Baden-Württemberg

Befragung im Herbst: Pflegekammer auch im Südwesten?

Baden-Württembergs Landesregierung will Pflegefachkräfte und Azubis im Herbst von einem unabhängigen Institut befragen lassen, ob sie sich eine Pflegekammer wünschen.

Einen repräsentativen Anteil von etwa 1.200 der insgesamt rund 100.000 Pflegefachkräfte und 20.000 Auszubildenden im Südwesten solle das wissenschaftliche Institut befragen, erläuterte Sozialstaatssekretärin Bärbl Mielich (Grüne) die Pläne der grün-schwarzen Landesregierung. Nach einer öffentlichen Ausschreibung werde das Institut ausgewählt.

Die Position der Landesregierung hatte die Staatssekretärin erst jüngst gegenüber der „Heilbronner Stimme“ deutlich gemacht: „Die Landesregierung will die Selbstverwaltung in der Pflege stärken. Wir unterstützen die Einrichtung einer Pflegekammer, wenn dies von den Beschäftigten in Baden-Württemberg gewollt ist.“.

Noch nicht festgelegt ist, wie befragt wird und wie die Befragten und die Einrichtungen ausgewählt werden - z. B. nach Zufallsprinzip und regionaler Streuung. „Frühestens im Oktober 2017“ rechnet die Staatssekretärin mit dem Start der repräsentativen Befragung, wie sie bei der ersten Sitzung des neuen Beirates „Pflegekammer“ im Februar sagte. Diesem Gremium gehören Vertreter des Landespflegerates, der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft, von Verdi, DGB, VDAB, Städte- und Landkreistag, bpa und Liga der Freien Wohlfahrtsverbände an.

Etwa acht Wochen werde die Auswertung der Befragung dauern, erwartet Bärbl Mielich. Stimme die repräsentative Mehrheit der Pflegefachkräfte und Azubis im Südwesten dafür, würden die nächsten Schritte eingeleitet. Ziel sei es, die Vertreter der Pflege „auf Augenhöhe in den Entscheidungsgremien im Land und im Bund zu etablieren“.

Info-Kampagne des Landespflegerates

Im April haben die Mitgliedsverbände des Landespflegerates Baden-Württemberg ihre Info-Kampagne zur Pflegekammer gestartet und setzen dabei u. a. auch ihren neuen Flyer ein. LPR-Vorsitzende Irmgard Glockenstein: „Es gilt Pflegefachpersonen gut zu informieren, bevor sie im Herbst über den Bedarf für die neue Kammer befragt werden.“

Multiplikatorenschulungen vor Ort möglich

Am 3. April 2017 waren in Stuttgart die ersten 30 Multiplikatoren aus der Pflege geschult worden, die das nötige Wissen zu Aufgaben, Sinn und Zweck der Pflegekammer an ihre Kolleginnen und Kollegen weitergeben sollen. - Fachkräfte und Verantwortliche können nun beim Landespflegerat per E-Mail an info@lpr-bw.de Multiplikatorenschulungen vor Ort anfordern und dazu Info-Veranstaltungen planen. Die Präsentation zur Schulung sowie zu Aufgaben und Zweck der Kammer finden Interessierte auf der Homepage des Landespflegerates als Download hier: