Brandschutz

Immer schwerere Klinik-Brände

Nach dem Brand im Düsseldorfer Marienhospital heißt es: Brandschutz verbessern. Doch wie? 8 Punkte, die jede einzelne Pflegekraft leicht umsetzen kann

Inhaltsverzeichnis

Und wieder ist es passiert: Ein Brand im Krankenhaus, am späten Montagabend (9. September 2019). Dieses Mal im Düsseldorfer Marienhospital. Ein 77-jähriger Patient ist gestorben. 19 Menschen sind nach Recherchen der Welt verletzt, vier davon lebensbedrohlich, vier schwer. Die Brandursache ist noch unklar. Der Brand - so die Welt unter Berufung auf einen Feuerwehr-Sprecher - war im Zimmer eines Patienten im zweiten Stock ausgebrochen. Von dem Zimmer aus verteilte sich der Rauch über fünf Etagen des Krankenhauses.

Schon jetzt mehr Tote und Verletzte als 2018

Damit ist die Zahl der Toten durch Feuer in diesem Jahr in deutschen Krankenhäusern auf sieben gestiegen, die Zahl der Verletzten auf 79 - Quelle: Bundesverband Technischer Brandschutz (bvfa). Die Zahlen sind jetzt schon höher als im Vorjahr, 2017 gab es vier Tote und 50 Verletzte bei insgesamt 50 Krankenhaus-Bränden (dieses Jahr: bisher 33 Krankenhaus-Brände). Zuvor waren die Zahlen über drei Jahre zurückgegangen: Zwischen Januar 2015 und Dezember 2017 gab es bei 37 Bränden vier Tote und 91 Verletzte.

Fordern Sie vernüftigen Brandschutz von Ihrem Arbeitgeber!

Wie lassen sich weitere folgenreiche Brände mit toten und Verletzten in Kreankenhäusern vorbeugen? Was kann jeder Einzelne tun? Brandschutz-Experten empfehlen Großübungen und Anleitungen vor Ort. Doch viele Krankenhaus-Träger (und auch Heim-Träger) schrecken vor dem Aufwand zurück.

Klinik-Brand: Was jeder Einzelne tun kann - 8 Tipps

  • Der erste Tipp lautet also: Appellieren Sie an Ihren Träger und an Ihre Klinikleitung! Machen Sie deutlich, dass einige Minuten online-Schulung und Information über Feuerlöscher-Standorte Ihnen nicht ausreichen.
  • Siegfried Volz, langjährige Berufsfeuerwehrmann aus Fürth (Bayern) und Experte für Brandschutz in Krankenhäusern und Pflegeheimen empfiehlt außerdem: Brandsituationen immer wieder gedanklich durchgehen und sich überlegen, wie man im Ernstfall handeln würde. „Positiv ist auch, solche Situationen mit anderen zu diskutieren oder mit Feuerwehrleuten zu besprechen“, sagt Volz.
  • Eine klassische Situation, so Volz, auf die man sich vorbereiten kann: „Du öffnest die Tür zu einem Krankenzimmer und es kommt dir eine dichte Rauchwolke entgegen, die an dir vorbei in den Flur dringt. Dann heißt es: sofort die Tür wieder schließen, Feuermelder einschlagen und zusätzlich die 112 rufen!“
  • Oder: „Du siehst, wie aus einem Türspalt Rauch dringt. Die Tür nicht einfach aufreißen, sondern die Feuerwehr alarmieren, Feuerlöscher holen und mit der Hand prüfen, ob die Tür heiß ist. Ist sie heiß, dann die Tür geschlossen halten. Ist sie es nicht: Hinter den Türstock niederknien und die Tür vorsichtig nur einen Spalt breit öffnen. Sind Flammen sichtbar, diese mit dem Feuerlöscher bekämpfen. Ist nur Rauch zu sehen, Tür wieder schließen.
  • Ebenfalls wichtig zu wissen: Es bringt nichts, nur in den Rauch zu spritzen. Auch Rettungsversuche sind bei dichtem Brandrauch zwecklos.
  • Eine traurige Wahrheit: Die meisten Gefahrenquellen werden von den Mitarbeitern selber geschaffen, so Volz: aufgekeilte und verstellte Feuerschutztüren, verstellte oder eingeengte Fluchtwege, verstellte Feuermelde- und Löscheinrichtungen, fehlende Kenntnisse der Fluchtmöglichkeiten.
  • Man kann es nicht oft genug wiederholen: Geschlossene Türen halten Brände auf und können somit Leben retten!
  • Und selbstverständlich: feuergefährliche Handlungen mit brennbaren Flüssigkeiten, brennenden Kerzen, Gasen und so weiter unterlassen!

Autorinnen: Birgitta vom Lehn/Kirsten Gaede

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