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Burnout, Depression

Angebot für alle, die unter negativen Gedanken leiden

Die Universität Witten/Herdecke vergleicht zwei Online-Programme, die depressive Stimmung und negative Gedankenschleifen auflösen sollen, in ihrer Wirkung. Interessierte können kostenlos an der Studie teilnehmen

Ist Ihre Laune im Keller oder fürchten Sie gar, in eine Depression abzurutschen? Dann könnte Ihnen ein Online-Selbsthilfeprogramm guttun und Sie wieder aufbauen. Die Universität Witten/Herdecke führt zurzeit eine Studie zu zwei Programmen durch, die depressive Stimmung und negative Gedankenschleifen auflösen sollen – und bietet Interessierten eine kostenlose Teilnahme an.

Leiden Sie unter einem oder mehreren dieser 6 Symptome?

Eine negative und depressive Stimmung geht häufig mit den folgenden Symptomen einher:

  • Antriebslosigkeit
  • fehlende Kraft für anstehende Tätigkeiten
  • Gefühl körperlicher Schwere oder Niedergedrücktheit
  • körperliche Anspannung
  • verminderter oder gesteigerter Appetit
  • vermindertes sexuelles Interesse

Speziell für Menschen, die unter solchen oder ähnlichen Symptomen leiden, wurden die Programme „Body, Breath & Mind“ und „Moodgym“ entwickelt. Die Behandlungsangebote sind so konzipiert, dass sie die Lebensqualität der Teilnehmenden verbessern und ihnen helfen können, ihre depressive Stimmung zu überwinden.

Body, Breath & Mind und Moodgym dauern 5 bis 8 Wochen

Beide Programme finden online statt, die einzelnen Module können jeweils zu selbstgewählten Zeiten bearbeitet werden. Body, Breath & Mind lässt sich innerhalb von acht Wochen, Moodgym in fünf Wochen vollständig absolvieren. Ziel der Studie ist es, die Behandlungsansätze miteinander zu vergleichen und ihre unmittelbaren Effekte, aber auch längerfristigen Wirkungen zu untersuchen.

Body, Breath & Mind: Verbindung von Qi Gong und Psychotherapie

Body, Breath & Mind besteht aus acht Modulen und kombiniert Bewegungs- und Atemübungen aus dem chinesischen Qi Gong mit Elementen aus der westlichen Psychotherapie. Das Programm soll zum einen das Empfinden von Lebendigkeit und Vitalität fördern und so die Stimmung positiv verändern. Zum anderen kann es dazu beitragen, aus Grübelprozessen auszusteigen, achtsamer im Hier und Jetzt zu sein und das Leben wieder an den eigenen Werten auszurichten.

Moodgym: kognitive Verhaltenstherapie

Moodgym besteht aus fünf Modulen, die auf den Methoden und Techniken der kognitiven Verhaltenstherapie basieren. Prof. Johannes Michalak, Leiter der Studie: „Dieses Programm setzt vor allem an den oft negativen Gedankenmustern von Menschen an, die an depressiver Stimmung leiden. Es soll die Teilnehmenden dabei unterstützen, verzerrte Wahrnehmungen und negative Gedanken zu hinterfragen und so zu verändern, dass sich die Stimmung und die Fähigkeit zur Bewältigung von Alltagsproblemen verbessern.“

Teilnahme und Ablauf für Moodgym und Body, Breath @ Mind

  • Unter www.uni-wh.de/bodybreathmind können Interessierte ihre Kontaktdaten übermitteln und ein telefonisches Interview mit dem Studienteam vereinbaren. In diesem Gespräch werden Fragen geklärt und die Teilnahmemöglichkeit geprüft.
  • Teilnahme am Programm Body, Breath & Mind (acht Module; wöchentlich ein Modul mit einer Bearbeitungszeit von circa 60 Minuten; tägliches Praktizieren der gezeigten Übungen für 30 bis 40 Minuten) oder
  • Teilnahme am Programm Moodgym (fünf Module; wöchentlich ein Modul mit einer Bearbeitungszeit von circa 25 Minuten; Übungen und Integration in den Alltag mittels Online-Arbeitsbuch).
  • Aus wissenschaftlichen Gründen werden die Teilnehmenden zufällig einem Programm zugeordnet.
  • Zu Beginn, in der Mitte, am Ende und circa sechs Monate nach Beendigung des Programms erhalten die Teilnehmenden einen Link zu einer kurzen Online-Befragung.
  • Bei Interesse kann nach Abschluss eines Programms auch das jeweils andere Behandlungsangebot genutzt werden.

Interessierte können das Studienteam auch per Mail erreichen unter der Adresse: bbm@uni-wh.de.

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Prof. Johannes Michalak leitet die Studie über Moodgym und Body, Breath @ Mind
Foto: Uni Witten/Herdecke
Prof. Johannes Michalak leitet die Studie über Moodgym und Body, Breath @ Mind

Autorin: lin

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