Palliativ

Depressive Palliativpatienten – 3 Tipps, wie Sie ihnen helfen können

Mit einer lebensbedrohlichen Erkrankung konfrontiert zu werden, macht Angst. Palliativpatienten sind daher häufig depressiv. Drei einfach zu realisierende Maßnahmen helfen Ihnen dabei, diese Menschen zu unterstützen.

Inhaltsverzeichnis

In Zuge der Diagnose einer schweren, lebenslimitierenden Erkrankung, ihrer Behandlungen und der sich daraus ergebenden Veränderungen des Lebensstils kann sich bei den betroffenen Patienten eine vorweggenommene Trauer über den bevorstehenden Verlust des eigenen Lebens und aller seiner Bezüge, Möglichkeiten und Kontakte einstellen. Wenn die Intensität der Trauer ansteigt, kann aus einer depressiven Reaktion eine längere depressive Episode erwachsen.

Zu den Kernsymptomen einer depressiven Störung gehört eine gedrückte, häufig traurige Stimmung, bisweilen gepaart mit vermehrter Gereiztheit sowie Interessenverlust, Freudlosigkeit und ein verminderter Antrieb oder rasche Ermüdbarkeit.

Seien Sie empathisch!

Bei allem pflegerischen Wissen ist es von großer Bedeutung, eine empathische Beziehung zum Patienten aufzubauen. In einer Atmosphäre, die von einer grundsätzlichen Wertschätzung, aber auch von Authentizität (Echtheit, sich selbst mit seinem Befinden zeigen) geprägt ist, wird bei dem Patienten am ehesten Vertrauen wachsen. In derart belasteten Situationen ist dieses Vertrauen die Basis, um in einen echten Kontakt zu treten und sich mit den Schwierigkeiten zu zeigen. Sind wir in einem vertrauensvollen Kontakt, können wir vielleicht früher beobachten, wenn es Veränderungen im Verhalten des Patienten gibt, die im Sinne von Anzeichen auf eine Verschlechterung der psychischen Situation gedeutet werden können.

Geben Sie Gefühlen Raum!

Tritt der Patient verbal oder auch nonverbal in Kontakt, sollten wir uns auf jeden Fall Zeit für ihn nehmen. Jeder Hinweis seinerseits auf seine psychische Befindlichkeit sollte ebenso wie die körperliche Thematik Raum bekommen. Der Patient sollte erleben, dass er mit seinen Empfindungen akzeptiert wird und angenommen bleibt.

Die folgenden drei Tipps helfen Ihnen dabei, die Patienten zu unterstützen:

  1. Beschwichtigen Sie nicht, bagatellisieren Sie nicht („Das wird schon wieder“)! Dabei sollten Sie im Sinne guter Kongruenz aber ebenso im Blick haben, wie es Ihnen selbst im Umgang mit dem Patienten in dieser psychischen Krisensituation geht. Wenn wir von uns fordern, die Gefühle des Patienten zu akzeptieren, so gilt das ebenso für uns selbst.
  2. Es sollte für Sie im Vordergrund stehen, dass Sie anwesend sind, sich dem Patienten innerlich zuwenden – auch wenn Sie erst mit den pflegerischen Aufgaben beschäftigt sind. Stellen Sie diese Arbeit jedoch zurück und hören Sie zu, wenn der Patient über seine Gefühle, Sorgen etc. spricht (verbal oder nonverbal).
  3. Steigern Sie das körperliche Wohlbefinden des Patienten durch Entspannung und/oder Ablenkung. Hier können Fantasiereisen, Entspannungsübungen, Aromatherapie oder die von ihm bevorzugte Literatur, Musik etc. angeboten werden. An dieser Stelle bieten sich vor allem An- und Zugehörige oder ehrenamtliche Mitarbeiter z. B. einer Hospizgruppe an, denn diese Anwendungen benötigen Zeit und Ruhe.

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