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Pflege bringt mich ins Gespräch

Aufmerksamkeit, ein bewusstes Dankeschön von Patienten und Zeit für die Beratung von Angehörigen – das mag Oliver Weymann am Pflegeberuf.

Oliver Weymann ist Gesundheits- und Krankenpfleger in den Kliniken an der Paar im bayerischen Friedberg. Parallel studiert der 26-Jährige zurzeit Pflegepädagogik an der Katholischen Stiftungshochschule München. In unserer Umfrage beim Deutschen Pflegetag hat er fünf Fragen beantwortet.

Was macht Sie stolz auf Ihren Beruf?

Ich finde es sehr gut, dass unser Beruf so viel Aufmerksamkeit bekommt auch wenn diese Aufmerksamkeit durchaus unterschiedlich ist. Es ist wirklich sehr leicht, über den Beruf ins Gespräch zu kommen. Denn man kann aus einem Bereich berichten, der für viele eher eine Tabuzone ist, etwas, mit dem sie sich nur ungern auseinandersetzen. Man selbst ist aber Insider und kann aus einer Perspektive berichten, die für viele nicht zugänglich ist.

In welchen Momenten mögen Sie Ihren Beruf besonders gern?

Da fällt mir zweierlei ein. Zum einen, wenn ich für meine pflegerischen Leistungen oder die zwischenmenschlichen Interaktionen ein wirklich bewusstes Dankeschön von einem Patienten oder den Angehörigen bekomme. Dabei kenne ich zwei Arten von Danke - das eine ist ein Mitleids-Danke, dafür dass trotz großer Personalnot das Zwischenmenschliche nicht zu kurz kommt. Das andere gibt es, wenn die Rahmenbedingungen passen und wir wirklich nach der aktuellen Kunst der Pflege pflegen können. Außerdem mag ich es, wenn ich meine in der Ausbildung und im Studium erworbenen Kompetenzen wirklich anwenden kann - zum Beispiel in der Beratung von Angehörgen. Leider ist dafür aber nur in den seltensten Fällen Zeit.

Wenn Sie eine Sache verändern könnten: Was wäre das?

Dann würde ich mir wünschen, dass die Pflege nicht nur politisch und wissenschaftlich mehr Bedeutung gewinnt, sondern das Thema auch wieder mehr in die Familien und in die Gesellschaft zurückgetragen wird.

Warum besuchen Sie den Deutschen Pflegetag?

Ich habe ein großes Interesse an den Entwicklungen in der Pflege - vor allem im digitalen Bereich. Und außerdem netzwerke ich hier und recherchiere für unseren Blog: www.carewelt.de

Gibt es eine Botschaft an den Nachwuchs, die Sie gerne loswerden möchten?

Zieht Eure Ausbildung auf jeden Fall durch - denn ich habe die große Hoffnung, dass die Verbesserungen nicht mehr lange auf sich warten lassen...

Interview: Jens Kohrs

Foto: Caren Pauli

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