Pflege und Praxis

Händehygiene – so wichtig, aber oft unterschätzt!

Die Hände sind Keimüberträger Nr. 1. Die hygienische Händedesinfektion ist deshalb ein Muss. Doch Mitarbeiter im Gesundheitswesen sind hier oft nachlässig!

Inhaltsverzeichnis

Mehr als 100.000 nosokomiale Infektionen gibt es pro Jahr in Deutschland. Rund 90 Prozent davon gehen auf mangelnde Händehygiene des Pflegepersonals und der Ärzte zurück. Theoretisch wissen zwar alle, dass die Händehygiene extrem wichtig ist, doch es gibt v.a. drei Gründe, die scheinbar gegen die gründliche Händedesinfektion sprechen:

  1. Zeitnot

  2. Allergische Reaktionen gegen das Desinfektionsmittel

  3. Mangelndes Problembewusstsein

Doch Fakt ist: Ein Drittel der nosokomialen Infektionen ließen sich durch eine gute und konsequente Händehygiene verhindern.

Pflegepersonal: Händehygiene muss an erster Stelle stehen

Die Hände von Krankenhausmitarbeitern stellen die wichtigsten Überträger von Mikroorganismen von einer kontaminierten bzw. infizierten Körperstelle (z. B. über Blut oder andere Körperflüssigkeiten) auf eine primär nicht besiedelte, also „saubere“ oder sterile Stelle dar. Dabei kann die Übertragung von Patient zu Patient, von einer kontaminierten Umgebung auf einen Patienten oder auch von Patient und/oder Umgebung auf das Personal stattfinden. Auch Einmalhandschuhe werden oft nicht richtig verwendet und damit zu Keimschleudern.

Während der Patientenversorgung werden die Hände der Mitarbeiter zunehmend mit Mikroorganismen, darunter potenzielle Krankheitserreger, kolonisiert. Je länger die Arbeit am Patienten dauert, desto hochgradiger ist die Kolonisation der Hände, wenn keine adäquate hygienische Händedesinfektion erfolgt.

Hygienische Händedesinfektion reduziert Infektionen

Die Compliance der hygienischen Händedesinfektion ist vielen Untersuchungen zufolge unter medizinischem Personal auch in unseren Tagen nicht ausreichend. Im Durchschnitt erfolgt bei Ärzten und Pflegepersonal eine hygienische Händedesinfektion nur in der Hälfte der erforderlichen Situationen. Gerade in kritischen Situationen mit hoher Arbeitsdichte und zeitlichen sowie personellen Engpassen sinkt die Compliance noch weiter ab. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass eine verbesserte hygienische Händedesinfektion zu einer deutlichen Reduktion von nosokomialen Infektionsraten geführt hat.

Händedesinfektion in der Pflege – So erhöhen Sie die Compliance

Schaffen Sie in Ihrer Einrichtung die richtigen Voraussetzungen für die Händedesinfektion. Es ist einfacher, als Sie denken:

  1. Contra Zeitnot: Schaffen Sie Gelegenheiten – Bringen Sie Desinfektionsmittelspender an allen geeigneten Orten

  2. Contra Allergien: Die Mittel für die Händedesinfektion müssen so beschaffen sein, dass jeder Mitarbeiter sie anwenden kann.

  3. Contra mangelndes Problembewusstsein: Geben Sie klare Regeln vor – Jeder Mitarbeiter muss wissen, wann eine Händedesinfektion erfolgen soll, warum sie so wichtig ist und wie sie vorzunehmen ist.

Buchtipp:

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