Begutachtung

Die vierstufige Skala: Wie selbstständig ist eine pflegebedürftige Person?

Kann eine Person eine Handlung bzw. Aktivität selbstständig, also ohne Unterstützung durch andere Personen oder unter Nutzung von Hilfsmitteln durchführen? Und wenn ja, in welchem Umfang? Die Selbstständigkeit bzw. ihre Beeinträchtigung wird im Neuen Begutachtungsinstrument in vier Stufen gemessen.

Eine Beeinträchtigung der Selbständigkeit liegt immer dann vor, wenn personelle Hilfe erforderlich ist. Unter personeller Hilfe versteht man alle unterstützenden Handlungen, die eine Person benötigt, um die betreffenden Aktivitäten durchzuführen.

Dabei ist es für die Bewertung nicht von Bedeutung, ob personelle Hilfe durch Pflegepersonen oder professionelle Pflegekräfte erbracht wird.

Die vierstufige Skala im kurzen Überblick

Das Grundmuster der Ausprägungen der Selbstständigkeit hat immer denselben Aufbau. Um es anschaulich zu machen, erläutern wir Ihnen die vier Stufen der Selbstständigkeit am Beispiel Trinken:

Dabei wird „Trinken“ folgendermaßen definiert: Bereitstehende Getränke aufnehmen – ggf. mit Gegenständen wie Strohhalm oder Spezialbecher mit Trinkaufsatz.

  1. Selbstständig: Die Person kann die beschriebene Aktivität ohne personelle Hilfe durchführen.

  2. Überwiegend selbstständig: Die Person kann selbstständig trinken, wenn ein Glas / eine Tasse unmittelbar in ihrem Aktionsradius positioniert oder sie ans Trinken erinnert wird.

  3. Überwiegend unselbstständig: Das Trinkgefäß muss beispielsweise in die Hand gegeben werden, das Trinken erfolgt jedoch selbstständig. Die Person muss jedoch fast zu jedem Schluck motiviert werden, oder es ist eine ständige und unmittelbare Eingreifbereitschaft der Pflegeperson erforderlich (z. B. wegen Aspirationsgefahr).

  4. Unselbstständig: Getränke müssen (nahezu) komplett angereicht werden.

Eine hilfreiche Beschreibung der vierstufigen Skala mit detaillierten Infos finden Sie in: Karla Kämmer (Hrsg.): Die neue Pflegedokumentation, Schlütersche 2017.

Buchtipps:

Foto: klesign - Fotolia.com

Einstufung

Die neuen Module - kurz vorgestellt

Mit dem neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff hat sich die Einstufung der Pflegebedürftigkeit verändert. Acht Module bilden den Rahmen, um den richtigen Pflegegrad zu ermitteln. Wir stellen sie kurz vor:

Foto: K.C. - Fotolia.com

Pflegeleistungen

Pflegereform & Hilfsmittel: Endlich einfacher!

Mit dem PSG II ist die Pflegereform endlich in der Praxis angekommen. Eine der wichtigsten Änderungen betrifft die Empfehlungen zu den Hilfsmitteln. Hier wird es jetzt endlich einfach und schnell.

Foto: Andrey Armyagov - Fotolia.com

Begutachtung

NBI: Die meisten Heime kommen nur schwer in Gang

Unternehmensberaterin und Schlütersche-Autorin Jutta König erzählt im Interview, warum so manches Pflegeheim beim Neuen Begutachtungsinstrument nur zögernd reagiert.

Foto: Sandor Kacso - Fotolia.com

MDK

Zu Hause pflegen oder nicht?

Zu Hause gepflegt werden - das ist der Wunsch vieler Menschen, die pflegebedürftig werden. Doch nicht immer kann dieser Wunsch erfüllt werden. Es muss geprüft werden, ob die pflegebedürftige Person in der gewohnten häuslichen Umgebung gut versorgt ist. Das ist u.a. die Aufgabe des MDK.

Wir haben noch mehr für Sie!

Antworten und Impulse für die Pflegeprofession gibt es auch direkt ins Postfach: praxisnah, übersichtlich und auf den Punkt.
Melden Sie sich jetzt für den pflegebrief an - schnell und kostenlos!
Wir geben Ihre Daten nicht an Dritte weiter. Die Übermittlung erfolgt verschlüsselt. Zu statistischen Zwecken führen wir ein anonymisiertes Link-Tracking durch.