8. März Internationaler Frauentag

Berliner Frauenpreis geht an Christine Vogler

Erstmals erhält eine Vertreterin der Pflege den Berliner Frauenpreis: Christine Vogler (Foto), stellvertretende Pflegepräsidentin, wird für ihr Engagement für die Generalistik geehrt.

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Gesundheitssenatorin Dilek Kolat wird den Preis am 8. März (Internationaler Frauentag) im Berliner Rathaus am Alexanderplatz an Christine Vogler überreichen. Der Preis ist mit 3000 Euro und einer Skulptur dotiert. Er wird seit 1987 vergeben.

Berühmte Preisträgerinnen

Zuletzt, 2017, ging der Berliner Frauenpreis an die Vorstandsvorsitzende der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) Sigrid Evelyn Nikutta. Weitere Preisträgerinnen waren etwa Seyran Ateş, Rechtswissenschafterin und bekannte Verfechterin eines liberalen Islams, die Journalistin Sharon Adler und die Soziologie-Professorin Barbara Kavemann.

Die Generalistik ist seit 2004 Normalfall für Vogler

Als Modellprojekt hat Christine Vogler die generalistische Ausbildung bereits 2004 an der Gesundheits- und Krankenpflegeschule der Wannsee-Schule etabliert. Seit 2009 ist sie außerdem Studienzentrumsleitung der Hamburger Fernhochschule am Standort Wannsee.

Die 48-Jährige absolvierte 1992 ihre Krankenpflegeausbildung. Schon zwei Jahre später, nach einer Tätigkeit auf eine onkologisch-hämatologischen Station im städtischen Krankenhaus Neukölln in Berlin (heute Vivantes Klinikum Neukölln), wurde sie Lehrerin für Pflegeberufe. Christine Vogler ist seit vielen Jahren berufspolitisch aktiv: Im September 2017 wurde sie zur stellvertretende Vorsitzenden des Deutschen Pflegerats gewählt, seit Jahren ist sie stellvertretende Bundesvorsitzende des Bundesverbandes für Lehrende in den Gesundheit- und Sozialberufen (BLGS) und des BLGS – Landesverband Berlin. Außerdem ist Christine Vogler Vorstandmitglied des Deutschen Bildungsrates.

Vogler ärgert sich über die Geringschätzung der Pflege

Über ihr Engagement für die Gleichberechtigung der Frau heißt es im Nominierungspapier: „Ihr Standpunkt ist ein ausgesprochen geschlechterpolitischer und emanzipatorischer, denn die Pflege als typischer Frauenberuf wird in ihrem fachlichen Anspruch weithin systematisch unterschätzt, politisch kleingehalten, schlecht bezahlt und das ganze Ausmaß ihrer gesellschaftlichen Bedeutung immer noch nicht richtig begriffen.

Ausgestattet mit einem ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit, hat Christine Vogler bereits in ihrer Ausbildung beziehungsweise als junge Krankenschwester beschlossen, gegen die Geringschätzung weiblicher Tätigkeit ihre Stimme zu erheben - für sich und ihre Kolleginnen.

Es ist ihr ein explizit gesellschaftliches und politisches Anliegen, dass die so oft und systematisch verschwiegenen Leistungen von Frauen immer wieder benannt und öffentlich sichtbar gemacht werden. Das bedeutet für sie zum einen, aus ihrer leitenden beruflichen Position heraus ihre weiblichen Mitarbeiterinnen immer wieder zu bestärken, sich beruflich weiterzuentwickeln.

Zum anderen ermutigt sie im Rahmen ihrer berufspolitischen Aktivitäten mit einer gewissen Hartnäckigkeit insbesondere Frauen, in Gremien und Verbänden nicht nur mitzusprechen, sondern auch mitzuentscheiden und zu führen."

Autorin: kig

Foto: Silke Rudolph

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