Gerade Intensivpflegekräfte können problemlos häufig wechseln: Sie haben einen klar umgrenzten Arbeitsplatz, ohne ausgeprägte Vernetzung. Außerdem sind sie hochbegehrt,    
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Auf Wiedersehen, ich hab’ was Neues: Gerade Intensivpflegekräfte können problemlos häufig wechseln: Sie haben einen klar umgrenzten Arbeitsbereich, ohne ausgeprägte Vernetzung. Und: Sie sind hochbegehrt,    

Beruf und Karriere

Ist ein häufiger Jobwechsel wirklich so schlimm?   

Jedes Jahr ein neuer Job – das macht misstrauisch. Oder doch nicht? Personalexperte Dr. Nicolai Kranz beobachtet gerade eine Veränderung in den Personalabteilungen – ein Gastkommentar   

Schnelle Jobwechsel in kurzer Zeit machen jeden Arbeitgeber misstrauisch. Ein Fehlgriff geht noch durch, vielleicht noch zwei. Wenn so ein schneller Wechsel aber noch öfter vorkommt, ist der Lebenslauf schon ziemlich ruiniert. – Davon sind viele Personalberaterinnen und -berater überzeugt. Personalexperte Nicolai Kranz sieht die Aussichten für Bewerber mit eher unbeständigem Temperament nicht so düster. Er hat übrigens selbst viel Erfahrung mit Jobwechseln gemacht: Der promovierte Jurist war Personalchef der Uniklinik Köln, Vorstandsmitglied der Uniklinik Essen und zuletzt Personalgeschäftsführer des Klinikums Ingolstadt. Auch für die Zeitarbeitsfirma Stegdoc war er als Geschäftsführer tätig, ebenso für das Jobportals GigWork. Seit sieben Jahren arbeitet der 57-jährige Bonner als selbstständiger Berater und Interimsmanager.    

Die entscheidende Frage ist doch: Leidet die Qualität der Arbeit?

Viele jüngere Personalleiterinnen und Personalleiter, die so Ende 30 sind, sehen häufige Jobwechsel nach meiner Beobachtung inzwischen entspannter. Bei den Älteren, den Babyboomern, ist die Nibelungentreue sicherlich noch eher gefragt. Aber auch unter ihnen finden sich immer mehr, die Flexibilität durchaus akzeptieren.

Ärzte, Hotelfachkräfte, Friseure und Ingenieure – das sind zum Beispiel Berufsgruppen, die häufig ihren Arbeitgeber wechseln. Die möchten möglichst viel Erfahrung sammeln und finden sich in jedem Arbeitsumfeld schnell zurecht. Für die Qualität ihrer Arbeit ist nicht entscheidend, wie lange sie schon bei einem bestimmten Arbeitgeber beschäftigt sind. Anders ist das bei Jobs, die auf Netzwerke außerhalb und innerhalb des Unternehmens angewiesen sind: bei Führungskräften etwa oder auch bei Personalbetreuern.

Jobportal pflegen-online.de empfiehlt:

Gerade Intensivpflegekräfte können sich häufige Wechsel leisten 

Auch im Pflegeberuf ist häufiges Wechseln im Grunde kein Problem. Allerdings beobachte ich eine Neigung zu stabileren, langfristigeren Arbeitsverhältnissen – auch bei denen, die einstellen. Doch hier und da ändert es sich allmählich, zum Beispiel dürften gut qualifizierte Intensivpflegekräfte keine Probleme haben, häufiger zu wechseln und umfassende Erfahrungen zu sammeln.

Protokoll: Kirsten Gaede

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Dr. Nicolai Kranz war unter anderem Personalchef der Uniklinik Köln, Vorstand der Uniklinik Essen und Geschäftsführer im Klinikum Ingolstadt. 
Foto: privat
Dr. Nicolai Kranz war unter anderem Personalchef der Uniklinik Köln, Vorstandsmitglied der Uniklinik Essen und Personalgeschäftsführer im Klinikum Ingolstadt. 

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