Pflege und Politik

Bürokratieabbau in der Tages- und Kurzzeitpflege: Schlanke Dokumentation SIS nun praxistauglich

Start frei für die flächendeckende Entbürokratisierung auch der Tages- und Kurzzeitpflege in Deutschland: Nach erfolgreichem Praxistest stehen diesen Einrichtungen nun spezielle Varianten der verschlankten Pflegedokumentation SIS („Strukturierte Informationssammlung“) zur Verfügung.

Bereits bis Ende 2016 hatte das Projektbüro Ein-STEP unter fachlicher Leitung von Elisabeth Beikirch die entschlackten Dokumentationen speziell für die Tagespflege und die Kurzzeitpflege entwickelt. Nach Tests in 38 Tagespflegen und elf Kurzzeitpflegen sind die beiden für sie geschaffenen Strukturmodelle jetzt bei der Abschlussveranstaltung in Berlin für Praktiker freigegeben worden. Als „Meilenstein in Sachen Entbürokratisierung“ würdigte der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann, den Abschluss dieser Etappe.

Bei Praktikern immer beliebter sind die Zeit und Aufwand sparenden SIS-Dokumentationen in der ambulanten und stationären Pflege, zumal diese bei Qualitätsprüfungen der Medizinischen Dienste der Krankenversicherung problemlos akzeptiert werden: 10.990 oder ca. 44 Prozent der bundesweit 24.700 Pflegedienste, Alten- und Pflegeheime setzten Ende Februar 2017 darauf. Unter den Anwendern liegt die stationäre Pflege vorn: 47,6 Prozent der 12.400 Heime sind beim Projektbüro gemeldet, während 41 Prozent der 12.300 ambulanten Diensten mitziehen.

„Es ist das größte Entbürokratisierungsprojekt der vergangenen zehn Jahre, das auch geklappt hat. Ein Zurück gibt es nicht mehr“, lobte Pflegebevollmächtigter Laumann dieses „Erfolgsmodell“. Noch abwartende Einrichtungen würden sich gewiss noch dafür entscheiden.

Welche Neuerungen gibt es?

In einigen Details haben die Ein-STEP-Fachleute die SIS-Dokumentation für die Tagespflege gegenüber der für die stationäre Pflege verändert. So gibt es u. a. speziell auf die Aktivierung und Mobilisierung von Klienten spezialisierte Maßnahmenpläne. Als Neuerung entstand ein Kommunikationsbogen zum Info-Austausch mit Angehörigen und ambulantem Dienst. Das Berichtsblatt soll das Wissenswerteste für alle an Pflege und Betreuung Beteiligten enthalten, vom Fahrdienst bis zu Angehörigen. Laut Dr. Grit Braeseke vom Berliner IGES Institut haben viele der 38 am Praxistest beteiligten Tagespflegen berichtet, dass sie so an Informationen kamen, die sie ansonsten nie erhalten hätten.

Für die Tages- und für die Kurzzeitpflege enthält die schlanke SIS-Dokumentation die zusätzliche Leitfrage „Was führt Sie zu uns?“ Für Kurzzeitpflegeeinrichtungen und -stationen bietet das Strukturmodell spezielle Maßnahmenpläne und Berichtsblätter.

Näheres erfahren Sie hier: https://www.ein-step.de

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