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Weltfrauentag 2021

Mehr Chefinnen, weniger Chefs: Was nützt es Pflegekräften?    

Zum Frauentag antworten auf diese Frage Pflegevertreter und Aktivisten, ein Geschäftsführer (Bodo de Vries), Politiker (Rüddel und Schulz-Asche) und Pflegedirektorinnen und PDL (Vera Lux, Jana Luntz, Anna Mahnke)         

Die Klage ist bekannt: Im Gesundheitswesen arbeiten rund 70 Prozent Frauen, aber nur 30 Prozent der Spitzenpositionen sind weiblich besetzt. Es ist an der Zeit, diese Verhältnis aufzubrechen, wie nicht zuletzt  Angela Merkel in Ihrem Podcast am Sonnabend (6. März) kurz vor dem Frauentag deutlich sagte. Doch was würde es neben Geschlechtergerechtigkeit bringen? Würden sich auch die Verhältnisse für die Pflegekräfte ändern? Würden mehr Frauen an den Spitzen von Krankenhäusern, Heimen, Krankenkassen und Verbänden die Situation der Pflegekräfte verbessern? Diese Frage stellten wir zwölf ganz unterschiedlichen Branchenvertretern.    

„Liebe Frauen, traut euch!“

Lea Friedrich, Gesundheits- und Krankenpflegerin aus Berlin, aktiv bei Walk of Care

Seit 2016 engagiere ich mich ehrenamtlich beim Walk of Care. Auch das Thema Geschlechter(un)gerechtigkeit in der Pflege beschäftigt uns seit unserer Ausbildung. Wir haben gemerkt: Die „wirklich“ hohen Posten, werden oft von männlichen Kollegen besetzt, obwohl die Frauen ja nicht weniger kompetent sind. Warum ist das so? Wir wünschen uns mehr Selbstbewusstsein innerhalb unserer Berufsgruppe. So ist das Lied „Ach, pfleg‘ mich doch am Arsch“ entstanden. Die Kernpointe lautet: „Wir kämpfen für Veränderung, in Sachen Gleichberechtigung; für die Pflegeprofession, und mehr Progression, durch weniger Testosteron in Führungsposition!“. (YouTube Link: https://www.youtube.com/watch?v=r9KjXE_I1sQ) Meine persönliche Vision mit mehr Geschäftsführerinnen im Gesundheitssystem: familien- und zyklusfreundlichere Arbeitsmodelle, in denen ich nicht immer 100 Prozent geben muss – manchmal sind es eben nur 50 Prozent und dafür in der nächsten Woche dann 150 Prozent. Und gäbe es mehr Frauen in Vorständen von Krankenkassen und Pharmafirmen, würde es sicherlich mehr Studienergebnisse über die Wirkung von Therapien bei Frauen in verschiedenen Lebensphasen geben. (Mein Buchtipp zu diesem Thema: Unsichtbare Frauen von Caroline Criado-Perez)

Liebe Frauen, traut euch! Für eine Veränderung brauchen wir euch!

„Ja, Frauen führen besser: Schaut auf ihre Motivation“

Jana Luntz, Pflegedirektorin des Universitätsklinikums Dresden, stellvertretende Vorsitzende des Verbands der PflegedirektorInnen der Universitätskliniken Bisher sind Frauen in den Führungsspitzen der Branche fast überall in der Minderheit. Ohne meinen männlichen Kollegen zu nahe treten zu wollen, möchte ich die Frage mit „ja“ beantworten. Und das liegt für mich klar in der Führungsmotivation von Frauen begründet. Es geht ihnen nicht darum, die Mitarbeiter*innen dazu zu treiben, Managementstrategien stupide umzusetzen.

Vielmehr haben Frauen erkannt, dass ihre Mitarbeiter*innen dazu ermutigt werden müssen, kreativ und innovativ zu denken und vor allem zu arbeiten. Und das gelingt nur, wenn nicht, wie leider bei vielen – nicht allen – männlichen Führungskräften üblich, das eigene Ego im Fokus steht. Weiblichen Führungskräften geht es um Menschenkenntnis und Empathie. Denn nur so können zielführende Entscheidungen getroffen und damit Lösungen generiert werden. Für mich ist das ein mehrdimensionales Thema. Wenn männliche Führungskräfte ein Ziel haben, möchten sie dieses ohne Umwege erreichen. Dabei bleiben oft Mitarbeiterbedürfnisse und Analysen auf der Strecke.

Ich bin kein Fan von Basisdemokratie, aber ich habe erkannt, wie wichtig Kooperation ist. Dass es beispielsweise hilfreich ist, Mitarbeiter*innen einzubeziehen, zu fragen und zur Lösungsfindung hinzuzuziehen. Ich denke, dass ist eines der entscheidendsten Merkmale weiblicher Führung und davon können wir mehr gebrauchen.

„Stringente normative Vorgaben scheinen alternativlos“

Bodo de Vries, Stellv. Vorsitzender der Geschäftsführung der Ev. Johanneswerk gGmbH Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass die Gleichbehandlung von Männern und Frauen im Zusammenhang mit beruflichen Positionen und Führungsverantwortung nicht durch Apelle und der intellektuellen Einsicht in Fragestellungen zur Chancengleichheit zu erreichen ist. Stringente normative Vorgaben scheinen hier alternativlos zu sein. Die Positionen der ehemaligen Hausväter in stationären Einrichtungen der Altenpflege sind im Ev. Johanneswerk längst überwiegend von Frauen besetzt: 27  der 37 Einrichtungen werden heute von Frauen geführt.

Für weitere Entwicklungen auf der Ebene der Vorstände bedarf es auch in der Freien Wohlfahrtspflege unausweichliche Reglementierungen, an denen sich die Entscheidungen auszurichten haben. Für die Altenpflege selbst ist allerdings auch die umgekehrte Genderfrage dringend zu stellen. Zu keinem Zeitpunkt in der Bundesrepublik Deutschland gab es so viele pflegebedürftige alte Männer. Ihre Anzahl wird durch die Geburtsjahrgänge, die auf Seiten der Männer nicht mehr kriegsbedingt reduziert sind weiter steigen. Die Lebenswelten und Versorgungsmilieus in der stationären Altenpflege sind allerdings feminin geprägt und von Pflegerinnen und alten pflegebedürftigen Frauen dominiert. Die Bedarfs- und Bedürfnislagen alter Männer müssen in diesen Kontexten noch entwickelt werden. Gerne durch Frauen und Männer, die die hierzu gehörige Pflegearbeit leisten.

„Ja, Frauen führen besser, weil sie die Perspektive der Mitarbeitenden einnehmen können“ 

Christel Bienstein, Präsidentin des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK) Die kurze Antwort ist: Ja. Ich will das aber gerne begründen. Gute Führung beruht meiner Ansicht nach ganz zentral darauf, dass man weiß, was die Mitarbeitenden können, was sie antreibt und was sie brauchen, um ihr Potenzial zu entfalten. Um das zu wissen und die entsprechenden Rahmenbedingungen zu schaffen, muss ich die Perspektiven der Mitarbeitenden einnehmen können.

Die Pflegeberufe sind die größte Berufsgruppe im Gesundheitswesen und über 80 Prozent von ihnen sind Frauen. Die Leitungspositionen sind aber noch immer überwiegend von Männern besetzt, die nicht einmal zwingend Pflegefachpersonen sind. Es fehlen damit zwei extrem wichtige Perspektiven in der Unternehmensführung – und von Menschen mit Migrationsgeschichte oder LGBTIQ reden wir hier noch gar nicht. Ich bin davon überzeugt: Je diverser Führungsteams sind, desto eher nehmen sie die unterschiedlichen Bedarfe, Fähigkeiten und Interessen der Mitarbeitenden wahr.

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Lea Friedrich, Gesundheits- und Krankenpflegerin aus Berlin, aktiv bei Walk of Care
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Jana Luntz, Pflegedirektorin des Universitätsklinikums Dresden, stellvertretende Vorsitzende des Verbands der PflegedirektorInnen der Universitätskliniken
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Bodo de Vries, Stellv. Vorsitzender der Geschäftsführung der Ev. Johanneswerk gGmbH
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Christel Bienstein, Präsidentin des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK)

„Frauen gehen auch mal andere Wege – und das braucht unser Gesundheitswesen dringend“ 

Anna Mahnke, Pflegedienstleitung am Universitätsklinikum Regensburg und Autorin (zusammen mit Martina Müller-Schilling) des Buches Pflegende und Ärzte: Kommunikation auf Augenhöhe Nach wie vor sind in den Geschäftsführungen und Vorständen mehr Männer als Frauen vertreten. Dies liegt nicht an ungleichen Qualifikationen, wie diverse Studien belegen.

Für mich sind Führung und Entscheidungen nicht weiblich oder männlich. Führungseigenschaften dürfen nicht am Geschlecht, sondern an der Persönlichkeit, deren Qualifikation und Fähigkeiten festgemacht werden. Veraltete Rollenbilder müssen aufgebrochen, Gendermainstreaming und Gleichberechtigung thematisiert und gelebt werden. Nur so können Frauen bei gleicher Qualifikation auch in den höchsten Managementetagen mitwirken.

Zudem bin ich mir sicher, dass gerade in einem Frauenberuf wie der Gesundheits- und Krankenpflege Frauen in der Führungsetage viel bewirken können. Frauen gehen auch einmal andere Wege, die zum Erfolg führen, und dies braucht das Gesundheitswesen gerade dringend, um die Situation der Pflegenden zu verbessern.

„Frauen in Top-Positionen steigern die Arbeitgeberattraktivität“

Kordula Schulz-Asche (Grüne), Sprecherin für Pflege- und Altenpolitik der Grünen-Bundestagsfraktion

Frauen in Spitzenpositionen sucht man in Deutschland nach wie vor vergeblich – das gilt leider auch im Gesundheitswesen. Mit einer Frauenquote von 38 Prozent in Führungspositionen liegt es im Vergleich zu anderen Branchen zwar weit vorn, doch die Betrachtung des Geschlechterverhältnisses unter allen Beschäftigten legt das Missverhältnis offen – denn 76 Prozent des Gesundheitspersonals sind weiblich.

Mit Blick auf den Fachkräftemangel und den steigenden Bedarf an hoch qualifiziertem Personal im Bereich der Pflege ist dieser Zustand unhaltbar. Weibliche Potenziale bleiben schlicht ungenutzt, obwohl Untersuchungen darauf hinweisen, dass sich ein höherer Frauenanteil in Führungspositionen positiv auf die Bindung neuer Fachkräfte und die Attraktivität des Arbeitgebers auswirken kann.

Wir Grüne werden daher auch am heutigen Internationalen Frauentag nicht müde, Druck auf die Bundesregierung auszuüben und eine gleichberechtigte Repräsentation von Frauen und Männern in allen Führungsgremien des Gesundheitswesens zu fordern.

„Frauen sollten die gleichen Chancen auf Leitungspositionen haben“

Erwin Rüddel (CDU), Vorsitzender des Gesundheitsausschusses des Deutschen Bundestags

Wir brauchen die Rahmenbedingungen, so dass Frauen im Beruf die gleichen Chancen haben, ihre fachlichen Potenziale vollumfänglich einzusetzen, beispielsweise durch eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Frauen sollten die gleichen beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten und Chancen auf Leitungspositionen im Gesundheitswesen haben wie Männer. Dabei glaube ich nicht, dass Frauen grundsätzlich anders führen als Männer. Bei Führung kommt es vielmehr auf die Haltung an als auf das Geschlecht.

„Frauen wissen aus der Berufspraxis, wie man den Pflegeberuf attraktiver gestalten kann“

Nadya Klarmann, Präsidentin der Pflegekammer Niedersachsen, Altenpflegerin Pflege ist weiblich. Doch in den meisten Führungsetagen in Kliniken, Heimen, Krankenkassen und Verbänden sind Pflegefachfrauen noch immer unterrepräsentiert. Das muss sich ändern. Denn viele Frauen in der Pflege sind topqualifiziert. Sie wissen aus der Berufspraxis, wie man den Pflegeberuf attraktiver gestalten kann. Ihre Perspektive ist wertvoll, um Lösungen für Herausforderungen wie den Personalnotstand, die Arbeitsverdichtung in der Pflege und eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu finden. Ich wünsche mir mehr Pflegende in den Spitzenpositionen im Gesundheitswesen, insbesondere mehr Frauen.

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Anna Mahnke, Pflegedienstleitung am Universitätsklinikum Regensburg und Autorin (zusammen mit Martina Müller-Schilling) des Buches Pflegende und Ärzte: Kommunikation auf Augenhöhe
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Kordula Schulz-Asche (Grüne), Sprecherin für Pflege- und Altenpolitik der Grünen-Bundestagsfraktion
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Erwin Rüddel (CDU), Vorsitzender des Gesundheitsausschusses des Deutschen Bundestags
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Nadya Klarmann, Präsidentin der Pflegekammer Niedersachsen, Altenpflegerin

Frauen bringen die soziale Kompetenz mit, zukunftsfähige Führungsprozesse voranzutreiben 

Marie-Luise Koch, Geschäftsführende Gesellschafterin Business Academy Marburg und Institutsdirektorin Steinbeis Transfer Zentrum der Steinbeis Hochschule Berlin Pflege ist noch immer weiblich!“ Doch stereotype Rollenbilder sorgen immer dafür, dass Frauen in Führungspositionen und Selbstverwaltungsgremien im Gesundheitswesen weiterhin unterrepräsentiert sind. Gerade weibliche Führungskräfte sind mit Eigenschaften wie Empathie, ausgeprägter Kommunikationsfähigkeit und dem Verständnis für die notwendige Balance zwischen beruflicher Karriere und Familie geradezu prädestiniert dafür, eine gendersensible Führungskultur im Gesundheitssektor zu implementieren.

Mit Hilfe passgenauer Bildungsprodukte bringen sie nicht nur die erforderliche fachliche Expertise, sondern darüber hinaus auch die soziale Kompetenz mit, Führungsprozesse im Sinne einer zukunftsfähigen Organisationsentwicklung voran zu treiben. Das kann ich nach vielen Jahren in der akademischen Bildung nur als Fazit meiner Arbeit bestätigen.

„Es ist zwingend geboten, dass wir auf der Entscheidungsebene die Geschlechterverteilung wiederfinden“

Franz Wagner, Präsident des Deutschen Pflegerats (DPR) Frauen kommunizieren und führen anders - das ist eine Binsenweisheit. Frauen haben oft auch eine andere Perspektive auf Ursachen und Zusammenhänge. Andererseits sind das Stereotypien, die ich als Mann in einem Frauenberuf auch nicht immer bestätigt erlebt habe. Aus meiner Sicht ist es auch aus einer Perspektive der Gerechtigkeit heraus zwingend geboten, dass wir überall - aber ganz besonders in den typischen Frauenberufen beziehungsweise in Bereichen, in denen überwiegend Frauen arbeiten - auf allen Entscheidungsebenen die Verteilung der Geschlechter wiederfinden.

„Frauen stehen sich mit ihren hohen Ansprüchen an ihre eigene Person oft selbst im Weg“ 

Vera Lux, Pflegedirektorin der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) Die Pflege ist noch immer ein klassischer Frauenberuf, denn mehr als 80 Prozent der Pflegenden sind Frauen und nur circa 10 bis 20 Prozent sind Männer. Bei den Führungspositionen in der Pflege kehrt sich das Verhältnis jedoch um: Führungspositionen in der Pflege werden sehr viel häufiger von Männer besetzt als von Frauen.

Nicht immer liegt dies an den Männern, es liegt auch an den Frauen selbst. Obwohl sie gut sind, meinen sie nicht gut genug zu sein, wenn sie das Anforderungsprofil nicht zu 100 Prozent erfüllen. Die Anforderungen an die eigene Person sind sehr hoch und so stehen sich die Frauen oft selbst im Weg.  Der Weltfrauentag soll Frauen Mut machen, ihren eigenen Weg zu gehen und sich dabei nicht beirren zu lassen. Viele starke Frauen in der Geschichte haben gezeigt, dass es sich lohnt, für seine eigenen Ideale und Vorstellungen zu kämpfen. Das hat sich bis heute nicht geändert und ich wünsche mir viel mehr starke, laute und sichtbare Frauen in der Pflege - auf allen (Führungs-) Ebenen.

„Ich bin froh, dass das Thema „Gendergerechtigkeit im Management“ zumindest in der Pflege längst nicht mehr dem Konjunktiv unterliegt.“

Eva Lettenmeier, Chief Human Resources Officer, KORIAN Deutschland

Sowohl weibliche als auch männliche Fachkräfte sind knapp und daher sehr begehrt, d.h. sie werden nicht nur gehört, sondern machen Karriere in der Pflege – ganz unabhängig von ihrem Geschlecht. Die Frage muss doch vielmehr lauten:

„Was möchten wir verbessern, wen brauchen wir dazu und welchen aktiven Beitrag können die Unternehmen leisten etwa durch spezielle Förderprogramme?“ Bei KORIAN bieten wir bspw. bereits spezielle Weiterentwicklungsprogramme für Leitungs- und Pflegekräfte an wie unser europäisches Führungskräfte-Entwicklungsprogramm „s.Keys – Skills for Share“, mit dem wir Frauen und Männer gleichermaßen unterstützen. Generell sollten wir den Pflegeberuf, die Branche und damit die Management-Ebene attraktiver machen und an einem nachhaltigen Kulturwandel über die dieser systemrelevanten Branche mitwirken: Denn nichts ist aus meiner Sicht erfüllender, als die Menschen zu führen, die für andere da sein wollen.

„Fast alles meine Chefinnen sind Frauen – und das gefällt mir gut!“   

Alexander Warnke, Gesundheits- und Krankenpfleger aus Berlin, aktiv bei Walk of Care

Ob Chefinnen Vorteile haben? Nun, ich mache da ganz persönliche Erfahrungen, denn ich arbeite in den DRK Kliniken Berlin, die zu 100 Prozent der DRK-Schwesternschaft Berlin gehören. Mir gefällt es mit den Frauen an der Spitze, denn dadurch ist das Unternehmen ausgesprochen familienfreundlich. Als ich in der Ausbildung war und Vater wurde, konnte ich ein halbes Jahr Elternzeit nehmen und die Ausbildung verlängern. Als ich kürzlich zum zweiten Mal Vater wurde, war es wieder kein Problem auszusetzen. Als Vater Elternzeit zu nehmen wird sogar unterstützt und gefördert.

Insgesamt herrscht ein frischer Wind im Unternehmen: Die Unternehmensverantwortlichen, Frau Oberin Fuhr und zwei Geschäftsführer, zeigen sich sehr interessiert an den Ideen der jüngeren Pflegenden. Praktisch wurde das zum Beispiel in der Kreativwerkstatt der DRK Kliniken Berlin umgesetzt, in der Lea Friedrich (siehe Statement ganz oben, Anm. d. Red.) Valentin Herfurth, Ute Spiegel und Sten Schütze mitwirken. Das Besondere daran ist, dass alle anteilig in der Pflege arbeiten und in der Kreativwerkstatt. Die Ideen und Konzepte, die wir dort gemeinsam mit den Auszubildenden und Mitarbeitenden entwickeln, tragen wir regelmäßig unseren Unternehmensverantwortlichen vor und überlegen, wie wir diese in Form von zielgerichteten Projekten gemeinsam umsetzen können. Das ist in meinen Augen sehr innovativ.

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Marie-Luise Koch, Geschäftsführende Gesellschafterin Business Academy Marburg und Institutsdirektorin Steinbeis Transfer Zentrum der Steinbeis Hochschule Berlin
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Franz Wagner, Präsident des Deutschen Pflegerats (DPR)
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Vera Lux, Pflegedirektorin der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH)
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Eva Lettenmeier, Chief Human Resources Officer, KORIAN Deutschland
Foto: © Schlütersche - Andrea Wiedermann

Kommunikation

Tipp 21: So gewinnen Sie den Arzt für sich

Auf den Arzt stürmen täglich tausend Anforderungen ein. Wie können Sie als Pflegekraft den Arzt auf Ihre Seite ziehen? Sie müssen den richtigen Ton treffen und Sie müssen klar sagen, was Sache ist!

Foto: Priscilla du Preez/Unsplash

Interview

Warum machen so wenige Pflegekräfte Supervision?

Klar: Sie wird selten angeboten. Aber es gibt auch Vorbehalte: Viele möchten auf der Arbeit nicht allzu persönlich werden. Wir sprachen mit dem Psychologen Markus Schmitt über leicht zugängliche Alternativen

Foto: Dorothee Hellinger

TK-Gesundheitsreport 2019

Warum nehmen so viele Pflegekräfte Antidepressiva?

Echter Respekt statt Skandalisierung, sagt Organisationsberaterin Karla Kämmer. Lesen auch zehn weitere Kommentare von Psychiatern, Pflegemanagern, Pflegewissenschaftlern, Coaches und Gesundheitswirtschafts-Experten

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Frauennetzwerk

Gründungspartner/-innen

Die Community „TOP-Management Pflege“ steht seit über einem Jahr für Unterstützung und Austausch von Frauen in Führungspositionen der Pflege. Von Anfang an mit dabei: KORIAN, die PAUL HARTMANN AG und die Medizinische Hochschule Hannover.

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