auf dieser Seite) gibt es eigentlich? Und kommt für mich ein Moor-, See-, Thermal- oder Kneippheilbad in Frage? Welche Kurorte gibt es? Das sollten Sie in Ruhe mit Ihrem Hausarzt besprechen, der die Kur aus medizinischer Sicht befürworten muss. „Hausärztinnen und Hausärzte kennen die Krankengeschichte ihrer Patienten oft schon seit vielen Jahren, das kann von Vorteil sein“, so Goertz-Meissner. „Doch bei einem Bandscheibenproblem zum Beispiel ist es unter Umständen sinnvoller, den Orthopäden aufzusuchen, und bei Asthmaproblemen den Lungenfacharzt.“

Schritt 2: Gemeinsam den Antrag ausfüllen

Zusammen mit der Ärztin, dem Arzt legen Sie das Ziel der Kur, den Schwerpunkt der Behandlung und vielleicht auch gleich den Kurort fest. Gemeinsam stellen Sie auch den Antrag. Formulare gibt es bei der Krankenkasse oder bei der Deutschen Rentenversicherung. Der Arzt sollte möglichst präzise begründen, warum eine ambulante Vorsorge oder Rehabilitation medizinisch notwendig ist. Auch die Patientin, der Patient sollte sich nicht scheuen, einen detaillierten persönlichen Bericht zu schreiben.

Sprechen Sie persönlich mit dem Sachbearbeiter

Die Stiftung Warentest (Finanztest 7/2017) rät sogar, beim zuständigen Sachbearbeiter der Krankenkasse oder dem Rentenversicherer einen Termin auszumachen, um die eigene Situation persönlich schildern zu können. Übrigens: Erst in Kur fahren und dann den Antrag stellen, das funktioniert nicht. Die Kur muss vorher bewilligt sein.

Schritt 3: Den Antrag abschicken

Antrag ausgefüllt, alle Nachweise, wie etwa Röntgenbilder, zusammengetragen? Dann ab die Post – aber wohin? Geht der Antrag nun an die Krankenkasse (im Falle einer Vorsorgekur) oder an die Deutsche Rentenversicherung (im Falle einer Rehabilitation)? „Das muss letztlich der angeschriebene Träger klären“, sagt Goertz-Meissner. „Krankenkassen und Rentenversicherung sind verpflichtet, den Antrag innerhalb von 14 Tagen an den richtigen Träger weiterzuleiten.“ Generell gilt: Die Rentenversicherung hat das Interesse, Berufstätige wieder in den Beruf zurückzuführen. Bei Nicht-Berufstätigen ist in der Regel die Krankenkasse zuständig.

Schritt 4: Widerspruch einlegen

Krankenkasse oder Rentenversicherung sind verpflichtet, innerhalb von drei Wochen zu antworten. Bei Ablehnung heißt es: unbedingt widersprechen! Dafür haben Sie einen Monat Zeit.

Mehr als jeder 3. Widerspruch erfolgreich

Erklären Sie nochmals ausführlich Ihre gesundheitliche, berufliche und persönliche Situation. Machen Sie zum Beispiel deutlich, warum medizinische Maßnahmen am Wohnort nicht ausreichen. Bitten Sie auch noch mal Ihren Arzt um eine Stellungnahme. Oder wenden Sie sich an einen anderen Arzt. Von den 2015 entschiedenen Widersprüchen waren mehr als ein Drittel erfolgreich.

Schritt 5: Bei einer Kur Urlaub einreichen, Kosten bedenken

Pferdefuß bei einer ambulanten Vorsorgekur: Im Gegensatz zur Rehabilitation können Sie sich nicht krankschreiben lassen, sondern müssen für die Zeit Urlaub beantragen. Die Krankenkasse übernimmt zwar die Kosten für den Kurarzt und 90 Prozent der Kurmittel, doch Unterkunft und Verpflegung müssen Sie selber zahlen. Die Krankenkasse kann hierfür jedoch einen Zuschuss von bis zu 16 Euro gewähren. Bei allen anderen Kurformen sind Sie krankgeschrieben und Krankenkasse oder Rentenversicherung übernehmen alle Kosten. Ein Eigenanteil von 10 Euro pro Tag (in der Regel insgesamt 21 Tage, also drei Wochen) bleibt in jedem Fall. Übrigens: Der Anspruch auf eine Vorsorgekur verfällt, wenn Sie sie nicht innerhalb von vier Monaten antreten. Buchen Sie also möglichst bald eine schöne Unterkunft und freuen Sie sich drauf!

Übersicht Kur- und Rehaformen

  • Ambulante Vorsorgekur: Der Kurgast muss nicht in eine Klinik. Er wählt sich die Unterkunft am Kurort selbst aus, muss allerdings auch für Übernachtung und Verpflegung selber aufkommen. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten für den Kurarzt und 90 Prozent der Kurmittel. Ein Zuschuss der Krankenkasse bis zu 16 Euro pro Tag ist möglich. Die Arbeitnehmer müssen Urlaub nehmen.

  • Stationäre Vorsorgekur: Der Kurgast wohnt in einer Kurklinik. Die Krankenkasse übernimmt neben den Kosten für die Behandlung auch die Kosten für Unterkunft und Verpflegung. Die Arbeitnehmer sind krankgeschrieben. Diese Kurform gibt es in der Regel als Eltern-Kind-Kur oder als Vorsorgekur für pflegende Angehörige.

  • Ambulante Rehabilitation: Der Patient wohnt zu Hause und besucht entsprechende Einrichtungen vor Ort. Die Krankenkasse oder Deutsche Rentenversicherung zahlen die Kosten vollständig. Bei einer Reha ist der Arbeitnehmer immer krankgeschrieben.

  • Stationäre Rehabilitation: Der Patient wohnt in einer zertifizierten Reha-Einrichtung. Die Krankenkasse oder Deutsche Rentenversicherung zahlen die Kosten vollständig.

Autorin: Anke Nolte

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