Pflege und Politik

Regierung beschäftigt sich mit Killerkeimen

Gegen resistente Bakterien haben herkömmliche Medikamente keine Chance. Die WHO stellt nun eine Liste der größten Bedrohungen auf. Zwölf Bakterienfamilien sollen Pharmaforscher ins Visier nehmen.

Wenn Antibiotika nicht mehr anschlagen, ist das Leiden der Patienten vorporgrammiert. Hygienebeauftragte, Wundmanager, aber auch Ärzte und Pflegekräfte sind zunehmend gefordert, diesen langwierigen, schwer zu behandelnden und kostenintensiven Infektionen Einhalt zu gebieten. Schuld sind Bakterien, die gegen alle verfügbaren Medikamente resistent geworden sind. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist alarmiert, und hat daher auf Initiative des Bundesgesundheitsministeriums eine Liste der gefährlichsten Erreger veröffentlicht.

Die Liste ist Teil des Globalen Aktionsplans der WHO zur Bekämpfung von Antibiotika-Resistenzen, die weltweit als größte Bedrohung der menschlichen Gesundheit angesehen werden.

Resistente Killerkeime

Die WHO-Liste hatte ein Expertenteam unter Leitung von Prof. Dr. Evelina Taconelli (Universität Tübingen) und Dr. Nicola Magrini (WHO) entwickelt. Sie unterscheidet sich methodisch deutlich von bisherigen Übersichten zu Problemkeimen, da sie mit multikriteriellen Entscheidungsanalysen (MCDA) erstellt wurde. Um die Rangfolge der resistenten Keime festzulegen, wurden u. a. die Sterblichkeitsrate, die Belastung des Gesundheitswesens, ihr Vorkommen in der Bevölkerung und Trendentwicklungen von Resistenzen ausgewertet.

Problemkeime in drei Kategorien

Die Liste ist in drei Kategorien aufgeteilt, die sich nach der Gefährlichkeit der Erreger richten: sehr kritische, hohe und mittlere Priorität.

Die kritischste Gruppe sind demnach Keime, die verstärkt in Krankenhäusern und Pflegeheimen auftreten. Dazu gehören Acinetobacter, Pseudomonas und Enterobakterien einschließlich Klebsiella, E. coli, Serratia und Proteus. Diese sogenannten Krankenhauskeime verursachen ernste und oft tödliche Infektionen wie Sepsis und Lungenentzündung. Besonders problematisch ist, dass sie auf verschiedene Antibiotika nicht mehr ansprechen, darunter Carbapeneme, und auch resistent gegen die Reserveantibiotika der dritten Generation, die Cephalosporine, sind. In der zweiten und dritten Gruppe sind antibiotikaresistente Keime aufgelistet, die verbreitete Krankheiten wie Gonorroeh verursachen oder Lebensmittelvergiftungen etwa mit Salmonellen.

Keime auf Agenda der G-20-Staaten

Die globale WHO-Liste wurde auf Initiative des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) in Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Tübingen erstellt. Kriterien waren, wie tödlich die Bakterien sind, ob die Behandlung einen langen Krankenhausaufenthalt erfordert, wie häufig sie nicht mehr auf Antibiotika ansprechen und wie schnell sie von Mensch zu Mensch sowie Tier zu Mensch übertragen werden.

„Mit der Deutschen Antibiotika-Resistenzstrategie gehen wir im Kampf gegen Antibiotika-Resistenzen voran“, erklärte dazu Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe. International habe Deutschland das Thema auch beim Treffen der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer auf die Agenda gesetzt und unterstütze die Umsetzung des Globalen Aktionsplans der WHO. Alle Gesundheitsminister der G-20-Staaten träfen sich erstmals am 19. und 20. Mai 2017.

Hier geht es zur Liste

Pflegemaßnahmen

Zungenreinigung – muss das sein?

Vielfach ist die Zunge von Pflegebedürftigen der Grund für Mundgeruch und Infektionen, denn ihre Reinigung kommt im Pflegealltag zu kurz. Ändern Sie das und beziehen Sie die Zungenreinigung in Ihre Pflegemaßnahmen mit ein!

Kommunikation

Fremdsprachige Pflegebedürftige: 3 Tipps, wie Sie Sprachbarrieren besser bewältigen

Immer häufiger stammen Pflegebedürftige aus anderen Kulturkreisen. Das bedeutet große sprachliche Herausforderungen sowohl für Sie als Pflegefachperson als auch für Ihre Klienten. Die Kommunikationsexperten Dina und Christian Loffing zeigen drei Möglichkeiten, wie die interkulturelle Kommunikation besser gelingt.

Pflegende Angehörige

Wer bietet Betreuungs- und Entlastungsleistungen im Westen?

Wie finden Angehörige im Westen Deutschlands entlastende Betreuungsangebote für Pflegebedürftige in ihrer Familie? Pflegen-online.de hilft Ihnen bei der Suche in ihrer Region.

Pflegende Angehörige

Wer bietet Betreuungs- und Entlastungsleistungen im Norden?

Wie finden Angehörige im Norden Deutschlands entlastende Betreuungsangebote für Pflegebedürftige in ihrer Familie? pflegen-online.de hilft Ihnen bei der Suche in ihrer Region.