Foto: Maren Schlenker
Das muss man sich schon ziemlich strecken: Für Endoskopie-Abteilung braucht man sehr spezielles Wissen und im Idealfall einen Faible für Optik. 

Beruf und Karriere

Interesse an Endoskopie? Aber bitte mit Weiterbildung!

Die Endoskopie ist über die vergangenen 25 Jahre für Pflegekräfte anspruchsvoller geworden. Das ist gut für die Patienten – und für die Pflegekräfte selbst 

Wenn einige in der Endoskopie noch immer den „Funktionsbereich mit angenehmen Arbeitszeiten und wenig Stress“ sehen, dann hat Pflegepräsidentin Christine Vogler das Vorurteil Ende September schwungvoll vom Tisch gewischt: Elisabeth Kern-Waechter, die 1999 als eine der ersten die Weiterbildung „Pflege in der Endoskopie“ anbot und heute noch anbietet, habe dafür gesorgt, dass Leben geschützt und gerettet werden. Voilà! Die Pionierin, die vielleicht nicht zufällig aus er Medizintechnik-Hochburg Baden-Württemberg kommt, hat dafür vom Deutschen Pflegerat – genauer: von der Präsidentin – auf dem Deutschen Pflegetag den Pflegepreis überreicht bekommen.

Elisabeth Kern-Waechter hat sich bei der Entgegennahme des Preises etwas nüchterner ausgedrückt: „Wer im Bereich Endoskopie arbeiten möchte, benötigt auf jeden Fall noch einmal eine Vertiefung der Fachkenntnisse“, sagte sie. Bis heute ist sie mit ihrer Weiterbildung in ganz Deutschland unterwegs – besser: mit ihrer Fachweiterbildung. Fachweiterbildung, weil es für die Weiterbildung Endoskopie inzwischen auch Empfehlungen der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) gibt und sie damit bundesweit anerkannt ist. 

Die Weiterbildung befähigt Pflegekräfte in diesen Fachgebieten:

  • Gastrointestinale Endoskopie: Hierzu gehören beispielsweise die Gastroskopie (Magen) und die Koloskopie (Dickdarm) und die Gallengänge sowie der Pankreasgang.
  • Bronchoskopie: Diese Untersuchung dient der Inspektion der Atemwege und der Lunge.
  • Urologische Endoskopie: Zur Diagnose und Behandlung von Erkrankungen der Niere, der Harnwege und der Prostata.

Jobportal pflegen-online.de empfiehlt:

Nach der Endoskopie-Weiterbildung: Assistieren, Informieren, Instrumentieren, Sedieren

Weitergebildete Fachkräfte können in Kliniken sowie Facharztpraxen arbeiten. Zu ihrem Aufgabenbereich gehören:

  • Vorbereitung des Patienten: Pflegekräfte informieren den Patienten über den Eingriff, bereiten ihn vor und führen die notwendigen Vorbereitungsmaßnahmen durch und geben emotionale Unterstützung um den endoskopischen Eingriff zu bewältigen.
  • Assistenz bei der Endoskopie: Während des Eingriffs unterstützen sie den Arzt, indem sie die Instrumente reichen und bei der Anwendung instrumentieren.
  • Sedieren der Patienten: Während des Eingriffs sedieren sie kontinuierlich den Patienten, überwachen die Vitalparameter und agieren bei Notfällen.
  • Überwachung und Dokumentation: Pflegekräfte überwachen den Zustand des Patienten, dokumentieren die Vitalwerte und den Verlauf des Eingriffs.
  • Nachsorge: Nach der Endoskopie kümmern sich Pflegekräfte um die Nachsorge des Patienten und informieren ihn über postendoskopische Nachsorgemaßnahmen.

Tief eintauchen in den Endoskopie-Prozess mit  Weiterbildung 

Pflegekräfte in der Endoskopie sind sowohl für die Vor- und Nachbereitung in diesem komplexen Arbeitsbereich zuständig, sie assistieren aber auch während des Eingriffs.

Unter anderem umfasst die Weiterbildung folgende Inhalte:

  • Vorbereitungs-, Überwachungs- und Nachsorgemaßnahmen am Patienten
  • Vor- und Nachbereitung der bei der Endoskopie benötigten Instrumente, Materialien und Geräte
  • Unterstützung des Endoskopieteams vor, während und nach dem endoskopischen Eingriffs
  • Planung und Organisation des Arbeitsablaufes
  • Anleitung und Beratung von Patienten und Angehörigen
  • Einhaltung und Überwachung der Unfallverhütungsvorschriften sowie anderer technischer und hygienischer Vorschriften

Einige Teilgebiete der Weiterbildung kann man bei Elisabeth Kern-Waechter als Einzelqualifikation belegen und mit Leistungsnachweis abschließen – beispielsweise das Sedieren und die Aufbereitung der Medizinprodukte. „Um diese Tätigkeiten ausführen zu dürfen, muss die Pflegekraft eine spezielle Qualifikation vorweisen können“, erklärt Elisabeth Kern-Waechter. Die Teilseminare bietet sie bundesweit auch als In-House-Seminar an. Also eine Alternative für alle, denen die komplette Weiterbildung aus verschiedenen Gründen zu umfangreich ist.

Was brauche ich für die Weiterbildung Endoskopie?

Die Weiterbildung Endoskopie richtet sich an ausgebildete Pflegefachkräfte mit mindestens sechsmonatiger Berufserfahrung im Fachbereich Endoskopie. Vorteilhaft ist auch ein gewisses technisches Verständnis, um die komplexen optischen Instrumente und Geräte bedienen zu können.

Wie lange dauert die Weiterbildung Pflege in der Endoskopie?

Die Weiterbildung Endoskopie kann berufsbegleitend absolviert werden. Der theoretische Teil umfasst entsprechend den Empfehlungen der DKG 720 Stunden und findet in Modulen innerhalb von zwei Jahren statt. Elisabeth Kern-Waechter unterrichtet den Großteil davon im Präsenzunterricht und einen kleinen Teil  online.

Die praktische Weiterbildung beinhaltet 1.800 Stunden, unter anderem jeweils in der Urologie, Pneumologie und Gastroenterologie, in der Anästhesie und im Operationsaal.  

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Wo kann ich die Weiterbildung Endoskopie absolvieren?

Es gibt bundesweit mehrere Institute, die eine Weiterbildung in der Endoskopie anbieten. Elisabeth Kern-Waechter ist mit ihrem Unternehmen ekw.concept! in Walldorf in der Nähe von Heidelberg (Baden-Württemberg) ansässig.

Auch diese Einrichtungen bieten die Weiterbildung Endoskopie unter anderem an:

Was kostet die Weiterbildung Endoskopie?

„Je nach Anbieter liegen die Kosten bei etwa 7.000 bis 10.000 Euro für die Theoriestunden“, sagt Elisabeth Kern-Waechter. Diese übernimmt in der Regel der Arbeitgeber. Dazu kommen dann noch die Kosten für die Stunden, die der Arbeitgeber die Pflegekraft für die Weiterbildung freistellt, eventuell Fahrt – und Übernachtungskosten.

Was bringt mir die Qualifikation finanziell?

„Es ist tariflich festgelegt, dass Pflegekräfte nach dem Abschluss eine Gehaltsgruppe höher rutschen“, sagt Elisabeth Kern-Waechter. Für viele gehe es nach der Weiterbildung  auch noch weiter. „Vielen Teilnehmern dient die Weiterbildung als Sprungbrett und Impulsgeber für die persönliche berufliche Karriere. Sie machen danach beispielsweise noch die berufspädagogische Qualifikation zum Praxisanleiter oder studieren an der Hochschule.“

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Elisabeth Kern-Waechter hat  auf dem Deutschen Pflegetag 2023 einen Pflegepreis gewonnen.  
Foto: Foto: privat / Hintergundbild: Canva
Elisabeth Kern-Waechter hat  auf dem Deutschen Pflegetag 2023 einen Pflegepreis gewonnen.  

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