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Corona

DKG und bpa: Teil-Impfpflicht noch vor Oktober aussetzen

Ab Oktober müssen Kliniken, Heime und Pflegedienste überprüfen, ob Pflegekräfte und andere Mitarbeiter sich das dritte Mal (Booster) gegen Covid haben impfen lassen. Der enorme Aufwand sei nicht zu rechtfertigen, kritisieren Verbände

Die Teil-Impflicht taucht im Entwurf des überarbeiteten Infektionsschutzgesetzes (Stand 11. September 2022) nicht auf. Es ist nichts von einer Verlängerung zu lesen, aber auch nichts davon, dass sie noch vor Ende des Jahres ausgesetzt wird. Genau dies, ein sofortiges Aussetzen der einrichtungsbezogenen Impfpflicht, aber fordern die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) und der Bundesverband privater Anbieter (bpa). „Nachdem Bundesgesundheitsminister Lauterbach nicht bereit war, im Rahmen der Neuregelung des Infektionsschutzgesetzes eine bundesweite Regelung zu treffen, sind jetzt die Länder gefordert“, heißt es in einer Mitteilung der DKG von Sonnabend (10. September). Dies kann als Appell an den Bundesrat gelesen werden, der am 16. September über seine Zustimmung zum geänderten Infektionsschutzgesetz beraten wird.

DKG und bpa führen verschiedene Gründe für ein Aussetzen der einrichtungsbezogenen Impfpflicht noch vor dem 1. Oktober ins Feld:

  • Die Kontrolle der Impfpässe sei mit hohem bürokratischen Aufwand verbunden, heißt es bei den beiden Verbänden, der bpa wirft dem Bundesgesundheitsministerium „blinden Aktionismus“ vor.
  • Die Booster-Abfrage im Oktober sei unnütz, da die Teil-Impfpflicht zum Ende des Jahres ohnehin komplett auslaufe, heißt es in einer Pressemitteilung des bpa.
  • Die Teil-Impfpflicht können nicht mehr vernünftig begründet werden, meint die DKG: „Minister Lauterbach hat selbst vor kurzem in einem Interview betont, dass die derzeitige Impfung nicht vor Ansteckung schützt - allenfalls die vierte Dosis und auch dann nur für einen kurzen Zeitraum. Das zentrale Argument für die Impfpflicht fällt also weg.“
  • Krankenhäuser und Altenpflegeeinrichtungen könnten gerade jetzt nicht auf Mitarbeiter verzichten (die noch keinen Booster haben, Ergänzung d. Red.), schließlich habe der Virologe Christian Drosten vor einer „massiven Dezemberwelle“ gewarnt. „Wir brauchen jede Kraft. Ich fordere deshalb die Bundesländer auf, sich der bayerischen Initiative anzuschließen“, so Gerald Gaß, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG).

Mit bayerischer Initiative meint die DKG den aktuellen Vorstoß von Bayerns Gesundheits- und Pflegeminister Klaus Holetschek (CSU): Dieser hat am Sonnabend (10. September) verkündet, dass in Bayern von den Beschäftigten „kein neuerlicher Nachweis über das Vorliegen eines vollständigen Immunschutzes verlangt wird. Nur neue Beschäftigte müssen ab 1. Oktober den Einrichtungsleitungen gemäß Bundesgesetz einen Nachweis vorlegen, der den dann geltenden strengeren Anforderungen genügt – das sind entweder drei Impfungen oder zwei Impfungen und ein Genesenen-Nachweis.“ Die Initiative bedeutet also nicht ein komplettes Ende der einrichtungsbezogenen Impfpflicht in Bayern ab 1. Oktober.

Autorin: kig

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