Hautpflege

Handpflege – Dos and Don’ts für Pflegekräfte

Gerade im Winter werden Hände leicht trocken und rissig. Das bedeutet für Pflegekräfte noch einmal mehr: Die Beanspruchung der Haut während der Arbeit gering halten. 7 Tipps

Inhaltsverzeichnis

Tipp 1: Einmalhandschuhe tragen

Das A und O der Haut- und Händeschutz:. Handschuhe bewahren die Hände nicht nur vor Verschmutzungen und dem Verbreiten von Krankheitserregern – sie schützen auch vor dem Kontakt mit hautschädigenden Stoffen. Die BGW empfiehlt, Einmalhandschuhe (am besten aus Nitril) zu tragen:

  • wenn Kontakt mit Blut, Ausscheidungen und Sekreten zu erwarten ist

  • bei längerem Kontakt mit Wasser, etwa beim Waschen eines Patienten

  • vor dem Einreiben von Patienten, etwa mit Rheumasalben oder Cortisonpräparaten

  • Soll mit Flächendesinfektionsmitteln hantiert werden, sind spezielle chemikalienbeständige Schutzhandschuhe ein Muss.

Wichtig: Einmalhandschuhe mit Verstand tragen – daran denken, dass durch verschmutzte Handschuhe, alles was man berührt, leichter (um ein Tausendfaches!) kontaminiert wird als mit bloßen Händen. Einmalhandschuhe schützen den Träger, aber nicht die Patienten. Also Handschuhe ausziehen nach dem Wechseln des Katheters, des Wundverbands, nach der Applikation der Cortisonsalbe, und, und, und …

Tipp 2: Häufig Handcreme auftragen

Benutzen Sie am Arbeitsende und in der Freizeit Handpflegecreme. Planen Sie, die synthetischen Handschuhe länger als 20 Minuten zu tragen (bitte prüfen, ob die Situation das wirklich erfordert)? Dann können Sie Baumwollhandschuhe darunter ziehen, die etwas hautverträglicher sind. In jedem Fall: Cremen Sie Ihre Hände vor einer längeren Tragezeit gut ein. Ein Hautschutzprodukt unterstützt die natürliche Barrierefunktion der Haut – auch dann, wenn sie unter den Handschuhen zu schwitzen beginnen sollte: Eine kirschkerngroße Menge auf den Handrücken auftragen und von dort aus sorgfältig in die gesamte Hand einarbeiten, dabei auch Fingerzwischenräume und -seitenkanten beachten, ebenso die Fingerkuppen, Nagelfalze und Handgelenke. Welche Präparate Sie brauchen, hängt nicht zuletzt von Ihrem Hauttyp ab; dazu beraten Betriebs- oder Hautarzt oder auch die BGW.

Tipp 3: Gut Abtrocknen

Waschen ist das eine – aber auch gutes Abtrocknen will gelernt sein: Mit einem möglichst weichen Einmalhandtuch gelingt dies am schonendsten. Wichtig auch: die Fingerzwischenräume gut abtupfen. Sonst staut sich hier Feuchtigkeit.

Tipp 4: Lieber desinfizieren statt waschen

Bitte nur selten die Hände waschen. Und dann nur mit lauwarmen statt heißem Wasser sowie mit pH-neutraler Waschlotion (pH-Wert um 5,5). Hautverträglicher und wirksamer ist die Händedesinfektion.

Tipp 5: Verzicht auf Duftstoffe

Duftstoffe haben in Hautpflegeprodukten nichts zu suchen. Sie sind Hauptauslöser von Hautallergien und Ekzemen, ebenso wie übrigens Konservierungsstoffe. Achten Sie darauf, möglichst reizarme Cremes zu verwenden.

Tipp 6: Warnzeichen ernst nehmen

Bleiben Sie sensitiv: Erkennt man erste Beschwerden rechtzeitig, nimmt einen Juckreiz oder trockene Haut ernst, lassen sich schlimmere Erkrankungen oder Allergien abwenden.

Tipp 7: Nicht nachlässig werden

Viel zu tun? Doch kein Grund, auf Hautschutz zu verzichten. Die größte Gefahr für die Haut gehe von Verharmlosung aus, warnt die BGW. Auch Zeitdruck führt oft dazu, das Eincremen oder das Anziehen von Handschuhen zu unterlassen. Das rächt sich. Denn Hauterkrankungen wie etwa Abnutzungsekzeme wieder loszuwerden, ist langwierig.

Autorin: Romy König

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