Corona-Krise

Atemschutzmaske? Kinderbetreuung? Was brauchen Sie?

Die Initiative Myheroes möchte Pflegekräften dringende Bedürfnisse in Corona-Zeiten erfüllen. Sie können Ihre Wünsche über Facebook einreichen, erfahren Sie hier das genaue Prozedere

Inhaltsverzeichnis

„Sagt uns, woran es euch mangelt – und wir helfen Euch“ – so lautet das Credo der neuen Aktion „myheroes“, vor wenigen Wochen ins Leben gerufen von dem Berliner Unternehmer Bart de Witte. „Ihr seid unsere Helden“, erklärt de Witte den Grund für sein Engagement. „Ihr seid die Frontline-Workers in den Krankenhäusern und Pflegeheimen, diejenigen, die den Laden am Laufen halten; Ihr pflegt und versorgt und heilt, riskiert dabei nicht selten Eure eigene Gesundheit. Und neben all dem, was Ihr für uns leistet, habt Ihr häufig eine eigene Familie zu versorgen, habt kleine oder etwas größere Kinder, deren Betreuung Ihr organisieren müsst.“ Er wolle daher mit seiner Gruppe helfen – „pragmatisch, schnell und nachhaltig“.

100 Freiwillige bauen gerade das Netzwerk auf

Zunächst war „myheroes“ als Plattform gedacht, über die sich medizinische Fachkräfte mit Babysittern und Hilfsfamilien zur Kinderbetreuung zusammenschließen können. Mehr als 100 Freiwillige hatten sich in den ersten Tagen nach de Wittes Aufruf über Facebook gemeldet und arbeiten nun daran, das Netzwerk aufzubauen. Mittlerweile hat de Witte, der im Hauptberuf die NGO „Hippo AI“ leitet und sich mit der Digitalisierung im Gesundheitswesen beschäftigt, seine Initiative ausgeweitet.

Die dringendsten Wünsche: Atemschutzmasken und Desinfektionsmittel

„Schnell wurde deutlich, dass Krankenhäuser und medizinische Fachkräfte so viel mehr benötigen: In erster Linie Atemschutzmasken und Desinfektionsmittel, aber sicher noch viele weitere Dinge oder Leistungen, von denen wir vielleicht gar nichts wissen...“ Er versteht sich deshalb als Mittler zwischen Bedarf und Angebot, zwischen Menschen, die brauchen – und solchen, die geben können.

5 Schritte - so reichen Sie Ihren Wunsch ein

  1. Nehmen Sie ein Blatt Papier, überschreiben Sie es mit dem Hashtag „whatdoweneed“ (englisch für: „Was brauchen wir“): #whatdoweneed
  2. Notieren Sie darunter (zum besseren Auslesen der Nachricht am besten in englisch, zur Not aber auch in deutsch) Ihre dringendsten Bedürfnisse: Das können Leistungen sein wie etwa Kinderbetreuung oder auch Ge- oder Verbrauchsartikel wie Schutzmasken. Skizzieren Sie Ihren Bedarf gern etwas präziser (wie viele Kinder sind zu betreuen und an welchem Ort, in welcher Stadt; wie viele Masken werden gebraucht?).
  3. Beenden Sie die Auflistung mit dem Hashtag „myheroes“: #myheroes
  4. Stellen Sie sich, ob allein oder in einer kleinen Gruppe mit ein oder zwei Kollegen, vor eine Kamera, halten Sie das Papier vor sich (mit der Aufschrift nach außen) und lassen sich so fotografieren – ähnlich wie Sie es von den Bildern mit den Slogans „Wir bleiben für Euch da – bleibt Ihr bitte daheim“ kennen.
  5. Senden Sie dieses Bild mit einem Post über Ihre Social-Media-Kanäle. Nennen Sie in diesem Post nochmal per Hashtag das benötigte Gut (#Maske) und auch die Postleitzahl Ihres Ortes. Beide Hashtags sind wichtig, da „myheroes“ alle Posts maschinell auswertet. Markieren Sie die Initiative deshalb unbedingt auch, indem Sie den Zusatz @myheroes_global anfügen. So erfahren de Witte und sein Team von Ihrer Anfrage und können sich an die Arbeit machen.

Machen Sie deutlich, dass Sie Ihren Wunsch als Privatperson äußern

Bart de Witte bittet, darauf zu achten, sich immer an die gesetzlichen und betrieblichen Vorgaben des Arbeitgebers zu halten. So ist es zum Beispiel ratsam, im Facebook-Profil den Vermerk: „Ich bin privat hier“ zu setzen, um zu zeigen, dass es sich bei allen Äußerungen um eine persönliche Meinung handelt. Hat der Arbeitgeber eine Kommunikation nach außen strikt untersagt, ist es auch denkbar, für die Bitte um medizinisches Equipment einen neuen Kanal zu gründen, diesen sogar anonym zu führen. „Man könnte sich dann auf dem Foto umdrehen und nur den Rücken zeigen.“ Wichtig sei aber: „Das Plakat mit dem Text sollte dennoch gut sichtbar sein.“

Bart de Wittes Team zählt inzwischen 300 Leute

„Wir stehen noch am Anfang der Initiative“, sagt de Witte, der über seine langjährige Arbeit im Gesundheitswesen, unter anderem als Leiter Digital Health bei IBM, exzellent mit der Branche vernetzt ist. Er ist zuversichtlich, dass er und sein Team – gut 300 Leute zählt er mittlerweile dazu – in vielen Fällen wird helfen können. „Doch dazu müssen wir erst einmal wissen, was wo und wie viel gebraucht wird.“

Die Initiative im Netz: www.myheroes.global

Autorin: Romy König

Foto: Peter Funken

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