Deutscher Pflegetag 2018

Pflegekammern in Deutschland - wie es jetzt weitergeht

Der Pflege steht ein heißes Frühjahr bevor. Patricia Drube, die Vorsitzende des Errichtungsausschusses der Pflegeberufekammer in Schleswig-Holstein, gibt einen Ausblick auf die Kammerwahlen in Niedersachsen und Schleswig-Holstein.

Inhaltsverzeichnis

"Pflegekammern in Deutschland – wie es jetzt weitergeht" heißt ein Programmpunkt des Deutschen Pflegetages in Berlin am Freitag, 16. März, 2018. Moderatorin dieses Parts ist Patricia Drube, die für pflegen-online die aktuelle Entwicklung rund um das Thema Pflegekammern in Deutschland zusammengefasst hat:

"In Kürze wird es drei handlungsfähige Pflegeberufekammern in Deutschland geben. Da wir 16 Bundesländer haben, stellt sich die Frage: Ist dies der Anfang einer unaufhaltsamen Entwicklung oder eine Randerscheinung?

Meine Prognose: Es wird in allen Bundesländern früher oder später entsprechende Kammern geben. Insbesondere angesichts des zunehmenden Fachkraftmangels in der Pflege und der hohen fachlichen Anforderungen an eine adäquate medizinische und pflegerische Versorgung einer alternden Bevölkerung besteht die Notwendigkeit für flächendeckende Pflegeberufekammern. Sie sind ein wichtiges, wenn auch kein hinreichendes Mittel, um eine angemessene Versorgungsqualität zu gewährleisten.

Verbindliche Regelungskompetenz

An dieser Stelle muss betont werden, dass es hier nicht um die Notwendigkeit einer Vereinigung im Sinne einer Interessensvertretung geht. Vielmehr geht es darum, eine berufliche Selbstverwaltung zu etablieren, die dafür sorgt, dass Pflegefachpersonen auf einem aktuellen Wissensstand sind, sich ihre Fort- und Weiterbildung an den Erfordernissen einer sich ändernden Bevölkerungsstruktur und wissenschaftlichen Erkenntnislage orientiert und die professionelle Sichtweise dieser Berufsgruppe bei gesundheitspolitischen Entscheidungen berücksichtigt wird. Dies kann nicht durch eine freiwillige Vereinigung der Interessensvertretung à la Bayern geschehen, sondern nur durch eine echte Kammer mit Pflichtmitgliedschaft und damit einer verbindlichen Regelungskompetenz für alle Berufsangehörigen.

Schleswig Holstein und Niedersachsen

In Schleswig-Holstein hat sich der Gesetzgeber aus diesen Gründen bewusst dafür entschieden, eine Pflegeberufekammer zu etablieren – Startschuss ist im April 2018. Kurz darauf wird die Kammer in Niedersachsen ihre Arbeit beginnen.

Wichtig werden wird eine gute Kommunikation und Abstimmung zwischen den Pflegeberufekammern. Ziel der Zusammenarbeit muss sein, von Anfang an berufliche Mobilität zu gewährleisten. Kammerrecht ist Länderrecht - deshalb kommen wir nicht daran vorbei, die demokratischen Prozesse in allen Bundesländern zu durchlaufen. Wir können aber durch gute Abstimmung dafür sorgen, dass nicht jeder das Rad neu erfinden muss, sowie für Pflegende durch die unterschiedlichen Länderkammern keine föderalistischen Hürden entstehen.

Die Landespflegekammern und ihr Engagement für die Bundespflegekammer

Ob und wann die Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein in die Gründung einer Bundespflegekammer einsteigt, werden die gewählten Vertreterinnen und Vertreter entscheiden. Da (auch) die Landeskammern in Niedersachsen und Schleswig-Holstein schnell mit Fragestellungen konfrontiert sein werden, die auf Bundesebene geklärt werden müssen, gehe ich davon aus, dass das Thema Bundespflegekammer schon 2018 auf der Agenda stehen wird. Allerdings muss auch klar sein, dass die Landeskammern auch ohne Bundespflegekammer miteinander reden können. Die gute Kommunikation, die derzeit zwischen den Errichtungsausschüssen in Schleswig-Holstein und Niedersachsen und der Pflegekammer Rheinland-Pfalz besteht, ist bereits ein positives Zeichen."

Der Deutsche Pflegetag in Berlin vom 15. bis 17. März 2018 steht unter dem Motto „Teamarbeit – Pflege interdisziplinär!“. Informationen und Tickets
Autorin: Patricia Drube, Vorsitzende des Vorstands des Errichtungsausschusses der Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein.

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