Foto: Luis Molinero / Adobe Stock

Berufsverbände

Pflegeverbände: Was bringt mir eine Mitgliedschaft?

Neben Rechtsberatung im Notfall profitieren Pflegekräfte von einer Reihe weiterer Vorteile. Wir haben drei Pflegeverbände genauer beleuchtet – darunter auch einen für Pflegemanager. Die Vorteile und Kosten im Überblick 

Lohnt für Pflegekräfte die Mitgliedschaft in einem Berufsverband? Wer sein Berufsbild gestärkt, die Arbeitsbedingungen optimiert und Fehlentwicklungen in der beruflichen Arbeitswelt verhindert sehen will, kommt um eine solche Mitgliedschaft nicht herum. Zwar spricht „die Pflege“ hier nicht mit einer Stimme, weil es über 34 Verbände in der stationären und ambulanten Pflegebranche gibt, In der Gesundheitsbranche sehen viele die ausgeprägte Aufsplitterung der Interessenvertretungen (bei gleichzeitig geringer Mitgliederzahl) als ein Problem für die mangelnde Schlagkraft der Pflegeverbände. Allerdings gehören fast die Hälfte der Pflegeverbände – genau 16 – dem Deutschen Pflegerat (DPR) an und sprechen dort mit einer Stimme.  

 Mit 27 000 Mitgliedern ist der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe e.V. (DBfK) der größte Verband, gefolgt vom Verband der Schwesternschaft vom DRK e.V. und dem Deutschen Hebammen Verband mit je über 20 000 Mitgliedern. pflegen-online hat sich drei Interessenvertretungen genauer angeschaut: den DBfK, den Deutschen Berufsverband für Altenpflege e.V. (2.000 Mitglieder) und den Bundesverband Pflegemanagement (1.000 Mitglieder).  

1. Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK)

Der DBfK www.dbfk.de ist die berufliche Interessenvertretung der Gesundheits-, Kranken-,  Alten- und Kinderkrankenpflege. Der größte und wohl bekannteste aller deutschen Pflegeverbände spielt auch auf internationaler Ebene eine Rolle: er ist deutsches Mitglied im Internationalen Council of Nurses. Au0erdem ist der DBfK Gründungsmitglied des Deutschen Pflegerats und wirbt seit fünf Jahren für eine „schlagkräftigen“ Bundespflegeberufekammer.

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Manch einer wundert sich vielleicht, wie das „K“ in die Abkürzung kommt: Bis 1991 hieß der Verband „Deutscher Berufsverband für Krankenpflege“. Weil sich die Altenpflege immer mehr zu einem eigenständigen Beruf entwickelte und sich der DBfK auch für diese Berufsgruppe öffnete, wurde der Begriff „Krankenpflege“ durch „Pflegeberufe“ ersetzt, doch das etablierte „K“ im Kürzel behielt der Verband bei.

Die Vorteile einer DBfK-Mitgliedschaft 

Der DBfK wirbt mit sechs Vorteilen für eine Mitgliedschaft:

  1. „gut geschützt“: zusätzliche Absicherung durch Berufsrechtsschutz und -haftpflicht im Notfall
  2. gut informiert“: Newsletter, Rundbriefe, monatliche Mitgliederzeitschrift „Die Schwester Der Pfleger“, Veranstaltungen, Stellungnahmen und Positionspapiere des DBfK aus erster Hand
  3. „gut vernetzt“: regionale, überregionale und internationale Mitwirkungsmöglichkeit in verschiedenen Arbeitsgruppen und Netzwerken
  4. „gut in Form“: diverse Bildungsangebote wie Seminare, Fort- und Weiterbildung, Fernstudium, Tagungen und Kongresse im gesamten Bundesgebiet zu Sonderkonditionen
  5. - „gut eingebunden“: Mitentscheidung über relevante Themen auf regionaler Ebene, „absolut demokratisch“
  6. „gut gespart“: Sonderkonditionen, zum Beispiel 20 Prozent Rabatt auf Zeitschriftenabos des Bibliomed-Verlags, Rabatte bei anderen Zeitschriften- und Buchverlagen, Vermittlung von PKW (Neuwagen) zu Großabnehmerkonditionen und günstige Fernreisen mit attraktivem Besichtigungsprogramm.

Was die DBfK-Mitgliedschaft kostet

Der monatliche Beitrag richtet sich nach dem Gehalt des Mitglieds und liegt zwischen elf und 31 Euro. Auszubildende, Studenten und Rentner zahlen 6,50 Euro.

2. Deutscher Berufsverband für Altenpflege (DBVA)

Der DBVA ist der einzige auf Altenpflege spezialisierte Berufsverband in Deutschland. 1974 von staatlich anerkannten Altenpflegekräften gegründet, setzt sich der DBVA für die Belange der Beschäftigten in der Alten- und Langzeitpflege ein. Er vertritt die Interessen von Pflegekräften aus ambulanten, teil- und vollstationären Diensten und Einrichtungen der Altenhilfe. Zu seinen Hauptforderungen zählen bessere Rahmen- und Arbeitsbedingungen und die Weiterentwicklung „der Fachexpertise der altersspezifischen Pflege und Pflegebildung“. Der Verband spricht sich gegen Pflegekammern aus und gegen die generalistische Ausbildung. Dies ist vermutlich einer der Gründe, weshalb er nicht Mitglied im Deutschen Pflegerat ist, der sich ausdrücklich für Generalistik und Pflegekammern ausspricht und selbst Gründungsmitglied der Bundespflegekammer ist  

Insgesamt arbeiten nach Angaben des Verbands rund 800.000 Menschen in der Altenpflge, nur etwa ein Viertel davon sind examinierte Pflegekräfte. „Viele verlassen schon nach wenigen Jahren mit großer Enttäuschung ihren Beruf“, schreibt der DBVA auf seiner Website. „Bei denjenigen, die bleiben, kommt es oft zum Burnout.“ Mitglied werden können im DBVA staatlich anerkannte und in der Ausbildung stehende Altenpflegekräfte und Altenpflegehelfer, Lehrkräfte in der Altenpflegeausbildung sowie in der Altenpflege tätige Fachkräfte wie Krankenschwestern und -pfleger.

Die Vorteile einer DBVA-Mitgliedschaft

Der DBVA verspricht allen Mitgliedern:

  1. regelmäßige Informationen
  2. Beratung zu Fragen des Arbeitsalltags
  3. Unterstützung bei arbeits- und tarifrechtlichen Problemen und Fragen/Rechtsberatung
  4. Mitgestaltung der Verbandsarbeit in Arbeitskreisen und im Vorstand
  5. Vergünstigte Fort- und Weiterbildungsangebote

Was die Versorgung der Mitglieder mit Information betrifft, so lässt sich feststellen, dass zumindest auf der Website des Verbandes davon nicht viel zu spüren ist. Unter Aktuelles erscheint als letzter Eintrag eine Stellungnahme aus dem Jahre 2015 über die Pflegetransparenzvereinbarung.            

Was die DBVA-Mitgliedschaft kostet

Die monatliche Mitgliedschaft kostet 10 Euro (inklusive juristischer Unterstützung in arbeitsrechtlichen Angelegenheiten mit einer Selbstbeteiligung von maximal 500 Euro) beziehungsweise fünf Euro (ohne juristischen Beistand in arbeitsrechtlichen Angelegenheiten). Schüler, Rentner, Frauen in Mutterschaft, geringfügig Beschäftigte und Mitglieder in besonderen Lebenslagen erhalten anwaltliche Rechtsberatung mit einer Selbstbeteiligung von 10 Euro pro Beratungsgespräch für einen monatlichen Mitgliedsbeitrag von zwei Euro.

3. Bundesverband Pflegemanagement

Der „Interessenvertreter engagierter und motivierter Führungskräfte in der Pflege“ bezeichnet sich selbst „als primärer Ansprechpartner unter den Pflegemanagement-Verbänden“. Der Verband, der bis 2012 unter dem Namen „Bundesarbeitsgemeinschaft Leitender Pflegepersonen BALK e.V.“ firmierte, sieht seine Aufgabe darin, die Interessenvertretung insbesondere des Pflegemanagements in den verschiedensten politischen Gremien auf Bundes- und auch auf Landesebene zu unterstützen, weshalb er auch über 14 Landesverbände verfügt.  

Die Vorteile des Bundesverbands Pflegemanagement

Seinen Mitgliedern bietet der Führungskräfte-Verband nach eigenen Aussagen einen „Know-How-Transfer“ und eine „Diskussionsplattform“ auch über Verbandsgrenzen hinweg mit Mitgliedern und Experten. Auch Tagungen, Workshops und Kongresse stehen auf dem Programm. Mitglieder erhalten sechs Mal im Jahr die Zeitschrift „CNE Pflegemanagement“, das offizielle Organ des Bundesverbands Pflegemanagement.

Jedes Jahr verleiht der Verband den „Pflegemanagement-Award“, mit dem er neben einer Führungskraft auch Nachwuchsführungskräfte auszeichnet.

Was die Mitgliedschaft im Bundesverband Pflegemanagement kostet

Die jährliche Mitgliedschaft kostet zwischen 70 Euro (Elternzeit-Mitglieder, Senioren/Rentner, Schüler/Studenten) und 300 Euro (Vollmitglied).

Autorin: Birgitta vom Lehn/kig

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