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Personalakquise

Pflegekräfte misstrauen Stellenanzeigen 

In einer Leser-Umfrage von pflegen-online beklagen viele Pflegekräfte die Schönfärberei und Oberflächlichkeit von Stellenanzeigen. Die Versprechen würden allzu häufig nicht umgesetzt          

Viele Pflegekräfte scheinen unzufrieden mit ihrer Arbeit – in einer Leser-Umfrage von pflegen-online waren es rund 77 Prozent. Allerdings suchen nur rund 22 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer gezielt nach einer neuen Stelle, 55 Prozent halten immerhin die Augen offen, nur gut 22 Prozent sucht nicht nach einem neuen Arbeitsplatz.

Allerdings: 95 Prozent würden für ein richtig gutes Angebot einen Jobwechsel in Erwägung ziehen. Ein „richtig gutes Angebot“ bedeutet für die meisten Befragten flexible Dienstzeiten und flexible Urlaubszeiten (74 Prozent), ein Gehalt über Tarif war für 62 Prozent sehr wichtig (Mehrfachnennungen waren möglich).

Keine Gehaltsangaben in Stellenanzeigen – das ärgert viele

Auch wenn es immer wieder heißt, Pflegekräfte seien bodenständig: Gut 45 Prozent wären bereit für einen guten Arbeitsplatz umzuziehen – wenn etwa das Gehalt attraktiv ist (17 Prozent) oder die Aufstiegschancen gut sind (8 Prozent).

Jobportal pflegen-online.de empfiehlt:

Warum trotz alledem doch relativ wenige Teilnehmer und Teilnehmerinnen sich gezielt nach einer neuen Arbeitsstelle umschauen und systematisch nach Angeboten suchen, könnte damit zusammenhängen, dass sie Stellenanzeigen sehr standardisiert und wenig informativ finden. Besonders die fehlenden Gehaltsangaben rufen Kritik hervor. Das legen zumindest die Freitexte von 33 Befragten nahe, die auf die Frage „Was ärgert Sie, wenn Sie Stellenanzeigen lesen?“ nahe.     

Ein Auszug aus den Antworten:

  • Das Versprechen, nicht ständig einspringen zu müssen, flexibel arbeiten zu können und Aufstiegsmöglichkeiten zu haben usw., wenn bereits bekannt ist, dass dort schlechte Arbeitsbedingungen herrschen.
  • Mich stört, dass meisten beim Thema Gehalt keine Summe genannt wird, sondern nur nach welchem Tarif (TVöD, AVR etc.). Die Entgeltgruppe, in die man dann eingruppiert wird und die aktuelle Entgelt-Tabelle muss man sich dann immer müßig selbst zusammensuchen. Bei privaten Anbietern ist es dazu noch häufig so, dass die Tarife nicht transparent sind oder zumindest im Internet nicht zu finden sind.
  • keine Konkreten Angaben über Gehalt und Zulagen
  • Gehalt zu wenig konkret dargestellt 
  • keine Aussagekraft, es fallen Phrasen wie Familienfreundlichkeit, individuelle Förderung, flexible und eigenverantwortliche Arbeitsgestaltung usw.
  • Floskeln wie Wertschätzung
  • zu wissen, dass der Arbeitgeber „Belastbarkeit, Flexibilität, Zuverlässigkeit" gerne erwartet, dies aber als  oft als Einbahnstraße sieht. Es wird viel versprochen, manipuliert und am Pflegepersonal herum gecoacht, nur damit eventuell noch ein zweites Kamel durchs Nadelöhr passt.
  • Wenn es heißt, man könne den Dienstplan mitgestalten können, das dann aber gar nicht der Realität entspricht.
  • Sie ähneln sich alle und werben mit Versprechen, die sie nicht einhalten.

Autor: pflegen-online

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