Schleswig-Holstein

Gefährdet der Regierungswechsel die Kammergründung?

Schleswig-Holstein nach der Landtagswahl: Interview mit Patricia Drube, Vorsitzende des Errichtungsausschusses der Pflegeberufekammer in Schleswig Holstein.

Regierungsmehrheit aus SPD, Grünen und SSW dafür, CDU-FDP-Opposition dagegen: Wird der Regierungswechsel den Aufbau der Pflegeberufekammer in Schleswig Holstein gefährden? Wie der Errichtungsausschuss in Neumünster die Lage einschätzt, was er von der neuen Landesregierung erwartet und wie die Registrierung beruflich Pflegender vorangeht, schildert Patricia Drube, Vorsitzende des Errichtungsausschusses der Pflegeberufekammer in Schleswig Holstein, im aktuellen Interview mit pflegen-online.de.

Pflegen-online.de: Hat der Errichtungsausschuss schon viele Rückmeldungen auf seine erste Aufforderung an 10.000 beruflich Pflegende in Schleswig-Holstein erhalten, sich für die neue Pflegeberufekammer zu registrieren?

Patricia Drube: Ich freue mich berichten zu können, dass bei uns bisher deutlich über 5.000 Registrierungen eingegangen sind.

Pflegen-online.de: Wie kann der ehrenamtlich tätige Ausschuss trotz seiner begrenzten Finanzausstattung die Registrierungsbereitschaft der Fachkräfte aus allen Pflegebereichen weiter vorantreiben?

Patricia Drube: Wir leisten unermüdlich Aufklärungsarbeit - sowohl in zahlreichen Veranstaltungen in Pflegeeinrichtungen als auch über öffentliche Vorträge, Veröffentlichungen in Fachmedien und durch die sehr informativ gestaltete Internetseite www.pflegeberufekammer-sh.de.

Pflegen-online.de: Sehen Sie Gefahren für die Kammergründung aufgrund Wahlergebnisse? Schließlich kündigte die CDU vor der Wahl an, die Gründung der Pflegeberufekammer bei einem Regierungswechsel durch Rücknahme des Kammergesetzes zu verhindern. Auch die FDP lehnt die Kammer mit Pflichtmitgliedern und -beiträgen ab.

Patricia Drube: Nein, ich sehe keine Gefahr für die Kammergründung. Bis sich eine neue Regierung konstituiert hat und eine entsprechende Gesetzesänderung das parlamentarische Verfahren durchlaufen könnte, wird sich die Pflegeberufekammer konstituiert haben. Außerdem traue ich weder der CDU noch der FDP zu, professionell Pflegende in der Weise zu verhöhnen, ihre mit kostbarem, hohem ehrenamtlichem Engagement aufgebaute Selbstverwaltung wieder einzukassieren.

Pflegen-online.de: Welche Erwartungen und Wünsche haben Sie für die Arbeit des Errichtungsausschusses und der künftigen Pflegeberufekammer an die neue Landesregierung?

Patricia Drube: Ich erwarte von der neuen Landesregierung, dass sie die Pflegeberufekammer als größte Kammer im Gesundheitswesen des Landes maßgeblich an gesundheits- und pflegepolitischen Entscheidungsprozessen beteiligt. Es geht dabei insbesondere um die Expertise unserer Profession, die nicht weiter ungenutzt bleiben darf.

Außerdem erwarte ich, dass die Landesregierung die demografischen Informationen, die die Kammer über die Zusammensetzung unserer Berufsgruppe zur Verfügung stellen wird, als Grundlage von Entscheidungen für die pflegerische Versorgung der Bevölkerung nutzen wird. Die medizinische und pflegerische Versorgung im ländlichen Raum entwickelt sich zu einer immer größeren Herausforderung in Schleswig-Holstein. Im Interesse des Gemeinwohls muss der Pflegeberufekammer hier in Zukunft eine wegweisende Rolle zukommen.

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Interview: Uwe Lötzerich, UL Fachredaktion Gesundheit + Pflege