Kommunikation

Besuch vom Clown

Der „Klinikclown“ hat sich längst etabliert, denn Lachen "heilt" die Seele. Doch warum funktioniert das so gut?

Inhaltsverzeichnis

Ein Grund von vielen ist sicher, dass die Begegnung mit einem Clown auf der Gefühlsebene stattfindet. Ob Zorn, ob Freude, ob Traurigkeit: Alles ist okay, alles darf sein – auf beiden Seiten. Und nichts wird erwartet! Nicht vom Clown und nicht über den Besuch hinaus. Denn das Ziel der Begegnung liegt in der Begegnung selbst.

Zweckfreiheit

Und genau das macht es wohl auch aus. Denn so können sich Begegnungen entfalten, finden oft gerade Menschen mit körperlichen oder geistigen Einschränkungen wie Demenzbetroffene den Mut, sich zu öffnen. Und sind die kognitiven Fähigkeiten eines Pflegebedürftigen stark eingeschränkt, trifft man sich eben auf der Ebene der nonverbalen Kommunikation.

Anarchie im Pflegeheim

Ein Clown ist kein reiner Spaßvogel. Traditionell steht er auf der Seite der Schwachen und Bedürftigen. Benimmt sich selbst so, wie es ihm in den Sinn zu kommen scheint und nimmt auch sein Gegenüber so an. Das schafft eine Basis, schafft Vertrauen.

Ebenen der Begegnung

Neben dem Respekt, der Ruhe und Geduld, die seine Besuche umrahmen, bewegt und berührt er vor allem taktil und musikalisch. Menschen, die den Kontakt zu sich und anderen zumindest teilweise verloren haben, besitzen ein großes Bedürfnis nach einfachem Gehaltenwerden. Wie stark oder zart das ausgeprägt ist, lässt sich (meist) verbal oder körpersprachlich überprüfen. Gleiches gilt für die Musik.

Musik aktiviert bis zuletzt Emotionen und ist meist positiv besetzt. Vor allem alte Lieder, auch wenn sie nur in Bruchstücken mitgesungen werden, schaffen eine Verbindung mit dem Singenden, aber auch mit der Vergangenheit, als die Bettlägerigen aktiv waren, frei, nicht ausgeliefert.

Der Clown kann aber auch einfach nur zuhören oder reden, ruhig am Bett sitzen und die Hand halten, sich alte Fotoalben anschauen, rülpsen oder auf den Tisch steigen.

Buchtipp:

Pflege und Politik

Redet die Heime nicht schlecht!

Die „eigenen vier Wände“ werden oft verklärt, die Pflegeheime verteufelt. Zu Unrecht, findet unsere Autorin Birgitta vom Lehn, hier zu sehen mit ihrem Vater im Heim.

Serie Soft-Skills

Tipp 24: Sie haben mehr Zeit, als Sie glauben

Keine Zeit - das ist so schnell dahin gesagt, auch im Pflegeheim. Doch leiden wir wirklich unter Zeitmangel? Es ist wichtig, dass wir unser persönliches Gefühl genau durchleuchten: Wo fehlt uns Zeit? Wie können wir die Zeit nutzen?

Serie Soft-Skills

Tipp 47: Mit diesen 4 Prinzipien beugen Sie Burnout vor

Folgen Sie dem Fish-Prinzip. Klingt seltsam? Das Fish-Prinzip ist aus vielen Firmen nicht mehr wegzudenken. Die Geschichte dahinter führt auf den Fischmarkt von Seattle.

Serie Soft-Skills

Tipp 19: So klappt die Zusammenarbeit mit dem Arzt

Ob Notfall oder Alltag: Viele Situationen wenden sich zum Guten, wenn Sie es schaffen, den Arzt auf Ihre Seite zu ziehen. Ein Kompliment kann da Wunder wirken. Wertschätzung heißt das Zauberwort.

Wir haben noch mehr für Sie!

Antworten und Impulse für die Pflegeprofession gibt es auch direkt ins Postfach: praxisnah, übersichtlich und auf den Punkt.
Melden Sie sich jetzt für den pflegebrief an - schnell und kostenlos!
Wir geben Ihre Daten nicht an Dritte weiter. Die Übermittlung erfolgt verschlüsselt. Zu statistischen Zwecken führen wir ein anonymisiertes Link-Tracking durch.