Facebook, Twitter, Instagram

Facebook-Knigge für Pflegekräfte

Nicht nur Trump poltert in den Sozialen Medien: Auch Pflegekräfte gehen oft grob miteinander um. Damit schaden sie dem Image der Pflege, kritisiert Krankenpfleger und Social-Media-Experte Dominik Bruch (Foto unten).

Inhaltsverzeichnis

Seid einigen Jahren nehmen soziale Netzwerke eine immer wichtigere Stellung ein. Die bekanntesten Netzwerke mit den meisten Nutzern sind Facebook, Instagram, Twitter und im deutschen Bereich noch Xing. Der neueste Hype ist derzeit TicToc. Soziale Netzwerke beeinflussen zunehmend die Meinungsbildung in der Gesellschaft; was auf Facebook, Twitter & Co. passiert, prägt die öffentliche Wahrnehmung und Debatte. Aber soziale Medien beeinflussen nicht nur die generelle öffentliche Wahrnehmung: Auch das Verhalten und die Gesundheit Einzelner werden durch soziale Medien beeinflusst.

Fördert Instagram Anorexia?

Die gesundheitlichen Einschränkungen fangen nicht erst beim sogenannten Cyber-Mobbing an. Besonders der Foto-basierten Plattform Instagram wird immer wieder unterstellt, Anorexie oder andere Essstörungen zu fördern. Natürlich gibt es auch positive Effekte, etwa verbesserte Eltern-Informationen durch Fachinstitute über Ernährung.

Was für die Schlagkraft der Pflege wichtig ist

Wenn soziale Medien so einflussreich sind: Sollte die Pflege sie dann nicht auch für sich nutzen? Dadurch könnte die Wichtigkeit der Pflege mit all ihren drängenden Problemen in den Vordergrund gerückt werden. Das wäre eine Chance. Die Voraussetzung, um tatsächlich etwas zu erreichen: Die Gesellschaft muss die professionelle Pflege ernst nehmen und deren Positionen müssen (relativ) klar seien.

Der Umgang untereinander zählt

Deshalb ist es interessant zu schauen, wie sich Pflegenden in sozialen Netzwerken präsentieren. Dabei geht es weniger darum, welche Gruppen, Unternehmen oder Seiten Pflegekräfte folgen. Entscheidend ist vielmehr der Umgang und die Art der Kommunikation untereinander – und zwar ganz generell. Zu einer kurzen Analyse soll ein Beispiel „pflegeinterner“ Kommunikation herangezogen werden.

Beispiel Stellenanzeigen

Einige Unternehmen verbreiten über Facebook Stellenanzeigen. Dies kann über die Unternehmensseiten oder über Gruppen geschehen. Auf diese Anzeigen gibt es oft viele Kommentare und Reaktionen. Analysiert man diese, zeigt sich, dass besonders das Gehalt nahezu immer eine Rolle spielt. Auch werden die Diskussionen häufig sehr rabiat geführt. Beispielhaft seien hier einige Aussagen, auf die ich gestoßen bin, aufgeführt:

  • Blödsinn!

  • Ich möcht' nicht weiter mit dir diskutieren.

  • Anscheinend bis du auch sehr unwissend.

  • Du kennst dich wahrscheinlich nicht aus, was sonst gezahlt wird.

Schnell wird die Kompetenz oder Marktkenntnis abgesprochen, Emotionen werden in den Vordergrund gestellt, es gibt häufiger Wiederholungen, sachliche Aspekte werden nicht beachtet (etwa das Bundesland oder Region, wenn es um das Gehalt geht). Das Thema kippt teilweise auch schnell von der Stellenanzeige hin zu persönlichen Erfahrungen und zu – ja, wozu eigentlich? Grundsatzdiskussionen? Das wird manchmal nicht recht klar.

Jede einzelne Pflegekraft trägt zum Image bei

Schon am Beispiel Stellenanzeigen zeigt sich, dass Pflegende nicht immer das beste Bild vermittelt. Natürlich sind wir Menschen und Emotionen sind normal - sie zu äußern, ist nicht unbedingt negativ. Dennoch darf man nicht vergessen: Es gibt eine Zusammenhang zwischen individuellen Kommentaren und dem Bild, das die Berufsgruppe in der Öffentlichkeit prässentiert. Insbesondere bei Themen wie Gehalt oder Politik scheint es einigen nicht ganz klar zu sein, dass sie als professionelle Pflegekraft mit ihren Kommentaren auch immer zum allgemeinen Image der Pflege beitragen.

Fachliche Diskussionen flößen oft Respekt ein

Einigen Pflegekräften gelingt es übrigens sehr gut, durch die sozialen Netzwerke zum positiven Image beizutragen: Gerade ihre fachlichen Diskussion müssten in der Öfentlichkeit eigentlich sehr vertrauenbildend wirken. Auch manche Alltagsgespräche – wie etwa die Solidarität zwischen den „Nachteulen“ – vermitteln einen sehr sympathischen Eindruck.

Schauen Sie sich auch das You-Tube-Video von Dominik Bruck zum Deutschen Pflegetag an:

Autor: Dominik Bruch

Illustration: Peter Funken

Foto: v.l.n.r.:Kath. Hochschule Freiburg/APS/Kath. Hoschule Mainz

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