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Bis zu 8 Prozent mehr Gehalt in  ambulanter Pflege  

Besonders die Gehälter von examinierten Pflegekräften und PDL haben sich 2021 überdurchschnittlich entwickelt. Das zeigt eine Datenanalyse der Steuerberatungsgesellschaft ETL Advision 

Pflegekräfte im ambulanten und teilambulanten Bereich konnten sich 2021 über einen tüchtigen Zuwachs ihrer Löhne freuen. Um 5,4 Prozent im Westen und sogar 6,4 Prozent im Osten legten im Schnitt die Löhne zu. Und das ist weit mehr als der allgemeine Lohnzuwachs, den das Statistische Bundesamt für alle Arbeitnehmer errechnete, der bei knapp 3,1 Prozent liegt. Mehr noch: Bei einer Inflationsrate von über 3,1 Prozent 2021 hatten die meisten Arbeitnehmer weniger (genau: 0,7 Prozent minus) Reallohn in der Tasche, während sich Pflegekräfte nun mehr leisten können.

Durchschnittlich 2.981 Euro für Pflegekräfte im Westen

Ermittelt wurden die Daten für den Pflegebereich von der Wirtschafts- und Steuerberatungsgesellschaft ETL Advision auf Basis von knapp einer halben Million ausgewerteter Lohnunterlagen. Die Firma ist in Deutschland Marktführer im Bereich Steuerberatung und betreut mehr als 210.000 Mandanten mit einem Fokus auf kleine und mittlere Unternehmen vornehmlich aus dem Gesundheitsbereich. Die Studie „Lohnvergleich Pflege“ ermittelte für das Jahr 2021 einen durchschnittlichen Monatsbruttolohn für Westdeutschland plus Berlin von 2.981 Euro, im Osten von 2.750 Euro. Während im Osten die Steigerung zum Vorjahr bei 7,6 Prozent lag, ging es im Westen nur um 4,1 Prozent nach oben. Heißt: Ost und West gleichen sich immer mehr an.

In Bayern verdienen ambulante Pflegekräfte am besten 

Bundesweit stieg der Lohn um 5,4 Prozent auf 14,70 Euro pro Stunde ohne Zulagen, mit Zulagen auf 16,62 Euro, womit sich zeigt, dass die Zulagen eine immer größere Bedeutung für den Gesamtlohn gewinnen. Unter Zulagen fasst die Studie vermögenswirksame Leistungen, allgemeine Zuschläge wie Sonntags- und Nachtarbeit, Zulagen wie Prämien, Weihnachts- und Urlaubsgelder und Sachbezüge wie Dienstwagen.

Wobei es in West und Ost noch mal regional starke Unterschiede gibt: Die höchsten Durchschnittsbruttostundenlöhne West (ohne Zulagen) zahlen Hamburg, Berlin und Rheinland-Pfalz mit 15,62 Euro, 15,57 Euro bzw. 15,37 Euro. Mit Zulagen liegen Bayern, Rheinland-Pfalz und Berlin mit 18,04 Euro, 17,73 Euro und 17,53 Euro an der Spitze.

Im Osten zahlt verdienen Pflegekräfte in Sachsen am besten

In der Region Ost zahlen Sachsen und Thüringen die höchsten Durchschnittsbruttostundenlöhne in Höhe von 14,21 Euro und 14,31 Euro (ohne Zulagen) und 15,99 Euro bzw. 15,92 Euro (mit Zulagen). Dies ist gegenüber dem Vorjahr ein Anstieg von 7,3 Prozent und 6,6 Prozent in Sachsen sowie 10,5 Prozent und 9,7 Prozent in Thüringen. Thüringen ist damit auch das Bundesland mit dem höchsten Lohnanstieg.

Schlusslicht: Mecklenburg-Vorpommern

Schlusslicht aller Bundesländer ist Mecklenburg-Vorpommern. Dort kommen die Pflegekräfte trotz einer Steigerung von 7,4 Prozent nur auf einen Bruttostundenlohn von 13,95 Euro ohne Zulagen, mit auf 15,56 Euro. In 2020 war noch Thüringen das Schlusslicht aller Bundesländer.

Interessant ist auch wie sich die Löhne für Pflegekräfte in Hessen entwickelt haben. Dort wird der niedrigste Bruttolohn West gezahlt: 14,30 Euro ohne Zulagen und 16,11 Euro mit Zulagen. Im Vergleich zu 2020 hat Hessen damit Niedersachsen am Tabellenende der Region West mit Berlin abgelöst, zumal Hessen mit 1,9 Prozent ohne Zulagen und 2,4 Prozent mit Zulagen auch die geringste bundesweite Steigerung 2021 aufweist.

PDL mit Zuwachs von 21 Prozent seit 2018 

Besser schneiden Pflegekräfte ab, die über Zusatzqualifikationen verfügen. So erhält eine Pflegefachkraft mit der Zusatzqualifikation PDL einen Bruttostundenlohn (mit Zulagen) in Höhe von 23,11 Euro, was eine Steigerung um 8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeutet.

Noch deutlicher zeigt sich der Lohnanstieg in Bezug auf die Qualifikationen im Vergleich über mehrere Jahre. Eine Gegenüberstellung vom Auswertungsjahr 2018 mit 2021 zeigt nach der ETL-Studie eine Steigerung des durchschnittlichen Bruttostundenlohns (ohne Zulagen) einer Krankenpflegefachkraft um 22,7 Prozent und bei einer Pflegefachkraft mit der Zusatzqualifikation PDL um 21,1 Prozent. Einfache Betreuungskräfte müssen sich da mit weniger zufrieden geben. Bei ihnen stieg der Lohn in den letzten vier Jahren nur um 12,3 Prozent. Gute Ausbildung und Qualifikation machen sich also bezahlt.

Der Blick auf die Gesamtentwicklung der Löhne in Deutschland über die letzten vier Jahre sieht positiv aus. Während die Nominallöhne seit 2018 um 9,6 Prozent stiegen, dürfen sich die Pflegekräfte über 14,4 Prozent freuen – fast fünf Prozentpunkte über Normalplus.

Autor: Hans-Georg Sausse

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