Führungskompentenz

Mit diesen 7 Tipps gewinnen Stationsleitungen Respekt

Immer wieder gibt es Mitarbeiter, die es sich auf Kosten der Kollegen bequem machen. Das wirkt destruktiv auf das gesamte Team. Die Stationsleitung muss dringend durchgreifen.

Inhaltsverzeichnis

Das Phänomen gibt auf vielen Stationen und Wohnbereichen: Immer wieder melden sich bestimmte Mitarbeiter ohne wirklich nachvollziehbaren Grund kurzfristig krank, auch weigern sie sich für kranke Kollegen einzuspringen. Für die Kollegen ist dies frustrierend, geradezu demotivierend. Sie erwarten, dass die Stationsleitung durchgreift. Dies zeigt die aktuelle Studie zur Arbeitgeberattraktivität von Schubert Management Consultants. Doch wie stellen sie es am besten an? Studienleiterin Petra Schubert hat eine ganze Reihe von Ideen:

1. Tipp: Tun Sie sich mit anderen Stationsleitungen zusammen

Stationsleitungen haben in der Rolle der Leitungskraft keine richtige Heimat mehr, weil ihre ehemaligen Kollegen zu Mitarbeitern geworden sind. Deshalb suchen sie sich am besten eine neue Heimat, sprich, ein neues Team. Ideal sind regelmäßige Treffen und kollegiale Beratung mit den anderen Stationsleitungen: Im neuen Kollegenkreis kann man Rolle und Verantwortung klären, Themenfelder vereinbaren, auf denen man zusammenarbeiten kann, Schwierigkeiten mit Mitarbeitern besprechen, und, und, und ...

2. Tipp: Fordern Sie mehr Zeit für organisatorische Arbeit

Wenn Sie wie so viele Stationsleitungen fest im Dienstplan eingeteilt sind: Sprechen Sie mit der Geschäftsführung oder Pflegedirektion und Ihrer Pflegedienstleitung, machen Sie deutlich, dass Sie mehr Zeit für Ihre Steuerungsaufgaben brauchen.

Selbst wenn Sie bereits einen Tag freigestellt sind: Pochen Sie auf mehr administrative Zeit. Ein Tag ist definitiv zu wenig.

Überhaupt schon das Wort „freigestellt“: Da brauchen wir neue Begriffe, meint Petra Schubert. „Das heißt doch eigentlich, dass ich Tätigkeiten ausführe, die mit meiner direkten Arbeit nichts zu tun haben. Bei Ärzten spricht man doch auch nicht von ‚Freistellung‘, wenn sie sich um ihre Führungs- und Steuerungsaufgaben kümmern. Vielleicht sollte man von Steuerungs- oder Führungszeit sprechen.“

3. Tipp: Machen Sie sich schlau

Informieren Sie sich über arbeitsrechtliche Fragen, befassen Sie sich mit den Prozessen auf Ihrer Station und in der Abteilung sowie mit den typischen Schnittstellen-Problemen. Machen Sie sich Gedanken, wie Sie Ihre Kommunikation mit anderen Bereichen gestalten.

4. Tipp: Führen Sie Rückkehrgespräche

Reden Sie mit Mitarbeitern, die etwa immer dann krank werden, wenn sie bestimmte Schichten übernehmen sollen. Sprechen Sie Klartext, schildern Sie diesen Mitarbeitern die Folgen ihres Verhaltens (zum Beispiel: Kollege musste aus dem Frei gerufen werden). „Die optimieren sich auf dem Rücken der Kollegen, da ist eine ordentliche Portion Klarheit notwendig“, so Petra Schubert.

5. Tipp: Achten Sie auf angekündigtes Krank

Das gibt es tatsächlich: Mitarbeiter, die einen Dienstwechsel (wegen eines Zahnarzttermins, eines Geburtstages et cetera) erzwingen, indem sie mit Krankheit drohen. „Das ist Erpressung und ein Grund für eine fristlose Kündigung. In solchen Situationen kommt es darauf an, richtig zu reagieren. Sagen Sie am besten: ‚Willst du das wiederholen oder vielleicht überlegen, ob du morgen nicht doch kommst.‘“

6. Tipp: Stärken Sie Ihre Position als Leitungskraft

Suchen Sie die Unterstützung der PDL, wenn Sie bei Konflikten mit Mitarbeitern Unterstützung brauchen; führen Sie Dreiergespräche. Kümmern Sie sich um fachliche und strategische Beratung. Besuchen Sie arbeitsrechtliche Schulungen, damit Sie gegenüber Blaumachern und Verweigerern entschlossen auftreten können.

7. Tipp: Seien Sie offen, zeigen Sie sich kritikfähig

Sie glauben, bereits alles richtig zu machen? Betrachten Sie sich mit Abstand, fragen Sie Ihre Kollegen. Denn auch dies hat die Studie Arbeitgeberattraktivität zutage gefördert: Pflegekräfte und Pflegeschüler sind mit dem Umgang mit Fehlern und Konflikten innerhalb der pflegerischen Teams im Schnitt weniger zufrieden als die pflegerischen Leitungskräfte.

Ein Tipp für Kollegen

„Es gibt ja auch viele konfliktscheue Kollegen“, sagt Petra Schubert. „Aber ich würde mir den Blaumacher oder Verweigerer einfach mal vornehmen und ihm deutlich sagen, wie schlimm ich sein Verhalten finde. Was haben Sie denn zu verlieren? Dass er Sie nicht mehr mag? Nun, es ist doch eigentlich nicht wichtig, von einer Person gemocht zu werden, die den Teamgeist der anderen so dermaßen ausnutzt.“

Autorin: Kirsten Gaede

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