Creme, Lotionen - Inhaltsstoffe

Creme - am besten ohne Duftstoffe

Cremes und Lotionen sind im Alltag einer Pflegekraft allgegenwärtig. Ein genauer Blick auf die Inhaltsstoffe lohnt sich also für sie. Zumal es 26 bedenkliche Duftstoffe gibt.

Inhaltsverzeichnis

Einfach ein paar Stoffe zu einer Creme zusammenmischen und dann an die Verbraucher verkaufen? Das ist in der EU schon lange passé: Seit 1997 gibt es das INCI-System (International Nomenclature of Cosmetic Ingredients), eine Nomenklatur für kosmetische Inhaltsstoffe. Hersteller müssen seither die Ingredienzien ihrer Cremes, Lotionen oder Shampoos auf der Verpackung deklarieren – auch Duftstoffe. Und das ist auch gut so. Denn Cremes und Lotionen sollen pflegen, schützen, die Haut geschmeidig halten. Manche aber enthalten schädliche, gar gefährliche Substanzen: Sie können Allergien auslösen oder in unseren Hormonhaushalt eingreifen.

Vorsicht vor Lilial (Butylphenyl Methylpropional)!

Experten beurteilen besonders die Substanz Lilial kritisch. Frühlingshaft riecht sie, am ehesten nach Maiglöckchen – und doch ist sie reinste Synthetik: Die ist ein Aldehyd und wird in vielen Cremes verwendet, um diese lieblicher duften zu lassen. In Tierversuchen wurde festgestellt, dass der Stoff fortpflanzungsgefährdend wirkt.

26 Duftstoffe, vor denen Verbraucherschützer warnen

Andere in Kosmetik verwendete Duftstoffe haben vielleicht nicht gleich diese fatale Auswirkung, können aber allergische Reaktionen auslösen. Die Folge: Die Haut juckt, ist gereizt, es bilden sich Bläschen oder gar Ekzeme. Laut Sonja Lämmel vom Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB) können diese Symptome noch 72 Stunden nach dem Hautkontakt mit einer Creme oder Lotion auftreten. „Bei ständigem, wiederholtem Kontakt mit dem Allergieauslöser kann sich ein chronisches Hautekzem mit entzündlichen Hautverdickungen, starker Verhornung und einer Vergröberung der Hautfelderung entwickeln“, so die Oecotrophologin. Besonders gefährdet sind Neurodermiker und Asthmatiker sowie Personen mit hyperreagiblen Atemwegen.

Laden Sie sich die Verbraucherschutz-Liste runter!

Von den mehr als 3.000 auf dem Markt verfügbaren Duftstoffen wurden 26 natürliche und synthetische Substanzen als bedenklich eingestuft. Sie gehören – anders als übrige Duftstoffe, die lediglich unter „Parfum“ oder „Fragrance“ ausgewiesen werden müssen – laut Kosmetikrichtlinie genau deklariert, wenn sie eine bestimmte Dosis überschreiten. Zu diesen Stoffen zählen unter anderem Geraniol, Farnesol, Hexyl Cinnamal, Hydroxycitronellal, Isoeugenol und Lyral. Eine komplette Liste der 26 Stoffe stellt das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit bereit.

Um sicher zu gehen: „Parfumfrei“, „ohne Duftstoffe“

Auch die Maiglöckchen-Duftnote Lilial gehört zu den gefährlichen Stoffen – sie verbirgt sich hinter dem lateinischen Begriff Butylphenyl Methylpropional. Leider seien die Kennzeichnungen nur selten direkt verständlich, bedauert DAAB-Sprecherin Sonja Lämmel. Doch deutschsprachige Bezeichnungen hier nun mal „nicht vorgesehen“.

Auf Nummer sicher gehen Sie, wenn Sie – sowohl für die eigene Verwendung bei der Arbeit als auch bei der Pflege am Patienten – auf duftstofffreie Produkte zurückgreifen. Achten Sie dafür auf Vermerke wie „parfumfrei“ oder „ohne Duftstoffe“. Auch einige Hersteller von Cremes für den Pflegeberuf haben solche Produkte im Sortiment.

Check noch im Laden mit spezieller App

Arbeit abnehmen kann Ihnen hier eine Smartphone-App: Installieren Sie den Kosmetikscanner „Code-Check“ (erhältlich sowohl im App-Store als auch bei Google Play) auf Ihrem Handy oder Tablet und fotografieren Sie damit den Strichcode Ihres Pflegeprodukts – sofort erhalten Sie eine Übersicht aller Inhaltsstoffe samt Gefahreneinordnung. Alternativ können Sie auch den Namen des Produkts – oder eines fraglichen Inhaltsstoffs auf der dazugehörigen Website www.codecheck.info eingeben, um sich die Informationen auflisten zu lassen.

Autorin: Romy König

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