Altenpflege

Lebensraum statt Krankenzimmer

Für bettlägerige Menschen schrumpft die Welt zusammen. Daher ist die Gestaltung der unmittelbaren Umgebung besonders wichtig. Denn erst damit wird ein Bewohnerzimmer zum angenehmen Lebensraum.

Inhaltsverzeichnis

Auch das Zimmer eines Menschen, der nur noch im Bett liegen kann, sollte nicht wie ein nüchternes, funktionelles »Krankenzimmer« wirken. Auch wenn es die Pflege erleichtert, wenn Inkontinenzvorlagen und sonstiges Pflegematerial immer griffbereit liegen, gehören Pflegeutensilien nicht in das Sichtfeld des Betroffenen. Am besten verschwinden sie einfach »unsichtbar« in einem Schrank.

Was können Sie sonst tun, um das Zimmer zum ganz persönlichen Wohlfühlraum zu machen?

Herausforderung Mehrbettzimmer

Die größte Herausforderung dabei sind Mehrbettzimmer. Wie kann man ein Mehrbettzimmer individuell gestalten und auch die Intimsphäre schützen? Keine leichte Aufgabe.

Aber auf einen Sichtschutz zum Nachbarbett können Sie achten, zum Beispiel durch einen Paravent. So ist für ein Mindestmaß an Privatsphäre gesorgt.

Persönliche Gegenstände sind da schwieriger unterzubringen. Immerhin: Der Bereich rund um das Bett des Bewohners kann eine individuelle Note bekommen. Denken Sie dabei auch daran, dass der Betroffene seine Lieblingsgegenstände auch vom Bett aus sehen können muss.

Lebensqualität im Einzelzimmer

In einem Einzelzimmer haben Sie mehr Möglichkeiten. Vertraute Möbelstücke zum Beispiel haben für den Bewohner oft einen hohen emotionalen Wert, selbst wenn er sie in seiner aktuellen Situation gar nicht mehr nutzen kann.

Auch andere biografisch bedeutsame Erinnerungsstücke wie z. B. Fotos sollten nicht fehlen. Da sich der Lebensraum nun auf das Bett reduziert hat, sollten diese Dinge für den bettlägerigen Menschen greifbar oder zumindest sichtbar sein.

Ein Nebeneffekt: Betritt man einen individuell gestalteten Raum, verhält man sich instinktiv respektvoller. Somit wird zusätzlich die Privatsphäre geschützt.

Biografiearbeit als Helfer

Biografiearbeit ist gefragt, wenn der Bewohner nicht mehr selbst zum Ausdruck bringen kann, wie sein Zimmer gestaltet sein sollte. So können Sie sich an früheren Gewohnheiten orientieren. Finden Sie heraus, ob für den Betroffenen z. B. religiöse Symbol eine Bedeutung haben, Feiertage, Jahreszeitendeko.

Ist der Betroffene so weit eingeschränkt, dass sein Blick in der Rückenlage hauptsächlich nach oben gerichtet ist, kann sogar die Zimmerdecke in sinnvoller Weise in die Gestaltung des Raumes einbezogen werden.

Betrachten Sie das Zimmer mit den Augen Ihrer bettlägerigen Bewohner. Wenn Sie dann noch die persönliche Geschichte mit einbeziehen und die Möglichkeiten ausschöpfen, die Ihre Einrichtung bietet, können Sie eine Menge dazu beitragen, dass der Lebensraum Bett zum Wohlfühlraum wird.

Buchtipps:

Serie Soft-Skills

Tipp 3: Biografiearbeit verbessert die Kommunikation

Nutzen Sie den Schatz, der in den Erinnerungen Ihrer Bewohner verborgen liegt: Setzen Sie auf Biografiearbeit! Sie öffnet den Bewohner für Gespräche und fördert sein Wohlbefinden.

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