30 Jahre Mauerfall

Im Osten dürfen Pflegekräfte mehr ...

... Blut abnehmen zum Beispiel. Rudi Peter (Foto unten), Ausbildungsleiter für Pflegekräfte im Klinikum Eichsfeld, erzählt, wie er die DDR-Zeit und die Wende erlebte

Inhaltsverzeichnis

Die Kompetenzen der Pflegekräfte waren zu DDR-Zeiten in meine Augen in mancher Hinsicht größer: Zum Beispiel ist es bei uns gang und gäbe, dass Krankenschwestern und -pfleger unter bestimmten Voraussetzungen venös Blut abnehmen. Nach dokumentierter ärztlicher Anordnung und persönlichem Auftrag – wir nannten das "Spritzenschein"– konnten wir früher als Fachpflegekräfte für Anästhesie -und Intensivpflege auch intravenöse Injektionen oder das Anlegen von Infusionen in eigener Verantwortung durchführen. Diese Kompetenz war Bestandteil der Ausbildung in der DDR.

Mehr Selbstständigkeit bei der Medikamentengabe

Als Ausbildungsleiter für Pflegekräfte erlebe ich sehr häufig, dass Pflegekräfte, die bei uns ausgebildet worden sind, in den Kliniken der westlichen Bundesländer keine venösen Blutentnahmen durchführen dürfen. Bei uns ist das immer noch erlaubt, sogar im Gegenteil: In ostdeutschen Kliniken ist die übliche venöse oder kapilläre Blutentnahme durch Ärzte eher selten. Eine einmalige Anordnung genügte und wir konnten zum Beispiel das angeordnete Mittel zur Fiebersenkung verabreichen, auch ohne den Arzt noch einmal zu fragen.

Betten ohne Rollen - irgendwie hat's geklappt

Wir hatten auf die Wende gehofft und waren froh, als sie dann da war. Denn vieles wurde leichter, auch durch moderne Technik. Vor der Wende hatten zum Beispiel die Betten in den Krankenzimmern keine Rollen. Immer wenn Patienten zum EKG oder Röntgen bestellt waren, mussten zwei oder manchmal drei Pflegekräfte den Patienten aus dem Bett auf ein Fahrbett hieven und später wieder zurück. Wir haben das nicht als unangenehm empfunden, wir mussten eben damit zurechtkommen.

Protokoll: Karoline Amos

Foto (Porträt Rudi Peter): privat

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In der DDR haben wir Tupfer selbst gemacht

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Patienten sehen uns jetzt eher als Dienstleister

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Interview mit Jörg Debatin

Digitalisierung und Pflege – eigentlich ein Dream Team ...

Jörg Debatin, beauftragt von Jens Spahn, soll die elektronische Gesundheitsakte vorantreiben. Sie könnte, wenn alles klappt, für die Pflege ein Segen sein, meint der ehemalige UKE-Chef

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