Altenpflege

Auch die eigene Gesundheit zählt

Die Arbeitsbelastung des Pflegepersonals in der Altenpflege ist hoch. Und es gibt zusätzlich eine Reihe von Faktoren, die ebenso gefährlich für die Gesundheit sind.

Inhaltsverzeichnis

Problematisch sind in der praktischen Altenpflegetätigkeit physische Belastungen durch unterschiedliche muskuläre Aktivitäten. Denken Sie an die vielen Wege, das ständige Heben, Drehen und Tragen von Pflegebedürftigen. Viele Pflegende „haben Rücken“ – denn Erkrankungen des Muskel- und Skelettapparates sind an der Tagesordnung. Dabei spielt auch das steigende Durchschnittsalter der Mitarbeitenden eine Rolle. Und auch Arbeitsunfälle – gerade im Zusammenhang mit verwirrten oder aggressiven Bewohnern – sind keine Seltenheit.

Hinzu kommen psychosoziale Belastungen der Arbeitswelt, z. B. durch hohen Arbeitsdruck oder wenn das Betriebsklima nicht gut ist. Nicht ohne Grund nehmen psychische und psychosomatische Leiden dramatisch zu.

Und auch physikalische und chemische Belastungen sind nicht zu unterschätzen, auch wenn sie einem zunächst gar nicht in den Sinn kommen: Hitze, üble Gerüche, Lärm.

Berufsausstieg wegen Gesundheitsproblemen

Der Pflegeberuf birgt also eine ganze Menge Risiken. Doch neben den menschlichen gibt es auch ganz pragmatische Faktoren, an die Sie dabei denken müssen: Denn für Sie als Führungskraft bedeutet das zudem, dass Sie Gefahr laufen, einen hohen Krankenstand zu haben und sehr gute Mitarbeiter aus gesundheitlichen Gründen für immer verlieren.

Das ist auch ein betriebswirtschaftliches Risiko: Wegen hoher Krankheitsraten müssen Sie Ersatzpersonal finanzieren. Verlassen Mitarbeitende Ihre Einrichtung, leidet auch der Ruf Ihrer Einrichtung darunter. Neben der Erfahrung verlieren Sie auch »informelle Kompetenz«, das heißt langjährige Kontakte zu Ärzten, Therapeuten und Angehörigen.

Stressfaktoren beachten und minimieren

Keine schönen Aussichten? Man kann es aber ebenso gut auch positiv betrachten: Wenn Sie die Stressfaktoren immer im Blick behalten und versuchen, sie möglichst gering zu halten, dann steigen Ihre Chancen, ein zufriedenes, ausgeglichenes und gesundes Team um sich zu haben.

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