Umfrage

Digitale Kongresse – ja, sie können ein Erlebnis sein!

Wir mögen an Veranstaltungen auch den Trubel, den Austausch und die spontanen und persönlichen Zusammentreffen. Was können wir tun, damit auch digitale Kongresse für uns zu einem Ereignis werden?

Digitale Veranstaltungen sind in diesem Jahr zur neuen Normalität geworden. Wir haben eingefleischte Veranstalter, Moderatoren und DPR-Gäste gefragt, wie sie sich am besten genießen lassen, und wie Teilnehmer es schaffen, konzentriert bei der Sache zu bleiben.

Foto: DPR

Irene Maier, Vizepräsidentin des Deutschen Pflegerats, bis 2016 Pflegedirektorin und Vorstand Uniklinik Essen: Wir müssen die Art wie wir ins Gespräch kommen können, neu denken und interagieren. Dazu braucht es Angebote zu Interaktion und Vernetzungen, die über die bisher oftmals eingesetzten Vorträge und Power-Point-Folie hinausgehen. Dann besteht eine echte Chance Online-Konferenzen auch langfristig einzusetzen. Sei es mit dem Einsatz von Breakout-Sessions, also Diskussionsräume für kleine Gruppen, virtuelle Kaffeetische zum Netzwerken oder Speed-Dating-Elemente zum schnellen Kennenlernen potenzieller Kooperationspartner. Auch virtuelle Reality-Elemente bergen Chancen und bieten schon eher das reale Erlebnis. Virtuelle Räume als zentraler Treffpunkt.

Konzentration ist sicher der Schlüssel zum Erfolg in der digitalen Welt. Fokussierung, das heißt Auswahl und dran bleiben und dabei ausblenden, was einem so unterwegs begegnet und genauso wichtig sein könnte.

Nicole Langer, Leitung Eventmanagement bei der Schlüterschen Verlagsgesellschaft: Zukünftig werden digitale Veranstaltungsformate das „new normal“ sein. Dabei werden wir uns die Frage stellen, ob das das gleiche Gefühl und die gleichen Emotionen hervorrufen kann wie eine Präsenzveranstaltung. Ich bin mir sicher: Vergleichbar wird es nicht sein! Was wir aber zukünftig erleben werden, das ist die Etablierung von gewinnbringenden Tools, die einen eher mittelmäßigen Vortrag zu einem Erlebnis werden lassen und die Einbindung von interaktiven Gadgets, die unsere Aufmerksamkeit fesseln. Das „new normal“ wird also spannend und kurzweilig, das ist ein Ausblick der bei mir großen Anklang findet.

Foto: Patricia Haas

Nadine van Maanen, Geschäftsführerin DPSG – Deutscher Pflegetag Servicegesellschaft: Ein digitaler Kongress hat einige echte Vorteile: So kann man sich etwa sehr einfach „zu Wort“ melden über die Chat- oder Abstimmungs-Funktion – das ist gut für alle, die nicht so gern vor Publikum sprechen, und für diejenigen, denen die besten Fragen immer zum Schluss einfallen: Denn viele Referenten werden die Fragen auch noch nach der Session in unserem „Q&A“-Tool beantworten.

Auch für alle, die immer zu spät dran sind, ist das digitale Format ideal: Sie können die Video-Aufzeichnungen auch im Nachgang online sehen. Sie sind also nicht darauf angewiesen, pünktlich auf die Minute vor dem Rechner zu sitzen. Und wem es zu Hause vor dem Rechner zu einsam wird: Gegebenenfalls kann man sich mit Kollegen in einem Gemeinschaftsraum zusammen über einen organisierten Laptop oder Beamer die Sessions ansehen. Selbstverständlich mit Abstand, selbstverständlich mit Maske.

Dominik Bruch, Krankenpfleger und Geschäftsführer der Beratungsfirma Auf- und Umbruch im Gesundheitswesen, Referent (DPT 2019) und Besucher auf dem DPT 2020: Digital wie in Persona gilt der gleiche Grundsatz, um mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen: Man muss sich trauen! Gesprächsstoff für den Einstieg gibt es online über Blogbeiträge oder Meinungen in sozialen Kanälen ja genügend. So werden Begegnungen sogar noch intensiver als bei zufälligen Begegnungen auf Kongressen. Für die angenehmen Überraschungen halten Sie die Augen offen und freuen Sie sich auf Kontaktaufnahmen durch andere.

Professor Heinz Lohmann Gesundheitsunternehmer und Präsident des Gesundheitswirtschaftskongresses: „‚Analog elektrisch’ ist nicht sexy! Digitale Formate brauchen eine eigene Kultur der Kommunikation. Davon sind wir noch weit entfernt, wenn ich an die ungezählten Videokonferenzen mit Akteuren vor schiefen Regalen mit umgefallenen Ordnern denke. Ja, und wir müssen uns unbedingt demnächst auch wieder bei Kongressempfängen umarmen!“

Gabriela Koslowski, Psychologische Beraterin, Autorin von Resilienz in der Pflege, Referentin (2019) und Gast auf dem DPT 2020: Wie können wir im Digitalen kompensieren? Ganz wichtig: Dadurch, dass wir auf Veranstaltungen nicht den direkten Kontakt mit anderen Menschen haben, den Austausch und das Zusammentreffen, ist hier besonders gefragt: Fröhlichkeit! Und achten Sie auf Ihre Mimik und Gestik, bringen Sie Lebendigkeit hinein, machen Sie einen Witz! Stellen Sie Fragen, die die Teilnehmer zum Antworten animieren!

Holger Steudemann, Geschäftsführer der Agentur WOK (organisiert etwa den Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit und den Kongress für Gesundheitsnetzwerker): Linear gestreamte Vorträge oder Videokonferenzen sind keine Äquivalente für Präsenzveranstaltungen. Gute digitale Formate müssen auch spontane informelle Kommunikation der Teilnehmer*innen ermöglichen, zum Herumstöbern in interessantem Content einladen, „virtuelles Flanieren“ ermöglichen. Wer sich aus interessanten Angeboten aussuchen kann, was wichtig ist, wird sich darauf auch konzentrieren können.

Digitale Formate brauchen mindestens soviel Kreativität wie Präsenzveranstaltungen, brauchen spezifische Strukturen und zum Beispiel auch gekonnte Regie. Wir haben gerade etwas ganz Eigenes dazu entwickelt.

Foto: Kerstin Werner

Ulrike Döring, Vorstand Arbeitsgemeinschaft christlicher Schwesternverbände und Pflegeorganisationen in Deutschland (ADS), Moderatorin auf dem DPT 2020: Ein unglaublicher Vorteil ist doch, dass man sich als Teilnehmer alle Sessions, die man gern gesehen hätte, aber verpasst hat, hinterher in aller Ruhe anschauen kann – zu Hause, im Büro, im Zug – wie es einem beliebt - und das bis zum nächsten DPT im Mai 2021.

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