Image
3.jpeg

Corona-Impfung

Corona: Krankenhäuser machen Druck bei Impfpflicht

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) fordert Klarheit und appelliert an die  Bundesregierung, „den Deutschen Ethikrat zu beauftragen, eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen zu bewerten“ 

Erst vor wenigen Wochen hat der Verband der Universitätsklinika (VUD) für die 2G-Regelung für Mitarbeiter im Gesundheitswesen plädiert und die Politik aufgefordert, den Umgang mit Ungeimpften endlich gesetzlich zu regeln. Jetzt legt die DKG - Dachorganisation nahezu sämtlicher Krankenhausverbände Deutschlands – nach.

Allerdings äußert sich die DKG in Ihrer Mitteilung längst nicht so klar wie der VUD. In der Pressemitteilung fordert die DKG weder eine Impfpflicht, noch eine 2G-Regel (Impfpflicht und 2G-Regel sind ohnehin nahezu identisch). Was die DKG fordert, ist „eine Positionierung des Ethikrates zur Impfpflicht“ für bestimmte Berufsgruppen. Sie kritisiert die schwelende Diskussion über die Impfpflicht, die die Impfbereitschaft eher senke als fördere. DKG-Vorstandsvorsitzende Dr. Gerald Gaß: „In der jetzigen Situation werden sowohl die Arbeitgeber als auch die Beschäftigen mit dieser Frage allein gelassen. Es liegt in der politischen Verantwortung der Regierung, hier durch den Ethikrat Leitplanken einziehen zu lassen.“ Der Verbandschef lobt die differenzierte Positionierung des Ethikrates zur Masernimpfung 2019: Sie könne gut als Basis für die Entscheidung zur Corona-Impfung dienen und dafür sorgen, dass der Ethikrat schnell zu einem Ergebnis kommt. 

RKI: 95 Prozent aller Krankenhaus-Mitarbeiter geimpft

Die Impfbereitschaft bei Krankenhausmitarbeitern sei extrem hoch, betont die DKG. Im Sommer waren nach Angaben des Robert Koch-Instituts nur noch fünf Prozent der Krankenhausbeschäftigten nicht geimpft, 91 Prozent bereits vollständig geimpft. „Die Umfrage betraf alle Beschäftigtengruppen im Krankenhaus. Die Quoten waren über alle Gruppen hinweg sehr hoch“, sagt Gerald Gaß. „In die Umfrage waren auch im Krankenhaus arbeitende Altenpflegekräfte einbezogen.“ 

 Die Impfquote sei nicht in allen Bereichen des Gesundheitswesens so hoch wie im Krankenhaus, bedauert die DKG. „Aus Krankenhaus-Sicht ist es aber wichtig, dass Menschen in allen Bereichen der gesundheitlichen  Versorgung  größtmöglich geschützt sind“, so der DKG-Vorstandvorsitzende. „Die wenigen Impfdurchbrüche, die auf den Normal- und Intensivstationen registriert werden, treten fast ausschließlich in der höchsten Altersgruppe auf.“        

„Ungeimpfte dürfen nicht hoch vulnerable Patienten gefährden“ 

Tatsächlich ist die Impfquote gerade an den Unikliniken relativ hoch: Sie liegt beim pflegerischen und medizinischen Personal zwischen 80 und 96 Prozent, in der Tendenz ist an Geimpften unter  Medizinern höher als unter Pflegekräften. Doch die Quote reiche nicht, so der VUD, um größtmögliche Sicherheit der Patienten zu gewährleisten.  Besonders hoch vulnerable Patienten etwa in der Onkologie und Transplantationsmedizin müssten sich darauf verlassen können, nicht unnötig durch ungeimpfte Mitarbeiter gefährdet zu werden. 

[Sie möchten in Sachen Corona immer gut informiert sein? Abonnieren Sie jetzt unseren Newsletter!]  

Geringere Karrierechancen für Ungeimpfte 

Die Situation für nicht geimpfte Pflegekräfte verschärft sich seit einiger Zeit: So werden sie in Baden-Württemberg in Pflegeheimen seit Ende August viermal wöchentlich getestet (zuvor nur dreimal), in Krankenhäusern gilt für sie nach wie vor eine tägliche Testpflicht. In der Evangelischen Heimstiftung  müssen ungeimpfte Pflegekräfte weiterhin routinemäßig FFP2-Masken tragen. Der Hauptgeschäftsführer der Evangelischen Heimstiftung Bernhard Schneider hat sich erst vor wenigen Tagen für eine Impfpflicht im Gesundheitswesen ausgesprochen.  

Auch wird die Corona-Impfung immer häufiger in Vorstellungsgesprächen thematisiert. Die Geschäftsführung des Klinikums Ludwigshafen hat dies im Juni sogar in einer Pressemitteilung öffentlich gemacht. Zu erfahren war in der Mitteilung ebenfalls, dass eine Karriere im Management in dem städtischen Klinikum ohne Impfung kaum möglich ist.    

Autorin: Kirsten Gaede

Image
impfpass-covid.jpeg
Foto: Benedikt – stock.adobe.com

Corona-Impfung

Corona: Druck auf ungeimpfte Pflegekräfte steigt   

Geimpft oder nicht geimpft? Mit dieser Frage müssen Bewerber in Vorstellungsgesprächen inzwischen rechnen. Ein Klinikum will Impfverweigerer außerdem nicht in Führungspositionen aufsteigen lassen          

Image
impf-abfrage.jpeg
Foto: Canva

Corona-Impfung

Altenpflege: Corona-Impfung nicht länger Privatsache   

In Krankenhäusern müssen Pflegekräfte schon seit 2015 Auskunft über ihren Impfstatus geben, jetzt gilt bald  auch für Pflegekräfte in der Altenpflege die Auskunftspflicht – zumindest für Corona  

Image
vladimir-fedotov-unsplash.jpeg
Foto: Vladimir Vedotov/Unsplash

Corona-Impfung

Es wird eng für ungeimpfte Pflegekräfte

Anders als in Frankreich und Griechenland ist in Deutschland für Pflegekräfte keine ausdrückliche Impfpflicht geplant. Aber in der Praxis – und im Infektionsschutzgesetz – deutet sie sich an     

Foto: ©Naeblys - stock.adobe.com

Corona

Könnte Corona-Impfung Pflicht für Pflegekräfte werden?

Pfizer und Biontech befeuern die Hoffnung auf einen Impfstoff noch in diesem Jahr. Pflegekräfte gehören mit zu den Ersten, die profitieren sollen

Wir haben noch mehr für Sie!

Antworten und Impulse für die Pflegeprofession gibt es auch direkt ins Postfach: praxisnah, übersichtlich und auf den Punkt.
Melden Sie sich jetzt für den pflegebrief an - schnell und kostenlos!
Wir geben Ihre Daten nicht an Dritte weiter. Die Übermittlung erfolgt verschlüsselt. Zu statistischen Zwecken führen wir ein anonymisiertes Link-Tracking durch.