Standards in der Pflege

Diese acht Expertenstandards sollten Sie kennen

Erfahren Sie, warum Expertenstandards kein Schnickschnack sind, sondern im Ernstfall über Erfolg oder Niedergang einer Einrichtung entscheiden.

Inhaltsverzeichnis

Expertenstandards – was?

Expertenstandards sind Instrumente, die die Sicherung und Qualität der Pflege gewährleisten sollen. Sie verbinden aktuelle pflegewissenschaftliche wie pflegepraktische Erkenntnisse und definieren Ziele und Maßnahmen in bis dato acht Themenbereichen der Pflege.

Expertenstandards – warum?

Expertenstandards sollen helfen, den Alltag so zu strukturieren, dass eine möglichst gleiche/vergleichbare Pflegequalität erreicht wird. Expertenstandards sind verbindlich für alle Pflegeheime und Pflegedienste und folgen einem einheitlichen, international abgestimmten Vorgehen. Sie gelten sowohl für die stationäre als auch für die ambulante Pflege. Ihre Inhalte basieren auf nationalen und internationalen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Jede Pflegekraft ist daneben aber verpflichtet, jegliche pflegerische Intervention auf die Angemessenheit für den einzelnen Pflegebedürftigen zu prüfen.

Expertenstandards – woher?

In Deutschland ist das Deutsche Netzwerk zur Qualitätsentwicklung in der Pflege seit 1999 für die Entwicklung der Expertenstandards zuständig. Eine 8–12-köpfige Expertengruppe erarbeitet zum jeweiligen Thema einen Entwurf, der die Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität von Pflegehandlungen berücksichtigt. Er enthält klare Ziele, formuliert Maßnahmen und gibt messbare Kriterien zur Erfolgsbewertung vor. In einer Konsensus-Konferenz wird der Entwurf dann der Öffentlichkeit präsentiert, um anschließend modellhaft implementiert und– nach Überprüfung und ggf. Modifikation – abschließend veröffentlicht zu werden. Nach erfolgter Einführung guckt die Expertengruppe des DNQP jährlich nach Aktualisierungsbedarf – spätestens nach fünf Jahren muss jeder Standard überarbeitet werden.

Expertenstandards – welche?

Bislang gibt es acht ausgewählte Expertenstandards:

Dekubitusprophylaxe in der Pflege

Die Dekubitusprophylaxe in der Pflege soll die Entstehung eines Dekubitus bei gefährdeten Patienten vermeiden. Die entsprechende Gefährdung muss eingeschätzt und mit entsprechenden Maßnahmen behandelt werden.

Schmerzmanagement in der Pflege

Pflegepersonen sollten Schmerzen möglichst schnell erkennen und entsprechende Maßnahmen einleiten. Jeder Pflegebedürftige erhält ein individuelles auf ihn zu geschnittenes Schmerzmanagement. Dadurch sollen Schmerzen gelindert und eine optimale Lebensqualität erhalten werden.

Im Schmerzmanagement gibt es zwei Expertenstandards:

Schmerzmanagement in der Pflege bei akuten Schmerzen. Entstehende Schmerzen sollen vorgebeugt oder reduziert bzw. beseitigt werden. Ein akuter Schmerz kennzeichnet sich durch plötzliches Auftreten, ist eher kurzzeitig anhaltend (zum Beispiel bei einem Sturz).

Schmerzmanagement in der Pflege bei chronischen Schmerzen. Es sollen Schmerzlinderung sowie eine bestmögliche Lebensqualität erreicht werden. Chronische Schmerzen kennzeichnen sich durch immer wiederkehrende oder anhaltende Schmerzen, die länger als sechs Monate bestehen.

Sturzprophylaxe in der Pflege

Ein Sturz bringt physische und psychische Folgen mit sich. Dementsprechend sollte jeder Patient mit erhöhtem Sturzrisiko zur Vermeidung und Vorsorge weiterer Stürze eine Sturzprophylaxe erhalten.

Pflege von Menschen mit chronischen Wunden

Die Pflegekraft muss über die Kompetenz verfügen, chronische Wunden bei Menschen und ihre Gefährdung und Einschränkungen zu erkennen. Es muss eine pflegerische Fachexpertise zur Verfügung stehen.

Erhaltung und Förderung der Mobilität in der Pflege

Jeder Pflegebedürftige soll Unterstützung erhalten, mit der seine Mobilität erhalten oder gefördert wird. Der Pflegebedürftige muss informiert, beraten und bei der Umsetzung der Maßnahmen begleitet werden.

Entlassungsmanagement in der Pflege

Patienten und Bewohner mit einem poststationären Pflege- und Unterstützungsbedarf benötigen ein individuelles Entlassmanagement, um die kontinuierliche und bedarfsgerechte Versorgung zu gewährleisten und „Drehtüreffekte“ zu vermeiden. Das soll mit dem entsprechenden Standard geregelt werden.

Förderung der Harnkontinenz in der Pflege

Dieser Standard befasst sich mit der Harninkontinenz von erwachsenen Patienten/ Bewohnern oder den Personen, die zur Risikogruppe für die Entwicklung einer Inkontinenz gehören.

Ernährungsmanagement zur Sicherung und Förderung der oralen Ernährung in der Pflege

Eine Mangelernährung betrifft viele Patienten. Das Risiko einer Mangelernährung muss erkannt und eine bedürfnisgerechten Ernährung gewährleistet werden.

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Autorinnen: Petra Heyde, Celina Krüger

Illustratorin: Andrea Wiedermann

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